Betrachte Gott nicht als deinen Feind

snake2 USA

Vor längerer Zeit hielt ich einen Lehrvortrag über „Das Lösegeld und der Triumph Christi“. Der Kernpunkt war der, dass sich der äußerst gewaltsame Tod Jesu nicht so sehr auf die äußerste Schwere unserer Sünde bezieht, sondern auf den äußersten Hass Satans gegen Gott. Das Blut Jesu diente weniger zur Besänftigung des Zornes, den Gott auf uns hatte, sondern als Lösegeld, um uns aus der Macht und Gewalt Satans freizukaufen. Der Zorn Gottes richtet sich auf die Sünde, nicht auf den Sünder – im Kreuz triumphierte unser Herr Jesus über die Mächte der Finsternis.

Dem entgegen steht ein buchhalterisches und gesetzliches Verständnis des Evangeliums: Wir haben bei Gott eine Schuld offen, die unbedingt zuerst beglichen werden muss, ehe sie vergeben werden kann. Das ganze Problem der Sünde ist damit reduziert auf ein Problem zwischen Gott und uns aufgrund einiger offener Rechnungen. Satan bleibt dabei völlig aus dem Spiel; damit bleibt aber auch die Befreiung aus der Macht der Sünde aus dem Spiel. Alles, was dieses Evangelium kann, ist Vergebung bewirken, aber es gibt keine Grundlage für den Herrschaftswechsel und die Befreiung aus der Gewalt Satans, weil er in diesem Evangelium völlig ausgeblendet ist. Dieses andere Evangelium entstand erst im 12. Jahrhundert und hat seither die Kirche der westlichen Hemisphäre nachhaltig geprägt und geschädigt.

Zum Vergleich:

  • Im mittelalterlich-westlichen Erlösungsmodell ist die Sünde ein Problem zwischen Gott und Mensch allein, weshalb sich der Zorn Gottes auf uns richtet, aber auf den Herrn Jesus umgelenkt wurde.
  • Im biblischen Lösegeldmodell ist die Sünde ein Problem unserer Knechtschaft unter der Macht Satans, der uns Gott entfremdet hat. Das Kreuz richtet sich gegen diese Herrschaft der Finsternis.
  • Im mittelalterlich-westlichen Erlösungsmodell erscheint uns Gott daher als eine Bedrohung und als Feind.
  • Im biblischen Erlösungsmodell erscheint uns Gott als Befreier, der uns seit jeher geliebt hat.

Ein Vers zur Illustration:

Jer 31:11 Denn Jahwe hat Jakob losgekauft und hat ihn erlöst aus der Hand dessen, der stärker war als er.

Damals beendete ich meine Gedanken mit dem Aufruf: „Betrachte Gott nicht als Deinen Feind“ – das alleine ist jedoch ein eigenes Lehrthema. Darum soll es heute gehen.

 

Einige Beispiele zur Einstimmung, wie der Sünder Gott instinktiv als seinen Feind wahrnimmt:

Adam & Eva

Gen 3:8-10 Und sie hörten die Stimme Jahwes Gottes, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages. Und der Mensch und sein Weib versteckten sich vor dem Angesicht Jahwes Gottes mitten unter die Bäume des Gartens. Und Jahwe Gott rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, denn ich bin nackt, und ich versteckte mich.

Adam und Eva haben von dem Baum gegessen, von dem sie nicht durften. Und sie wussten, jetzt mussten sie sterben. Die Nacktheit, derer sie sich nun schämten, ist eine Sache – was sie von Gott nun rechtmäßig erwarten mussten, ist eine andere Sache. Wie sahen sie nun Gott? Als lebensbedrohlich!

Wie aber begegnete ihnen Gott? Sind Adam und Eva bei der Begegnung mit Ihm tot umgefallen? Hat Gott ihnen gesagt: „Ich bin furchtbar zornig auf Euch und werde Euch nun eigenhändig umbringen!“? Nein, er führte ein erstaunlich ruhiges Gespräch mit ihnen. Ja, es gab Konsequenzen für den Ungehorsam, unter denen wir heute noch leiden. Aber er machte zwei Dinge klar. Erstens:

Gen 3:15 Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.

Betrachte den Teufel nie als deinen Freund! Er ist dein Feind! Betrachte Gott nie als deinen Feind – er liebt dich und wird deinen Feind ein für allemal vernichten! Was der Teufel bei der Versuchung zum Ausdruck brachte, ist dass Gott uns nicht wirklich liebt, und dass Er uns das Beste vorenthalten möchte. Was für eine Lüge! Der Teufel stellte sich als Freund dar und ist doch der Feind. Doch der Feind wird ein für allemal vernichtet werden – dabei wird der Sohn Gottes verwundet werden.

Es sind also mehrere Aspekte des Evangeliums in dieser Geschichte, die wichtig sind.

  • Das Wissen, dass nicht Gott, sondern Satan unser Feind ist
  • Der Sieg über den Feind durch Christus
  • Die Sicherheit, dass wir uns vor Gott nicht zu verstecken brauchen

Versteht Ihr diese Geschichte? Dieser Text gehört zu den grundlegendsten Texten, um diese verzwickte Dreiecksbeziehung Gott – Mensch – Satan zu verstehen. Das mittelalterliche Modell der Erlösung übersieht die Feindschaft zwischen Satan und uns, sowie den Feind. Hier ist der Schwachpunkt. Die Folge dieses Irrtums ist ein falsches Bild von Gott

Kain

Ein zweites Beispiel, das zeigt, was passiert, wenn diese Umkehr nicht geschieht, ist Kain. Gott nahm Kains Opfer nicht an. Das hat ihn zornig gemacht und er fühlte sich von Gott abgelehnt:

Gen 4:5-6 aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Und Kain ergrimmte sehr, und sein Antlitz senkte sich. Und Jahwe sprach zu Kain: Warum bist du ergrimmt, und warum hat sich dein Antlitz gesenkt?

Warum wirklich? Wir müssen hier sehr genau lesen: Worauf blickte Gott? Zuerst auf Kain, dann auf sein Opfer. Den Ausschlag gab, was Gott in Kain sah – das Problem war nicht die Gabe. Das Opfer Abels war besser aufgrund des Glaubens, nicht aufgrund der Gabe. Was sah Gott bei Kain?

Gen 4:7 Ist es nicht so, daß es sich erhebt, wenn du wohl tust? Und wenn du nicht wohl tust, so lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird sein Verlangen sein, du aber wirst über ihn herrschen.

Gott sah, dass Kain der Sünde in seinem Leben Raum gab und versucht ihm klar zu machen: „Kain, ich bin nicht dein Feind – die Sünde ist dein Feind! Kämpfe gegen die Sünde und nicht gegen mich!“ Doch Kain verhärtete sein Herz, tötete Abel und ging Weg vom Angesicht Gottes und siedelt in einem Land, welches Nod heißt, jenseits von Eden. Nod bedeutet Heimatlosigkeit. Wer Gott als Feind betrachtet endet in der Heimatlosigkeit.

Lot und seine Frau

Vielleicht ein etwas plastischeres Beispiel. Lot hat Karriere gemacht in einer Stadt, welche durch ihre Sünde einen gewissen Ruf hatte, der bis vor Gott gelangte. Lot wollte dazugehören, er und seine Familie waren relativ gut integriert.

Gen 19:1 Und die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom; und Lot saß im Tore Sodoms.

Lot saß im Tor Sodoms, da konnte nicht jeder sitzen, das war die Ratsversammlung der Stadt – und obwohl er immer wieder auch als ein „Zugereister“ bezeichnet worden ist, strebte er nach dieser Anerkennung. Seine Töchter waren mit Sodomitern verheiratet, und als die Engel sagten, sie müssten die Stadt verlassen, war es schwierig, die ganze Familie von der Notwendigkeit dessen zu überzeugen.

Gen 19:12-14 Und die Männer sprachen zu Lot: Wen du noch hier hast, einen Schwiegersohn und deine Söhne und deine Töchter und wen irgend du in der Stadt hast, führe hinaus aus diesem Orte! Denn wir wollen diesen Ort verderben, weil ihr Geschrei groß geworden ist vor Jahwe; und Jahwe hat uns gesandt, die Stadt zu verderben. Und Lot ging hinaus und redete zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter genommen hatten, und sprach: Machet euch auf, gehet aus diesem Orte; denn Jahwe will die Stadt verderben. Aber er war in den Augen seiner Schwiegersöhne wie einer, der Scherz treibt.

Gott erscheint wie einer, der die Familie zerstört und Lot musste nun wählen, ob er seine Familie zusammen hält oder wenigstens einen Teil davon vor dem Gericht rettet. Die Feinde, sagte der Herr Jesus, werden im eigenen Haus sein. Aber es ist auch die Stadt, welche feindlich ist, die Welt, welche durch das Gericht Gottes verdorben wird.

Jetzt haben wir etwas aufgebaut, sind zu Ansehen gekommen, haben es zu etwas gebracht, die Familie ist gut integriert … und Gott sagt: „Lass das alles zurück!“ Wenn so etwas passiert, um deiner Seele willen, betrachte Gott nicht als deinen Feind!

Gen 19:16 Und als er zögerte, ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seines Weibes und die Hand seiner zwei Töchter, weil Jahwe sich seiner erbarmte, und führten ihn hinaus und ließen ihn außerhalb der Stadt.

Gott liebt uns so sehr, dass er notfalls auch bereit ist, sanfte Gewalt anzuwenden, um uns zu erretten! Sei doch nicht so dumm und störrisch:

Apg 2:40 Und mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie, indem er sagte: Laßt euch retten von diesem verkehrten Geschlecht!

1.Joh 2:15-17 Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern ist von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.

Die Welt vergeht nicht mit ihrer „Langeweile“ – sie vergeht mit ihrer „Lust“. Sodom war eine blühende Stadt mit vielen Möglichkeiten, etwas zu erreichen, sich zu vergnügen, sich etwas aufzubauen. All das, was die Welt bieten kann – Lust des Fleisches, Lust der Augen, Hochmut des Lebens. Im Vergleich dazu wirkt das Leben als Christ langweilig: Eine Wüstenreise, Enthaltsamkeit, Bescheidenheit, Demut, Armut, Verfolgung. Gott erscheint vielen als Spielverderber – aber bitte: Betrachte Gott nicht als deinen Feind!

Es ist immer dasselbe: Satan redet uns ein, dass Gott uns das Beste vorenthalten will, dass er uns beschneidet und einengt, dass Gott uns nicht liebt sondern verachtet und hasst. Aber wenn wir sehen, wie liebevoll und barmherzig Gott uns zur Umkehr leitet – bei Adam und Eva, bei Kain, der es nicht annahm, und bei Lot, den er mit sanfter Gewalt drängte sein Leben zu retten, wissen wir, dass Gott nicht unser Feind ist, sondern unser Befreier und Freund.

Gen 19:24-26 Und Jahwe ließ auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und Feuer regnen von Jahwe aus dem Himmel; und er kehrte diese Städte um und die ganze Ebene und alle Bewohner der Städte und das Gewächs des Erdbodens. Und sein Weib sah sich hinter ihm um und ward zu einer Salzsäule.

Sie zog aus und blickte zurück. Das war ihr Ende. Weil Gott sie hasste? Nein, weil sie Gottes Liebe nicht annehmen wollte. So wie viele Israeliten in der Wüste umkamen – aufgrund von Unglauben. Rettender Glaube kann bedeuten, dass du deine Familie verlierst, weshalb der Herr sagte, dass wer die seinen mehr liebt als ihn, der ist seiner nicht wert.

Wir haben also bereits folgende Feinde identifiziert:

  • Satan
  • Die Sünde
  • Die Welt mit ihrer Lust
  • In der Geschichte Lots kam hinzu, dass Familienbande uns an die Welt binden können – der Herr sagte, dass es wenn es um das Reich Gottes geht, sogar die eigene Familie der Feind unseres ewigen Lebens sein kann. Das zählt dann zu den sogenannten „harten Worten“ des Herrn.

Aus all dem will Gott uns erretten. All das sind starke Bindungen:

Jer 31:11 Denn Jahwe hat Jakob losgekauft und hat ihn erlöst aus der Hand dessen, der stärker war als er.

Unser Unbeschnittensein – warum Gott Moses entgegenstand

Einmal musste Moses unmittelbar das Gefühl haben, Gott trete ihm als Todfeind entgegen; die Geschichte ist in der Tat beängstigend:

Exo 4:24-26 Und es geschah auf dem Wege, in der Herberge, da fiel Jahwe ihn an und suchte ihn zu töten. Da nahm Zippora einen scharfen Stein und schnitt die Vorhaut ihres Sohnes ab und warf sie an seine Füße und sprach: Fürwahr, du bist mir ein Blutbräutigam! Da ließ er von ihm ab. Damals sprach sie „Blutbräutigam“ der Beschneidung wegen.

Während Lots Frau für Lot beinahe zum Fallstrick wurde, wurde Moses Frau dem Moses zur Rettung. Wenn du verheiratet bist: Möchtest du deinem Mann eher ein Fallstrick sein oder eher zur Rettung dienen? Die Antwort liegt darin, ob du Gott als deinen Feind siehst. Lots Frau empfand das Eindringen Gottes in ihr geordnetes Leben als eine massive Störung.

Zippora erkannte an, dass Mose zwar irgendwie an Gott glaubte, aber in lebensgefährlicher Weise inkonsequent war. Moses hat seine Söhne nicht beschnitten und damit – bewusst oder unbewusst! – dem Bund Gottes mit Israel keine Zukunft gegeben. Denn durch die Beschneidung wurde der Bund von Generation zu Generation weitergegeben.

Mose erlebte das Entgegentreten Gottes als einen Angriff auf sein Leben, und möglicherweise empfand er Gott in diesem Moment als seinen Feind. Zippora verstand den Ernst der Situation und handelte. Genau das brauchen wir! Wir müssen einander helfen, alles zu tun, was der Herr uns geboten hat.

  • Eva brach das Gebot und zog Adam in die Sünde mit hinein – weil sie sich von der Schlange einreden ließ, Gott sei ihr Feind.
  • Lot wäre durch seine Frau beinahe auf der Flucht umgekommen.
  • Aber Zippora rettete Moses vor den Konsequenzen seiner Sünde, indem er den Bund der Beschneidung nicht hielt.

Drei Frauen, die großen Einfluss auf ihre Männer hatten. Welche davon bist Du? Und welcher der Männer bist Du? Wann musst Du auf Deine Frau hören, wann darfst Du nicht auf sie hören? Und bist Du Dir Deiner Verantwortung bewusst, dass Gott immer zuerst Dich fragen wird, ob und wie Du Deine Familie geführt hast? Zu oft – auch ich – lassen wir die Zügel schleifen und die Dinge dahintreiben, oder? Aber das ist ein anderes Thema – behalten wir es im Hinterkopf.

 

Wie tritt Gott uns wirklich entgegen? Nicht als Feind, sondern in Liebe – mit Anforderungen – durch das Wort

Wir dürfen bei all dem kein falsches Gottesbild haben. Gott liebt uns, aber Er fordert auch heraus – Was will Er eigentlich von uns? Und ist das wirklich zu viel verlangt?

Deu 10:12-16 Und nun, Israel, was fordert Jahwe, dein Gott, von dir, als nur, Jahwe, deinen Gott, zu fürchten, auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben, und Jahwe, deinem Gott, zu dienen mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, indem du die Gebote Jahwes und seine Satzungen, die ich dir heute gebiete, beobachtest, dir zum Guten?

Siehe, Jahwes, deines Gottes, sind die Himmel und die Himmel der Himmel, die Erde und alles, was in ihr ist. Jedoch deinen Vätern hat Jahwe sich zugeneigt, sie zu lieben; und er hat euch, ihren Samen nach ihnen, aus allen Völkern erwählt, wie es an diesem Tage ist.

So beschneidet denn die Vorhaut eures Herzens und verhärtet euren Nacken nicht mehr!

Dieser Text ist grundlegend. Unser Gott ist der Schöpfer des Alls, Ihm gehört alles, Er hat alle Macht im Himmel und auf Erden – und dennoch hat Er sich in Liebe uns zugewandt (Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkst? – Ps 8).

Was fordert Er von uns? Ja, er fordert etwas! Das, was uns zum Guten dient. Wie dumm muss man sein, wenn man sich selbst bewusst schaden möchte und das, was uns gut tut, ablehnt? Beziehungsweise, wie falsch muss unsere Vorstellung von Gott sein, wenn wir Seine Forderungen ablehnen.

Er offenbart diesen Willen in Seinen Satzungen, in Seiner geschriebenen Offenbarung, im Wort Gottes. Er fordert, dass wir Ihn lieben, indem wir alles tun, was Er geboten hat – Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete, sagt der Herr. Darum sollen wir als Seine Jünger lernen, alles zu tun, was Er geboten hat. Alles.

Aber wir haben unbeschnittene Herzen und verhärtete Nacken, und da kommen wir zum letzten Feind, dem Feind in uns selbst.

  • Dieser Feind ist Satans stärkster Verbündeter
  • Dieser Feind ist der Sitz aller sündigen Begierden
  • Dieser Feind liebt die Welt und was in ihr ist

 

Das Fleisch betrachtet Gott als Seinen Feind – zu Recht!

Im Galaterbrief erklärt uns Paulus diesen Aspekt der Feindschaft:

Gal 5:16-17 Ich sage aber: Wandelt im Geiste, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; diese aber sind einander entgegengesetzt, auf daß ihr nicht das tuet, was ihr wollt.

Dieses Fleisch hält uns in der Sünde gefangen und will uns unter das Joch Satans zurück bringen. Darum ist Selbstverleugnung ein entscheidendes Kennzeichen eines Jüngers Jesu, und Selbstverleugnung bedeutet nicht die Aufgabe unserer Person, sondern die Befreiung unserer Person zu Gott hin. Selbstverleugnung betrifft das Fleisch der Sünde.

 

Das Fleisch betrachtet auch Gottes Wort als seinen Feind – zu Recht!

Denn der Geist verwendet das Wort, um uns zu zeigen, wie wir das Fleisch überwinden können und sollen. Der Konflikt Geist gegen Fleisch betrifft deshalb auch unsere Haltung zum Wort Gottes:

2Ti 3:16-17 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung (Training) in der Gerechtigkeit, auf daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig geschickt.

Niemand wird gerne überführt und zurechtgewiesen. Die erste Reaktion in uns, die aufkeimt ist deshalb: „Hier ist ein Feind, ich muss mich verteidigen!“ Gegenüber dem Wort Gottes gibt es dann Abwehrreaktionen, weil unbewusst mitschwingt: Gott ist unser Feind! Dabei ist es die Feindschaft des Fleisches gegen den Geist, welches unsere Gefühle und Reaktionen hervorruft.

Heb 4:12-13 Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben.

Wenn mir jemand mit einem Schwert entgegengeht, bekomme ich es mit der Angst zu tun. Die Bibel ist ein geistliches Schwert und als solches eine Angriffswaffe. Nur wer ist der Feind? Du bist nicht der Feind Gottes, sondern die Gedanken und Gesinnungen deines Herzens sind möglicherweise feindlich gegen Gott eingestellt, weil du dich von deinem Fleisch leiten lässt. Nie, absolut nie, wird der Geist Gottes in dir sich gegen das Wort Gottes wehren! Aber nahezu immer wird dein Fleisch Widerstand leisten.

Das gilt auch für das Training in der Gerechtigkeit, zu der uns der Geist Gottes durch das Wort Gottes anleiten will: Training ist anstrengend, wird oft nur widerwillig fortgeführt, verursacht Muskelkater und Erschöpfung, ist aber der einzige Weg, Muskeln oder Kondition aufzubauen. Ist das Training also ein Feind? Nein, aber es ist unserem Fleisch feind.

Welcher Schüler lernt schon gerne, aber ohne die erlernten Fähigkeiten wird man auf die Nase fallen, weil andere Leute einen übervorteilen werden. Lernen ist mühsam – und geht einher mit dem Eingeständnis, unwissend zu sein und Anleitung zu brauchen. Das geht direkt gegen unseren Stolz – wir lassen uns nämlich von Natur aus nicht gerne etwas sagen, besonders dann, wenn es mit Übungen und Hausaufgaben und Prüfungen verbunden ist, oder wenn es uns fürs erste gar nicht interessiert. Was sagt man einem Schulkind, das sich beklagt: „Mich interessiert das aber gar nicht?“ Sagt man: „O.K., dann geht’s Du halt nicht in die Schule, oder lass diese Stunde halt aus?“ Nein, wir nötigen unsere Kinder, die Schule zu machen und durchzubeißen. Hier ist der freie Wille hinten angestellt und unsere Kinder müssen lernen, sich selbst zu verleugnen. Und wir Eltern müssen – zu ihrem Besten! – hart bleiben. Sind wir die Feinde unserer Kinder? Auch wenn sie uns gegenüber trotzig reagieren, wir lieben sie.

 

Das Fleisch betrachtet den Überbringer des Wortes Gottes als Feind – zu Recht!

Denn die Predigt und Lehre des Wortes soll Dir helfen Dein Fleisch in der Kraft des Geistes zu überwinden. Wir kennen alle diese Reaktionen des Fleisches – sie sind so einfach zu identifizieren: „Das ist gesetzlich“, „Das ist viel zu eng“ – auch Paulus war damit konfrontiert:

2.Kor 6:11-12 Unser Mund ist zu euch aufgetan, ihr Korinther; unser Herz ist weit geworden. Ihr seid nicht verengt in uns, sondern ihr seid verengt in eurem Innern.

Ich bin sehr froh über diesen Vers, denn er ist ein großer Trost für jeden Prediger des Wortes, der mit ähnlichen Reaktionen leben muss. Nein, die Predigt des Wortes verursacht nicht überall eitel Wonne und Freude, sondern auch Widerstand, weil der sündige Mensch Gott, Gottes Wort und den Überbringer von Gottes Wort als Feinde betrachtet. Ich erwähne das, weil Du nicht behaupten kannst Gott und sein Wort zu lieben, wenn Du den Prediger, der Dir etwas Unbequemes aus dem Wort bringst ablehnst. Es ist sehr leicht, dann irgendetwas an der Person zu suchen und zu finden, um Gottes Wort zu entkommen. Beim Herrn Jesus war das Vorurteil, er sei ja nur ein Zimmermann, was habe er uns zu sagen? Außerdem kennen wir seine Familie …und Er heilt am Sabbat. Er ist ein Fresser und Weinsäufer – das sind genug Ausreden, um das Wort Gottes abzulehnen.

Heb 12:3-4 Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, auf daß ihr nicht ermüdet, indem ihr in euren Seelen ermattet. Ihr habt noch nicht, wider die Sünde ankämpfend, bis aufs Blut widerstanden,

Unserem Herrn ist es nicht anders ergangen, denn er erlitt viel Widerspruch von denen, welche Gott als Feind sahen und ihm dementsprechend feindlich begegneten. Er ist nicht ermüdet, noch ermattet und war Gott gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Auch wir sollen in derselben Weise bis zum Tod gegen die Sünde ankämpfen. Wir müssen wissen, wer der Feind ist und gegen wen wir zu kämpfen haben.

  • Es macht äußerst wenig Sinn, gegen Gott zu kämpfen, denn Er ist stärker.
  • Es macht aber auch keinen Sinn, aus eigener Kraft gegen die Sünde zu kämpfen, denn die Sünde ist stärker als wir.

Es gelingt nur durch den Wandel im Geist Gottes. Der Wandel im Geist ist kein Wandel in guten und erhebenden Gefühlen, sondern ein Leben in unbedingtem Gehorsam gegenüber Gottes Wort:

Röm 8:4-9 auf daß das Recht des Gesetzes erfüllt würde in uns, die nicht nach dem Fleische, sondern nach dem Geiste wandeln.

Denn die, welche nach dem Fleische sind, sinnen auf das, was des Fleisches ist; die aber, welche nach dem Geiste sind, auf das, was des Geistes ist. Denn die Gesinnung des Fleisches ist der Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Frieden; weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft ist gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie vermag es auch nicht.

Die aber, welche im Fleische sind, vermögen Gott nicht zu gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.

Röm 8:12-14 So denn, Brüder, sind wir Schuldner, nicht dem Fleische, um nach dem Fleische zu leben, denn wenn ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben. Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes.

Das ist es, was die Schrift mit der Leitung durch den Heiligen Geist meint: Die Überwindung der Feindschaft unseres Fleisches gegen Gott. Dazu gehört aber die Grunderkenntnis, dass nicht Gott unser Feind ist, sondern unser Fleisch, welches gegen den Geist aufbegehrt.

 

Was sollen wir damit nun anfangen?

  1. Wir müssen das richtige und volle Evangelium glauben und annehmen.

Möglicherweise hast Du es noch nie so gehört, aber das ist das Evangelium, welches der Herr Jesus gebracht hat. Er kam nicht, um uns bloß die Sünden zu vergeben, sondern um uns aus der Macht der Sünde zu befreien und um unser Herr und König zu werden. Wenn Du Deine Knie noch nicht vor dem König gebeugt hast, dann weiche um Deiner Seele willen diesem Aufruf nicht länger aus.

  1. Wir müssen Haltung zum Wort Gottes überdenken

Gottes Wort trennt scharf. Es teilt schwarz und weiß. Und es macht alles offenbar. In unserer Gesellschaft wird vieles relativiert (ein bisschen mehr Schulden für den Staat sind ok, Homosexualität ist eh ok solange sich zwei Menschen lieben) und es wird nicht mehr unterschieden (DISKRIMINIERT, welch ein böses Wort). Die Menschen lieben es auch, sich Big Brother oder ähnliches anzusehen, wo (scheinbar) alles offen dargelegt wird. Gleichzeitig fürchtet sich jeder davor, dass Dinge ans Licht kommen. Wir verstecken uns bzw unser Leben vor Gott. Was versuchen wir zu verstecken? Warum fürchten wir uns davor, dass es ans Licht kommt? Lesen wir deshalb die Bibel nicht? Oder nur selektiv? Relativieren wir deshalb Bibelstellen? Gibt es Bereiche, wo Du Gottes Wort bewusst ausweichst?

Mk 7:21-22 Denn von innen aus dem Herzen der Menschen gehen hervor die schlechten Gedanken, Ehebruch, Hurerei, Mord, Dieberei, Habsucht, Bosheit, List, Ausschweifung, böses Auge (= Geiz), Lästerung, Hochmut, Torheit;

Fühlst Du Dich durch solche Aufzählungen angegriffen? Preis den Herrn! Genau diese Gefühle zeigen Dir, wo der Feind ist, den Du bekämpfen musst. Es ist nicht Gott.

  1. Wir müssen bereit sein, Unterweisung und Training anzunehmen – zu unserem Guten

Gehorsam soll nicht aufgeschoben werden. Betrachte kleine Gebote nicht als unwesentlich. Betrachte Äußerlichkeiten nicht als irrelevant – wenn Gottes Wort etwas sagt, dann ist es egal, ob es etwas Großes oder Kleines ist, es soll getan werden. Wer im Kleinen treu ist, dem wird das Große anvertraut – beginne heute damit, Erkanntes, das Du bis jetzt aufgeschoben hast, zu tun.

Deu 10:12-16 Und nun, Israel, was fordert Jahwe, dein Gott, von dir, als nur, Jahwe, deinen Gott, zu fürchten, auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben, und Jahwe, deinem Gott, zu dienen mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, indem du die Gebote Jahwes und seine Satzungen, die ich dir heute gebiete, beobachtest, dir zum Guten?

 

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