Das Dordrechter Bekenntnis 1632

  1. Artikel
    Vom Glauben an Gott, von der Schöpfung des ersten Menschen und aller Dinge

Nachdem wir in den kanonischen Büchern des Alten und Neuen Testaments bezeugt finden, dass es un­möglich sei, ohne Glauben Gott zu gefallen, und wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass ein Gott ist, und dass Er denjenigen ein Vergelter sein wird, die Ihn suchen (Hebr 11,6), daher bekennen wir mit dem Mund und glauben mit dem Herzen, samt allen Frommen, nach dem Wortlaut der heiligen Schrift, an einen einzigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist (5.Mose 6,4; 1.Mose 17,1; Jes 46,8; Joh 5,7), und keinen mehr und keinen anderen. Vor diesem ist auch kein Gott gemacht oder gewesen, noch auch nach Ihm. Aus Ihm, durch Ihn und auf Ihn hin wurden alle Dinge. Ihm sei Lob, Preis und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Denselben einzigen Gott, der da wirkt alles in allem, glauben und bekennen wir (1.Kor 12,6; 1.Mose 5), dass Er der Schöpfer ist aller sichtbaren und unsicht­baren Dinge, der innerhalb von sechs Tagen Himmel und Erde, das Meer und alles was darinnen ist, geschaffen, gemacht und zubereitet hat (Apg 14,15). Und dass Er dieselben und alle Seine Werke durch Seine Weisheit, Allmacht und durch das Wort Seiner Kraft regiert und erhält.

Und als Er Seine Werke vollendet, und jedes gemäß seiner Natur, Wesen und Eigenschaft gut und recht nach Seinem Wohlgefallen geordnet hatte, so hat Er daneben auch den ersten Menschen, unser aller Vater, Adam, geschaffen (1 Mose 2,7), und ihm einen Leib gegeben, den Er aus einem Erdklumpen geformt und ihm einen lebendigen Odem in seine Nase geblasen hat. So ist er eine lebendige Seele geworden, von Gott nach seinem Bilde (1.Mose 5,1) und Gleichnis in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit zum ewigen Leben geschaffen, und hat ihn über alle anderen Geschöpfe als besonders angesehen und ihn mit vielen hohen und herrlichen Gaben geziert und in den Lustgarten oder Paradies gestellt (1.Mose 2,15). Er hat ihm Gebot und Verbot gegeben (1.Mose 2,17), und hat auch danach von demselben Adam eine Rippe genommen (1.Mose 2, 22) und eine Frau daraus gebaut, zu ihm gebracht, dieselbe ihm zur Gehilfin, Gesellin und Hausfrau zugefügt und gegeben. Er hat auch bewirkt, dass von diesem einzigen ersten Men­schen, Adam, alle Menschen, auf dem ganzen Erden­boden wohnend, gezeugt und entsprossen sind (Apg 17,26).

 

  1. Artikel
    Von der Übertretung des göttlichen Gebots durch Adam

Wir glauben und bekennen aufgrund der heiligen Schrift auch, dass diese unsere ersten Voreltern, Adam und Eva, in diesem herrlichen Stand, in dem sie geschaffen waren, nicht lange geblieben sind, sondern sie sind durch List und Betrug der Schlange und des Teufels Neid verleitet und verführt worden (1.Mose 3,6). So haben sie das hohe göttliche Gebot übertreten und sind ihrem Schöpfer ungehorsam geworden. Durch diesen Ungehorsam ist die Sünde in die Welt gekommen (Röm 5, 12.18) und durch die Sünde der Tod, und ist so zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt und dadurch den Zorn Gottes und die Verdammnis auf sich geladen haben. Darum wurden sie von Gott aus dem Paradies oder Lust­garten vertrieben (1.Mose 3,23), dass sie den Acker bebauen, mit Kummer sich davon ernähren und im Schweiß ihres Angesichts ihr Brot essen sollen, bis sie wieder zu Erde würden, davon sie gekommen waren (Ps 49,8). Wir glauben und bekennen auch, dass sie deshalb durch solche Sünde sogar ferne von Gott abgefallen und gewichen sind, und weder durch sich selbst, noch durch einen ihrer Nachkommen, noch durch Engel, noch durch Menschen, oder durch eine andere Kreatur, im Himmel oder auf Erden, wiederum aufgeholfen, erlöst und mit Gott versöhnt werden konnten (Offb 5). Sondern dass sie ewig verloren bleiben müssten, sofern nicht Gott, der sich über seine Geschöpfe wiederum erbarmt, gnädig darauf gesehen hätte (Joh 3,16), und mit Seiner Liebe und Barmherzigkeit dazwischen gekommen wäre.

 

  1. Artikel
    Von der Wiederaufrichtung und Versöhnung des menschlichen Geschlechts mit Gott

Was die Wiederaufrichtung des ersten Menschen und seiner Nachkommen betrifft, davon bekennen und glauben wir, dass ungeachtet dieses ihres Falls, ihrer Übertretung und Sünde, und obwohl bei ihnen gänzlich keine Kraft war, Gott sie darum dennoch nicht ganz und gar hat verwerfen wollen, noch ewig verloren bleiben lassen, sondern dass Er sie wiederum zu sich gerufen, getröstet und gezeigt hat, dass bei Ihm noch Mittel zur Versöhnung wären. Nämlich: das unbefleckte Lamm Gottes, welches dazu bereits vor der Welt Anfang ersehen wurde (Joh 1,29; 1.Petr 1,19; 1.Mose 3,15; 1.Joh 3,8), und ihnen verheißen und zugesagt wurde, als sie noch im Paradies waren, zu Trost, Erlösung und Seligkeit, sowohl für sie als ihre Nachkommen. Ja, Er wurde ihnen von der Zeit an durch den Glauben zu eigen gegeben und geschenkt, wonach alle frommen Altväter (Hebr 11,39) verlangt hat, welchen die Verheißung oftmals erneuert wurde, die danach geforscht und durch den Glauben von ferne nach ihm ausgesehen und auf die Erfüllung gewartet haben (Gal 4,4), dass, wenn Er kommen würde, Er das gefallene menschliche Geschlecht von seinen Sünden, seiner Schuld und Ungerechtigkeit wiederum erlösen, frei machen und aufhelfen sollte.

 

  1. Artikel
    Von der Ankunft unseres Erlösers und Seligmachers Jesus Christus

So glauben und bekennen wir ferner, dass, als die Zeit der Verheißung, nach welcher alle frommen Altväter so sehr verlangte und darauf gewartet haben, erfüllet war (Joh 4,25), als damals dieser verheißene Messias, Erlöser und Seligmacher von Gott aus­gegangen, gesandt und (nach der Weissagung der Propheten und Zeugnisse der Evangelisten) in die Welt (Joh 16,28), ja ins Fleisch gekommen, geoffenbart und das Wort selbst Fleisch und Mensch geworden ist (1. Tim 3,16; Joh 1,14; Mat 1,22). Und dass Er in der Jungfrau Maria (die verlobt war mit einem Manne, genannt Joseph, vom Hause Davids) empfangen wurde, und dass sie denselben als ihren erstgeborenen Sohn (Luk 2,7.21) zu Bethlehem geboren, in Windeln gewickelt und in eine Krippe gelegt hat.

Wir bekennen und glauben auch, dass dieser derselbe ist, dessen Ausgang von Ewigkeit gewesen ist (Micha 5,2; Hebr 7,3), ohne Anfang der Tage oder Ende, der selber das A und O, Anfang und Ende, der Erste und der Letzte zu sein bezeugt wird (Offb 1,8.18). Ferner, dass dieser auch derselbe ist und kein anderer, der ausersehen, verheißen, gesandt und in die Welt gekommen, und der Gottes einziger, erster und eigener Sohn ist (Joh 5,16; Hebr 1,6; Röm 8,32; Mat 22,41), der vor Johannes dem Täufer, vor Abraham, ja Davids Herr und aller Welt Gott ist. Er ist der Erstgeborene vor allen Kreaturen (Kol 1,15), der in die Welt gekommen und dem ein Leib bereitet wurde, den Er selbst als ein Opfer und eine Gabe Gott zu einem süßen Geruch übergeben hat, ja zu Trost, Erlösung und Seligkeit für alle, und das ganze menschliche Geschlecht (Heb 10,5).

Was aber das betrifft, wie und auf welche Weise dieser Leib bereitet, und wie das Wort Fleisch wurde und Er selbst Mensch geworden ist (Luk 1,31-33; Joh 20,30-31; Mat 16,16), darin sind wir zufrieden mit der Erläuterung, welche die heiligen Evangelisten in ihrer Beschreibung davon gegeben und hinterlassen haben. Nach dieser bekennen und halten wir Ihn im Einklang mit allen Heiligen für den Sohn des lebendigen Got­tes, in welchem all unsere Hoffnung, Trost, Erlösung und Seligkeit besteht, und dass wir all das auch in niemand anderem suchen sollen.

Weiters glauben und bekennen wir mit der Schrift, dass nachdem Er Seinen Lauf hier vollendet und das Werk, für das Er gesandt und in die Welt gekommen war, vollbracht hatte, dass Er nach Gottes Vorsehung in die Hände der Ungerechten überantwortet wurde. Sodass Er unter dem Richter Pontius Pilatus (Luk 23,1) gelitten hat, dass Er gekreuzigt (Luk 24,5-6), gestorben und begraben wurde, am dritten Tage vom Tode wieder auferstanden und gen Himmel gefahren ist (Luk 24,51), und dass Er zur rechten Hand Gottes sitzt, der Majestät in der Höhe, von wo Er kommen wird, die Lebenden und die Toten zu richten.

So ist der Sohn Gottes gestorben, hat für alle den Tod geschmeckt und Sein teures Blut vergossen. Dadurch hat Er der Schlange den Kopf zertreten, die Werke des Teufels zerstört, die Handschrift zunichte ge­macht (1.Mose 3, 15; 1.Joh 3,8; Kol 2,14) und Vergebung der Sünden für das ganze menschliche Geschlecht erworben. Er ist also eine Ursache der ewigen Seligkeit geworden für alle diejenigen (von Adam an bis an der Welt Ende, Röm 5,18), die in ihrer jeweiligen Zeit an Ihn glauben und gehorsam sein werden.

 

  1. Artikel
    Von der Einsetzung des Neuen Testaments durch unseren Herrn Jesus Christus

Wir glauben und bekennen auch, dass Er vor Seiner Himmelfahrt Sein Neues Testament aufgerichtet (Jer 31,31), eingesetzt und, da es ein ewiges Testament sei und bleiben sollte (Hebr 9, 15–17), dass Er dasselbe mit Seinem kostbaren Blut befestigt und versiegelt hat. Dies hat Er den Seinigen gegeben und hinter­lassen (Mat 26,27), ja so hoch geboten und befohlen, dass dasselbe weder durch Engel noch durch Men­schen verändert, noch davon etwas weg- noch etwas hinzugetan werden darf (Gal 1,8; 1.Tim 6,3; Joh 15,16; Mat 28,20). Und dass Er dasselbe, was darin enthalten ist, durch den ganzen und vollen Ratschluss und Willen Seines himmlischen Vaters (so viel zur Selig­keit von Nöten ist) durch Seine lieben Apostel, Botschafter und Diener, die Er dazu berufen, erwählt und in alle Welt gesandt hat (Mk 16,13; Luk. 24,45-46), gelehrt hat. Er lässt unter allen Völkern, Nationen und Sprachen in Seinen Namen verkündigen, predi­gen und bezeugen die Buße und Vergebung der Sünden, und dass Er alle Menschen ohne Unter­schied, sofern als sie dem Inhalt desselben durch den Glauben als gehorsame Kinder würden nachfolgen und leben, als Seine Kinder und rechtmäßigen Erben erklären wolle (Röm 8,17). Also, dass Er von der würdigen Erbschaft der ewigen Seligkeit niemand ausschließt noch ausgeschlossen hat, als nur allein die ungläubigen, ungehorsamen, halsstarrigen und un­buß­­fertigen Menschen, die dasselbe verachten, und durch ihre eigene, selbst begangene Sünde ver­schulden, und sich dazu also des ewigen Lebens unwürdig machen. (Apg 13,46).

 

  1. Artikel
    Von der Buße und Besserung des Lebens

Wir glauben und bekennen, da das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens böse ist von Jugend auf (1.Mose 8,21) und deshalb zu aller Ungerechtigkeit, Sünde und Bosheit geneigt ist, dass daher die erste Lektion des würdigen Neuen Testa­ments des Sohnes Gottes Buße und Besserung des Lebens ist (Mk 1,15; Hes 12,1). Und dass die Menschen darum Ohren haben, dass sie hören, und Herzen haben, dass sie verstehen, rechtschaffene Früchte der Buße zu tun (Mk 1,15), ihr Leben zu bessern, dem Evangelium zu glauben, das Böse zu lassen, das Gute zu tun, aufzuhören Unrecht zu tun und von Sünden abzulassen. Sie sollen den alten Menschen mit seinen Werken ausziehen und den neuen anziehen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit (Kol 3,9-10). Denn weder Taufe, Abendmahl, Gemeinde, noch eine andere äußerliche Zeremonie ohne Glau­ben und Wiedergeburt, Veränderung oder Erneue­rung des Lebens, mag helfen Gott zu gefallen (Eph 4,21-22), oder Trost und die Verheißung der Seligkeit von Ihm zu erlangen. Sondern man muss mit wahrem und vollkommenem Glauben zu Gott gehen (Heb 10,21-22) und an Jesus Christus glauben, wie die Schrift sagt und von Ihm bezeugt (Joh 7,25). Durch diesen Glauben erlangt man Vergebung der Sünden, wird geheiligt, gerechtfertigt und ein Kind Gottes, ja wird Seines Sinnes und Wesens teilhaftig (2.Petr 1,4) als die, welche durch den unvergänglichen Samen von oben herab neu aus Gott wiedergeboren sind.

 

  1. Artikel
    Von der heiligen Taufe

Was die Taufe angeht, davon glauben und bekennen wir (Apg 2,38), dass alle bußfertigen Gläubigen, die durch den Glauben, Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes mit Gott vereinigt und im Him­mel angeschrieben sind, auf solch schriftgemäßes Bekenntnis des Glaubens, nach dem Befehl Christi (Mat 28,19), Seiner Lehre, Seinem Vorbild und dem Brauch der Apostel in den hochwürdigen Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, zum Begräbnis ihrer Sünden mit Wasser getauft, und so in die Gemeinschaft der Heiligen einverleibt werden müssen. Ferner müssen sie gelehrt werden, alles zu halten, was der Sohn Gottes die Seinigen gelehrt, ihnen hinterlassen und befohlen hat. (Röm 6,4; Mk 16,15-16; Mat 3,15; Apg 2,28; Apg 8,11; Apg 9,8; Apg 10,74; Apg 16,33; Kol 2,11-12)

 

  1. Artikel
    Von der Gemeinde Gottes

Wir glauben und bekennen eine sichtbare Gemeinde Gottes, das sind diejenigen Menschen, welche so wie oben beschrieben, rechte wahre Buße tun, recht glauben und recht getauft sind, mit Gott im Himmel hier auf Erden recht einverleibt sind (1.Kor 12). Wir beken­nen, dass diese das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum (1.Petr 2,9), das heilige Volk sind, welche als Christi Braut und Hausfrau bezeugt werden, ja die Kinder und Erben des ewigen Lebens sind (Joh 3,29; Offb 19,7; Eph 2,19-21; Mat 16,18-19). Sie sind ein Tempel, das Haus und die Wohnstatt Gottes, gebaut auf dem Grund der Apostel und Propheten, in dem Christus selbst der Eckstein ist, von denen bezeugt wird, dass sie Seine durch Ihn gestiftete heilige Versammlung seien.

Dies ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, die Er durch Sein kostbares Blut erworben, gekauft und erlöst hat, bei der Er gemäß Seiner Verheißung, zu Trost und Bewahrung alle Tage bis an der Welt Ende sein und bleiben will (Mat 28,20; 2.Kor 6,16; Mat 7,25; 16,18). Ja, Er will unter ihnen wohnen und wandeln und sie bewahren, dass sie kein Strom noch Platz­regen, ja die Pforten der Hölle selbst nicht bewegen noch überwältigen sollen. Dieselbe mag man erken­nen an dem schriftgemäßen Glauben, der Lehre, der Liebe und dem gottseligen Wandel, ebenso auch an einem fruchtbaren Leben, dem Gebrauch und Beibehalten der wahren Ordnung Christi, welche Er den Seinen so hoch geboten und befohlen hat.

 

  1. Artikel
    Von der Erwählung der Diener in der Gemeinde

Was die Dienste und Erwählung in der Gemeinde betrifft, glauben und bekennen wir, dass weil die Gemeinde ohne Dienst und Ordnung im Wachstum nicht bestehen noch im Bau bleiben kann, der Herr Christus selbst (als ein Hausvater in Seinem Hause) Seine Dienste und Ordnungen eingesetzt, ordiniert (Eph 4,10–12), geboten und befohlen hat. Er zeigt, wie ein jeder darin wandeln, sein Werk und seine Berufung wahrnehmen, und wie es sich gebührt tun soll. Sie sollen dies gleich Ihm tun, der der getreue große Oberst, Hirte und Bischof unserer Seelen ist (1.Petr 2,25; Mat 12,19; Mat 18,11). Er ist nicht in die Welt gesandt worden und gekommen, um zu ver­letzen und zu zerbrechen, sondern dass Er heile und gesund mache (Eph 2,13; Gal 3,28), das Verlorene suche, den Zaun und die Mittelwand abbreche, aus zweien eins mache, und so aus Juden und Heiden die Menschen in einer Gemeinschaft in Seinem Namen versammle. Dafür (auf dass Niemand verloren gehen sollte) hat Er selber Sein Leben gelassen und ihnen so zur Seligkeit gedient (Joh 10,9-11.15), sie frei gemacht und erlöst, (merkt wohl:) darin ihnen von niemand anders könnte gedient und geholfen werden (Ps 9,8).

Wir glauben und bekennen, dass Er diese Seine Gemeinde vor Seinem Abschied auch mit getreuen Dienern, Aposteln, Evangelisten, Hirten und Lehrern (welche mit Bitten und Flehen durch den heiligen Geist erwählt werden) besetzen hat lassen (Eph 4,11; Luk 10,1; Luk 6,12.13), auf dass sie die Gemeinde regieren, Seine Herde weiden, darüber wachen, ihr vorstehen und sie versorgen, ja in allem tun sollten, wie Er ihnen vorausgegangen, sie gelehrt (Joh 2,5; Mat 28,20), es getan und ihnen befohlen hat zu lehren und halten, was Er ihnen geboten hatte.

Ferner, dass auch desgleichen die Apostel danach, als treue Nachfolger Christi und Vorsteher der Gemein­de, hierin sorgfältig und fleißig gewesen sind (1.Tim 3,1; Apg 1,23.24; Tit 1,5), mit Bitten und Flehen zu Gott, durch Erwählung der Brüder, um alle Städte, Orte oder Gemeinden mit Bischöfen, Hirten und Vorstehern zu versorgen. Sie haben solche Personen einzusetzen geboten (1.Tim 4,16; Tit 2,1.2; 1.Tim 3,3), die acht auf sich selbst, auf die Lehre und die Herde haben mögen, die man befindet als im Glauben, fromm an Leben und Wandel, und die sowohl, außer­halb als in der Gemeinde von gutem Lob und Ruf seien. Denn sie sollen ein Beispiel, Licht und Vorbild in aller Gottseligkeit und guten Werken sein, und nach des Herrn Ordnung Taufe und Abendmahl würdig vollziehen. Sie mögen auch allezeit (so sie zu bekom­men sind) treue Menschen, die tüchtig sind andere zu lehren (2.Tim 2,2; 1.Tim 4,14; 5,2) zu Ältesten bestel­len, dieselben mit Handauflegen im Namen des Herrn bestätigen. Sie sollen ferner für alle nötigen Dinge der Gemeinde nach Kräften sorgen, auf dass sie als treue Knechte ihres Herrn Talent oder Pfund wohl anlegen (Luk 19,13), Gewinn damit erzielen, und so in der Folge sich selbst zur Seligkeit fördern, wie auch die, welche sie hören.

Wir glauben und bekennen weiter, dass sie fleißig darauf achten sollen, und zwar ein jeder unter den Seinigen, über die er Aufsicht hat, dass alle Städte mit Diakonen (zur Achtung und Aufsicht über die Armen) wohl versehen und versorgt werden möchten (Apg 6,3–6). Sie sollen die Handreichungen und Almosen empfangen und wiederum an die armen Heiligen, die bedürftig sind, getreulich austeilen mit aller Ehrbarkeit, wie es sich geziemt.

Und dass man auch ehrbare alte Witwen zu Die­nerinnen ordinieren und erwählen sollte (1.Tim 5,9; Röm 16,1), dass die nebst den Diakonen die armen, schwachen, kranken, betrübten und notdürftigen Menschen, also auch Witwen und Waisen besuchen, trösten und versorgen, und ferner helfen, die nötigen Sachen der Gemeinde wahrzunehmen nach all ihren Möglichkeiten.

Und was noch ferner die Diakonen-Diener anlangt (Jak 1, 27), dass dieselben, besonders wenn sie tüchtig und von der Gemeinde dazu erwählt und eingesetzt wurden (zur Hilfe und Erleichterung der Ältesten), die Gemeinde auch wohl ermahnen mögen, und mit in Wort und Lehre arbeiten. Damit ein jeder so dem anderen aus Liebe dient mit der Gabe, die er vom Herrn empfangen hat, auf dass jegliches Glied, ein jedes nach seinem Maß, ja der ganze Leib Christi gebessert und des Herrn Weinstock und Gemeinde im Wachstum zunehme und im Bau bleiben möge, wie es sich gebührt.

 

  1. Artikel
    Vom hochwürdigen Abendmahl des Herrn

Wir bekennen und halten gleichermaßen ein Brot­brechen oder Abendmahl (Mat 26,26; Mk 14,22; Apg 2,42; 1.Kor 10,16; 1.Kor 11,23-26), wie der Herr Christus vor Seinem Leiden solches Brot und Wein eingesetzt und auch mit Seinen Aposteln selbst ge­braucht und gegessen hat. Er hat es ihnen zu Seinem Gedächtnis zu halten befohlen, wie sie es dann auch in der Gemeinde gelehrt, danach gelebt und den Glauben zu halten geboten und befohlen haben. Dass es zum Gedächtnis des Todes des Herrn sei, Seines Leidens und Sterbens, und dass Sein würdiger Leib für uns, das menschliche Geschlecht, gebrochen und Sein teures Blut vergossen wurde. Wie auch daneben die Furcht desselbigen, nämlich die Erlösung und Ewig­keit, welche Er dadurch erworben und an uns sün­digen Menschen solche Liebe bewiesen hat, wodurch wir aufs Höchste ermahnt werden, uns unter einander, und unseren Nächsten wiederum lieb zu haben, zu verzeihen und zu vergeben, wie Er uns getan hat. Ferner, dass wir auch gedenken die Einheit und die Gemeinschaft (Apg 2,46) zu halten und zu beleben, die wir mit Gott und unter uns haben; dieselbe wird uns bei solchem Brechen des Brotes angewiesen und vor Augen gestellt.

 

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    Vom Fußwaschen

Wir bekennen und billigen auch ein Fußwaschen der Heiligen, gleichwie der Herr Christus selbst dasselbe nicht allein eingesetzt, geboten und befohlen (Joh 13,4.17), sondern auch Seinen Aposteln (obwohl Er ihr Herr und Meister war) die Füße gewaschen hat. Damit hat Er ein Beispiel gegeben, dass sie ebenso einander die Füße waschen und so tun sollten, gleichwie Er es getan hatte, welches sie auch weiters die Gläubigen fortan zu halten gelehrt haben. Alles zu einem Zeichen der wahren Demut und Niedrigkeit, als auch, um bei diesem Fußwaschen besonders an das rechte Waschen zu denken, da wir durch Sein kost­bares Blut gewaschen und der Seele nach gereinigt sind.

 

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    Vom heiligen Ehestand

So bekennen und gestehen wir in der Gemeinde Gottes einen ehrlichen Ehestand von zwei freien gläubigen Personen zu, in Maßen und wie ihn Gott anfänglich im Paradiese gestiftet und mit Adam und Eva selbst eingesetzt hat (1.Mose 1,27 und 2,18-24). Und gleichwie der Herr Christus alle Missbräuche des Ehestandes, die mit der Zeit aufgekommen waren, abgewehrt, weggeräumt und alles wieder auf die erste Ordnung gewiesen, und es dabei belassen hat, hat in derselben Weise auch der Apostel Paulus den Ehestand in der Gemeinde gelehrt (1.Kor 7), zu­gelassen und es einem jeden freigestellt, dass er nach der ersten Ordnung im Herrn möge heiraten an alle und jede, die man dazu bewegen kann. Mit diesen Worten („im Herrn“) muss nach unserer Meinung verstanden werden, dass, gleichwie die Altväter innerhalb ihrer Sippschaft oder ihres Stammes hei­raten mussten (1.Mose 24,28), so auch gleichfalls im neuen Testament den Gläubigen keine Freiheit vergönnt und zugelassen ist, als nur allein unter dem auserkorenen Geschlecht und der geistlichen Ver­wandtschaft Christi zu heiraten. Also nur diejenigen (und keine anderen), die erst, und zwar zuvor, mit der Gemeinde in Herz und Seele vereinigt sind, eine Taufe empfangen haben, und in einer Gemeinschaft, Glauben, Lehre und Belehrung stehen, ehe dass sie durch den Ehestand sich mit einander vereinigen mögen. Solche werden dann in der eben beschrie­benen Weise nach der ersten Ordnung von Gott in Seiner Gemeinde zusammengefügt (1.Kor 7,39), und das heißt dann: Im Herrn trauen oder heiraten.

 

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    Von der Obrigkeit

So bekennen, glauben und gestehen wir auch, dass Gott die Macht und Obrigkeit eingesetzt hat (Röm 13,1-4) und zur Strafe über das Böse gestellt und um das Gute zu beschützen. Ferner, die Welt zu regieren, Land und Städte, mitsamt ihren Untertanen in guter Polizei und Ordnung zu erhalten (Tit 3,1), und dass wir daher dieselbe nicht verachten noch lästern sollen oder ihr widerstehen (1.Petr 2,17). Sondern wir müssen sie als eine Dienerin Gottes anerkennen, ehren, ihr untertänig und gehorsam, ja zu allen guten Werken bereit sein, besonders in denjenigen, wo Gottes Wort, Willen und Gebot nicht widersprochen wird. Wir müssen ihr auch getreu Zoll, Steuern und Abgaben bezahlen, und was ihr gehört, sind wir zu geben gehalten und schuldig, gleichwie (Mat 22,21 und 17,27) der Sohn Gottes gelehrt, auch selbst getan und den Seinigen geboten und befohlen hat, es so zu tun. Ferner, dass wir auch über das hinaus den Herrn für sie und ihr Wohlergehen und das Beste des Landes stets und ernstlich anrufen und bitten müssen, auf dass wir unter ihrem Schutz und Schirm wohnen mögen, uns ernähren, und ein stilles, ruhiges Leben führen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Und wei­ter, dass der Herr alle Wohltat, Freiheit und Vernunft, welche wir unter ihrer löblichen Regierung genießen, ihr hier zeitlich, und hernach dort in Ewigkeit wolle belohnen und vergelten.

 

  1. Artikel
    Von der Rache und Gegenwehr

Was die Rache angeht, dem Feinde mit dem Schwert zu widerstehen, davon glauben und bekennen wir, dass der Herr Christus Seinen Jüngern und Nachfolgern alle Rache und Widerrache untersagt und verboten hat. Stattdessen hat Er geboten und befohlen (Mat 5,39.44; Röm 12,14; 1.Petr 3,9), nie­mandem Böses mit Bösem, noch Scheltwort mit Scheltwort zu vergelten, sondern das Schwert in die Scheide zu stecken, oder wie die Propheten geweis­sagt haben (Jes 2,4; Micha 4,3) Pflugscharen daraus zu machen. Daraus verstehen wir, dass wir daher Seinem Beispiel, Seiner Lehre und Seinem Leben zufolge niemanden beleidigen, Verdruss oder Übel antun mögen, sondern uns vielmehr gebührt, aller Men­schen höchstes Wohlergehen und Seligkeit zu suchen. Und wenn es die Not erfordert, um des Herrn willen zu fliehen von der einen Stadt oder Land ins andere, ja auch den Raub unserer Güter zu erleiden (Mat 5,39), dennoch niemanden zu beleidigen, und da man geschlagen wird, lieber die andere Backe hinzuhalten, als sich selber zu rächen oder zurück zu schlagen. Und dass wir über das auch für unsere Feinde bitten müssen, auch wenn sie hungrig oder durstig sind, sie laben und speisen, und sie so mit Wohltun zu über­zeugen, um alle Unwissenheit zu überwinden. Zuletzt, dass wir Gutes tun müssen, und uns gegenüber allen Gewissen der Menschen wohl und gütig zeigen, und nach Christi Gesetz niemand etwas anderes tun mögen, als was wir wollen, dass uns geschehe (Mat 7,12).

 

  1. Artikel
    Vom Eid oder Eidschwören

Was das Eidschwören betrifft, davon glauben und bekennen wir, dass der Herr Christus den Seinen auch dasselbe untersagt und verboten hat (Mat 5,34-35), dass man auf keinerlei Weise schwören möge, son­dern dass Ja Ja, und Nein Nein sein müsse (Jak 5,12). Daraus verstehen wir, dass uns alle hohen und ge­ringen Eide verboten sind, und dass wir anstatt derselben alle unsere Verheißungen, Zusagen und Bündnisse, ja auch alle unsere Erklärungen oder Zeugnisse von diversen Sachen, allein mit unserem Wort Ja, in dem das Ja ist, und Nein in allem was Nein ist, bekräftigen müssen (2.Kor 1,17). Zumal wir dasselbe allezeit und in allerlei Sachen gegenüber jedermann so treu halten, tun und ihm nachkommen müssen, als ob wir solches mit einem hohen Eid befestigt hätten. Wenn wir das nun so tun, so geraten wir nicht dahin, dass jemand, ja die Obrigkeit selbst, einen Grund haben sollte, dass sie uns in Gemüt und Gewissen höher beschweren werden.

 

  1. Artikel
    Vom Bann oder Absonderung von der Gemeinde

Wir bekennen und glauben auch an den Bann und die christliche Absonderung, die nicht zum Verderben ist, sondern dass dadurch das Reine von dem Unreinen unterschieden werde. Wenn nämlich jemand, nachdem er erleuchtet wurde, die Erkenntnis der Wahrheit angenommen hat und in die Gemeinschaft der Heiligen einverleibt ist, und darnach wiederum, es sei mutwillig oder aus Vermessenheit gegen Gott, oder sonst eine Todsünde begeht (Jes 59,2; 1.Kor 5,5.12; 1.Tim 5,20) und in solche unfruchtbaren Werke der Finsternis verfällt, wodurch er von Gott geschieden, und ihm das Reich Gottes abgesagt wird, dass derselbe dann, nachdem das Werk offenbart und der Gemeinde genugsam bekannt ist, nicht in der Versammlung der Gerechten bleiben kann. Sondern dass er als ein Anstoß errregendes Glied und offenbarer Sünder soll und muss abgesondert, weggetan, von allen gestraft (1.Tim 5,20) und als ein Sauerteig ausgefegt werden, und das zu seiner Besserung, anderen zu einem Beispiel, zu Furcht und Schrecken und zur Reinhaltung der Gemeinde (1.Kor 5,6; 2.Kor 10,8; 2.Kor 13,10). Dass derselbe von solchen Schandflecken gesäubert werde und durch die Bestrafung desselben der Namen des Herrn nicht gelästert, die Gemeine nicht verunehret, noch denen, so draußen sind, ein Anstoß noch Ärgernis möge gegeben werden. Endlich, dass der Sünder nicht mit der Welt verdammt, sondern in seinem Gemüt überzeugt und wiederum zur Reue, Buße und Besserung bewegt werden möge.

Was die brüderliche Strafe oder Ansprache weiter angeht (Jak 5,19), als auch den Irrenden zu unterweisen, darin gebührt es sich, dass aller möglicher Fleiß angewandt, getan und Sorge getragen werde, dass man dieselbe wahrnehme und mit aller Sanftmut zum Besten vermahne zu ihrer Besserung (Tit 3,10). Die aber halsstarrige und unbekehrt bleiben, sind zu strafen wie es sich gebührt. In Summe, dass die Gemeinde von ihr wegtun müsse, der da böse ist (es ist in Lehr‘ oder Leben) und niemand anders.

 

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    Wie die Gebannten und Abgesonderten von der Gemeinde zu meiden sind

Was die Erhaltung oder Meidung der Abgesonderten betrifft, davon glauben und bekennen wir, dass, wenn jemand, es sei wegen seines bösen Lebens oder einer verkehrten Lehre, so weit verfallen ist, dass er von Gott abgeschieden, und folglich auch von der Gemeinde recht abgesondert und gestraft ist, dass derselbe dann auch, gemäß der Lehre Christi und Seiner Apostel, ohne Unterschied von allen Mitgenossen und Gliedern der Gemeine (besonders von denjenigen, denen er bekannt ist), es sei im Essen oder Trinken und in anderer dergleichen Gemeinschaft, gescheut und gemieden werden müsse (1.Kor 5,9-11; 2.Thess 3,14; Tit 3,10). Und dass man durch ihre Konversation nicht befleckt noch ihrer Sünden teilhaftig werde, sondern dass der Sünder beschämt in sich schlage, und in seinem Gewissen zu seiner Besserung möge überzeuget werden. Dass dennoch gleichwohl, sowohl in der Meidung als in der Strafe, solche Maße und christliche Bescheidenheit gebraucht werden müsse, dass dieselbe nicht zum Verderben, sondern dem Sünder zur Besserung gereichen und dienen möge. Denn wenn dieselben bedürftig, hungrig, durstig, nackt, krank oder in anderer Widerwärtigkeit stecken und leben, so sind wir schuldig (wie es die Not erfordert, und aus der Liebe und nach der Lehre Christi und Seiner Apostel folgt) ihnen dennoch Hilfe und Beistand zu beweisen. Ansonsten würde die Meidung in solchem Fall mehr zum Verderben als zur Besserung dienen, zudem soll man sie vermahnen als Brüder, auf dass man sie zur Erkenntnis, Reue und Leid, über ihre Sünden bringen möge (2.Thess 3,14), dass sie sich mit Gott und Seiner Gemeinde wiederum versöhnen, und folglich von der Gemeinde wieder empfangen und angenommen werden mögen, und dass die Liebe gegen sie möge den Vorrang haben, wie es sich gebührt.

 

  1. Artikel
    Von der Auferstehung der Toten

Betreffend die Auferstehung der Toten, bekennen wir mit dem Munde und glauben solches auch mit dem Herzen nach der Schrift (Dan 12,12; Hiob 19,26-27; Mat 25,31; Joh 5,18; 2.Kor 15; Offb 22,4; 1.Thess 4,13), dass durch die unbegreifliche Kraft Gottes am jüngsten Tage alle Menschen, die gestorben und entschlafen sind, alsdann wiederum auferweckt, lebendig gemacht werden und auferstehen sollen. Und dass dieselben mit denjenigen, die dann im Leben Übergeblieben sind, in einem Augenblick zur Zeit der letzten Posaunen sollen verwandelt werden, zusammen vor den Richterstuhl gestellt, die Guten und die Bösen von einander geschieden werden, und dass ein jeglicher dann an seinem eigenen Leib empfangen soll, je nach dem was er getan hat, es sei gut oder böse. Und dass die Guten und Frommen, als die Gesegneten, sodann mit Christus aufgenommen werden sollen und ins ewige Leben gehen (1.Kor 2,9), und die Freude empfangen, welche nie kein Auge gesehen noch Ohr gehört hat, noch in keines Menschen Herz gekommen ist, dass sie mit Christus regieren und von Ewigkeit zu Ewigkeit triumphieren sollen. Und dass hingegen die Bösen, als Verdammte, verwiesen und verstoßen werden sollen in die Finsternis, ja in die ewige höllische Pein, da ihr Wurm nicht sterben, noch ihr Feuer verlöschen wird, und da sie, laut der heiligen Schrift, keine Hoffnung, Trost und Erlösung in Ewigkeit mehr zu erwarten haben werden (Mk 9,44; Offb 14,11). Der Herr wolle uns durch Seine Gnade allzusammen würdig und tüchtig machen, dass solches keinem von uns widerfahre, sondern, dass wir uns selbst also in Acht nehmen und befleißigen mögen, damit wir in der Zeit vor Ihm unbefleckt und unsträflich in Frieden erfunden werden mögen.

Amen.

 

So sind nun diese, wie sie oben in der Kürze geschrieben sind, die hauptsächlichen Artikel unseres allgemeinen christlichen Glaubens, gleichwie wir dieselben in unserer Gemeinde, und unter den unsrigen stets lehren und beleben. Dieses ist unseres Erachtens der einzige wahre christliche Glaube, den die Apostel in ihrer Zeit geglaubt und gelehrt, ja denselben mit ihrem Leben bezeugt, mit ihrem Tod bekräftigt, und einige mit ihrem Blut versiegelt haben. Dabei wollten auch wir nebst ihnen und allen Frommen nach unserer Schwachheit gern bleiben, leben und sterben, damit wir mit denselben durch des Herrn Gnade nachmals die Seligkeit erwerben mögen.

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