Das Abendmahl

Das Mahl des Herrn, das Abendmahl oder auch Brotbrechen ge­nannt, soll oft gefeiert werden, aber nicht als tote Routine, die durch Gewöhnung oberflächlich wird. Es ist eine Zeit der Prüfung, denn es sollte nicht gefeiert werden, wenn Unfriede in der Gemeinde ist. Zuerst soll man sich versöhnen, ehe man das Dankopfer darbringt (Mal 2,11; Mat 5,23-24).

Die Gebete weisen auf viele Aspekte des Abendmahls hin, die es uns weit größer machen als eine mechanische, rein äußerliche und symbolische Handlung, die wir aus buchstäb­lichem Gehorsam heraus praktizieren. Vielmehr ist es eine geistliche Speise für den inneren Menschen (1.Kor 10,3-4; Joh 6,48). Es besteht eine Verbindung zwischen dem Brot und dem Wein und dem ein für allemal geschehenen Opfer des Leibes und Blutes des Herrn auf Golgatha (1.Kor 10,16). Wir müssen das nicht verstehen, denn das führte zu Spekulationen über Wandlung und Transsubstantiation, zu entzweienden Streitfra­gen und zum Hochmut der Theologen, die sich anmaßten, genau zu definieren, wann und wie das Brot in den Leib Christi verwandelt würde. Davon hat der Herr nichts gesagt oder angedeutet, als Er uns in schlichten Worten aufforderte, beim Brechen des Brotes Seiner zu gedenken. Außerdem ist der Herr leiblich in den Himmel aufgenommen worden (Apg 1,9). Sein Leib ist daher nicht im Brot, sondern zur Rechten Gottes, von wo wir Ihn erwarten (Kol 3,1; 1.Kor 11,26).

Darum geziemt sich Demut, Besinnung, Versöhnung, Liebe, Dankbarkeit und Lob, wenn wir zusammenkommen, um unse­ren inneren Menschen mit dem Brot aus dem Himmel zu speisen und im Kelch des Bundes zu gedenken. Möge es zuallererst zu Seiner Ehre geschehen, aber auch zur Festigung der Einheit der Gemeinde Gottes, sowie unserer persönlichen inneren Stärkung im Glauben.

Wenn ein Nachfolger Jesu Christi den Segen des Abendmahls auch nur annähernd ermisst, wird er nicht danach trachten, so oft es geht, daran teilzu­nehmen und sich selbst so aufrichtig prüfen, dass das Opfer seines Lobes vor Gott als rein gelten kann?

(Text aus dem Gebetbuch „WEGBEGLEITER“)

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