Der Mensch wird in Christus eingepfropft

Einem solchem ängstlichem und bekümmerten Herzen, das um seine Sünde leid trägt und vor Trauern nicht weiß wo aus, also dass ihm auch die Welt zu enge sein möchte, und sein Herz allein zum HERRN erhebet, will sich GOTT zeigen und in seiner Trauern trösten; er zeiget ihm seinen Sohn, der da spricht: Kommet her zu mit alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken; nehmet auf euch mein Joch, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht., Jes. 58; Matth.11. Solches Zurufen aber tut er uns durch seine Diener, die er ihm von der Welt erwählt hat, dass sie seine Zeugen sein sollen, Joh.15; Apg.1. Die nun seiner Stimme hören und zu ihm kommen, die wird er nicht hinaustosen, Joh.6; 1.Tim.1.

So ist nun unser Lehre weiter, dass Christus in die Welt gekommen ist die Sünder selig zu machen, wie auch geschrieben steht: das ist der Wille des Vaters, dass wer den Sohn sieht und glaubet an ihn, nicht verloren werde, sondern das ewige Leben habe, 1.Tim.1; Joh.6, und das der Mensch durch den Glauben Christo eingesetzt und eingepfropft wird. Das geschieht aber also: Sobald der Mensch das Evangelium von Christus hört und diesem von Herzen glaubt, so wird er versiegelt mit dem Heiligen Geist, wie auch Paulus sagt, Eph.1: Nachdem ihr geglaubt habt, seid ihr versiegelt worden mit dem Geist der Verheißung, das ist mit Heiligem Geist, welcher ist das Pfand unseres Erbes zu unserer Erlösung, die wir sein Eigentum sind zu Lobe seiner Herrlichkeit. Dieser Geist Christi, der allen Gläubigen verheißen ist und gegeben wird, der macht sie frei von dem Gesetz oder der Gewalt der Sünde und setzt sie Christo ein, macht sie eins mit ihm, ja seinem Wesen und Natur, Joel 2; Apg.2; Röm; 1.Kor.2; 2.Petr.1; also dass sie mit ihm eine Pflanze und Gewächs wird, ER die Wurzel und der Stamm, wir aber die Zweige, wie ER selber spricht: Ich bin der rechte Weinstock, ihr aber seid die Reben. Also sind sie mit IHM eine Substanz, Materie, Wesen, ja ein Brot und Leib, ER das Haupt, wir aber die Glieder unter einander, 1.Kor.10 und 12; Röm.12; Joh.15.

Weil nun Christus die Wurzel und der Weinstock ist und wir durch den Glauben ihm eingepflanzt sind, so geschieht es, das wie der Saft aus der Wurzel steigt und die Zweige fruchtbar macht, der Geist Christi aus der Wurzel Christi in seine Zweige oder Reben steigt, sie alle fruchtbar zu machen, Röm.11. Deshalb, wie die Reben nach der Wurzel arten und nicht andere denn ihrer Frucht geben, wie Christus selbst in dem Gleichnis zeigt, als er spricht: Man sammelt nicht Feigen von den Disteln nach Trauben von den Dornen, Matth.7 und 12; Luk.6; so kann kein guter Baum bös, noch ein böser Baum gute Frucht tragen, sondern ein jeglicher Baum gibt seinem Wesen nach Frucht. Weil nun Christus ein guter Baum und Weinstock ist, kann und mag auch nichts denn Gutes in IHM wachsen, grünen und Frucht geben, Joh.15; Röm.11. also wird der Mensch mit GOTT eins und GOTT mit ihm, wie ein Vater mit seinem Sohn und wird also in die Gemeinde und Kirche Christi gesammelt und gebracht, dass er mit ihr in einem Geist GOTT diene und anhange, und des Testaments der Gnaden (durch Christum befestigt) Kind sei, Eph.2; Apg.3

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