Die Gemeinde des Herrn

  1. Der Grund, der gelegt ist

1.Kor 3:11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Wer von der Gemeinde spricht, muss vom Herrn Jesus Christus sprechen. Wer aber vom Herrn Jesus Christus spricht, muss auch von der Gemeinde sprechen, die Sein Bauwerk ist und auf Ihm als Grund- und Eckstein aufgebaut ist (Eph 2:20, 1.Petr 2:4-10).

Der Grund wird gelegt, indem der Herr Jesus verkündigt und im Glauben angenommen wird. Darum ist es wichtig, zu klären, wer dieser Jesus Christus ist. Wir bekennen mit Paulus, dass Er von den Propheten angekündigt wurde, der Sohn Davids nach dem Fleisch und der Sohn Gottes nach dem Geist ist, und von den Toten auferstanden ist. Er ist der Herr, der König, dem alle Völker im Glauben gehorsam werden sollen (Röm 1:2-5). Wir bekennen mit Johannes, dass Er das Wort Gottes ist, der Schöpfer, das Licht und das Leben der Menschen, der eins mit Gott ist und Ihm gleich, Mensch wurde und uns den unsichtbaren Gott sichtbar machte (Joh 1:1-4 u. 14-18). Er ist auch das Gegenbild und die Erfüllung des Passahlammes, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt (Joh 1:29). Wir bekennen mit Petrus, dass Er der Christus, d.h. Gottes gesalbter König, und Sohn Gottes ist (Mat 16:16) und dass allein bei Ihm Worte des ewigen Lebens sind (Joh 6:68). Wir bekennen mit dem Hebräerbrief, dass Er Gottes letztes Wort an die Menschheit ist (Heb 1:1), zur Rechten Gottes sitzt (Heb 1:3) als Hohepriester und die Seinen vertritt (Heb 2:17). Wir bekennen mit den Engeln Gottes, dass Jesus anzubeten ist (Heb 1:6) und wiederkommen wird (Apg 1:10-11).

Zusammengefasst: Wir haben keinen erdichteten und selbst erdachten Jesus, sondern sind eines Glaubens mit jenen, die von Anfang an Augen- und Ohrenzeugen des Herrn, sowie Diener Seines Wortes waren (Lk 1:1-4). Ihrem Zeugnis können und dürfen wir weder etwas hinzufügen noch etwas davon wegnehmen. Wer diesen Jesus der Heiligen Schrift nicht als Herrn und Christus bekennt (Apg 2:36) und sich nicht auf Seinen Namen taufen lässt (Apg 2:38), bei dem ist der Grund des Heils noch nicht gelegt.

 

  1. Der siehe zu, wie er darauf baue

1.Kor 3:9-10 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; Gottes Ackerfeld, Gottes Bau seid ihr. Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.

1.Kor 3:12-15 Wenn aber jemand auf [diesen] Grund baut Gold, Silber, köstliche Steine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klar machen, weil er in Feuer geoffenbart wird; und welcherlei das Werk eines jeden ist, wird das Feuer bewähren. Wenn das Werk jemandes bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; wenn das Werk jemandes verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer.

Die Gemeinde des Herrn wird als ein Bauwerk (ein Tempel) oder auch als ein Acker beschrieben, der bepflanzt (= Predigt des Evangeliums) und begossen (= Taufe im Wasser) wird, wobei von Gott das Wachstum kommt (= Frucht, Heiligung). Dieses Gold und Silber, diese Edelsteine, aber auch dieses Holz, Heu und Stroh stellt die Menschen dar, welche durch den Dienst der Apostel und der Predigt auf diesem Fundament und Eckstein Christus aufgebaut werden.

Es ist also wichtig, wer auf welche Weise in die Gemeinde aufgenommen wird. Der Weg in das Volk des Herrn kommt über das Hören der Predigt des Evangeliums (Röm 10:17), die Umkehr von den Sünden (Apg 26:20), das Bekenntnis zu Christus als Herrn (Röm 10:13), die Taufe zur Vergebung der Sünden (Apg 2:38) und die Neue Geburt durch den Heiligen Geist (Joh 1:12). Ein Christ ist ein Jünger (Schüler) des Herrn, der unterwiesen wird, allem zu gehorchen, was der Herr geboten hat (Mat 28:20).

Da die Warnung aus 1.Kor 3:12-15 deutlich macht, dass nicht jeder, der in der Gemeinde des Herrn körperlich dabei ist, auch wirklich geistlich dazu gehört, müssen wir uns selbst prüfen, ob wir wirklich im Glauben stehen (2.Kor 13:5), um nicht aus Gewohnheit aus einem lebendigen Glauben eine leblose Gewohnheit zu machen (Offb 2:1-3), oder durch den Betrug der Sünde verhärtet zu werden (Heb 3:12-14).

Wir bekennen auch, dass der Herr die Seinen kennt (2.Tim 2:19) und hinzufügt (Apg 2:47). Dass dennoch nicht nur goldene und silberne, sondern auch hölzerne Christen in der Gemeinde sind, liegt einerseits an vorschnellen Gemeindeaufnahmen (1.Tim 5:22), andererseits aber auch an der Langmut des Herrn, welcher schwankende Christen nicht sofort verstößt, sondern Raum zur Buße gibt und gerne vergibt und aufhilft (Offb 2:21). Das tut Er über das Mittel der geschwisterlichen Ermahnung (1.Thess 5:14). Um die Gemeinde zu reinigen von allem Bösen und dem gefallenen Bruder durch Zucht zur Umkehr zu bewegen, hat er als letzten Schritt der Zurechtweisung den Gemeindeausschluss angeordnet, der in der Vollmacht Christi ausgesprochen wird (Mat 18:15-20, 1.Kor 5:3-13). Wo Ermahnung, Erziehung in der Gerechtigkeit, Ermutigung und Zurechtweisung, sowie der Ausschluss aus der Gemeinschaft nicht praktiziert werden, kann die Gemeinde des Herrn nicht gereinigt und rein erhalten werden, wodurch sie unglaubwürdig, unfruchtbar und zuletzt vom Herrn selbst ausgespien wird (Offb 3:16).

Über allem soll das Band des Friedens in der Liebe Christi stehen, welches alles zusammenbindet und erhält (Eph 4:3). Ohne die Liebe, werden wir einander schwer ertragen können (Eph 4:2), zu hart oder zu nachsichtig im Umgang miteinander sein.

Das alles und mehr gehört zu einem weisen Bauen auf dem Grund Christi, weshalb Er uns auch Ordnungen hinterlassen hat, die für die Gemeinde des Herrn bindend sind und uns helfen, weise und gerecht in Liebe und Wahrheit zu handeln (1.Tim 3:15). Alles Nötige dazu ist in der Heiligen Schrift zu unserem Nutzen und Gottes Ehre enthalten (2.Tim 3:16).

 

  1. Grund und Säule der Wahrheit

1.Tim 3:14-15 Dieses schreibe ich dir in der Hoffnung, bald zu dir zu kommen; wenn ich aber zögere, auf daß du wissest, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, welches die Versammlung des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit.

Wir bekennen, dass unser Herr Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Joh 14:6), sowie dass das Wort Gottes die Wahrheit ist (Joh 17:17), welches von Christus Zeugnis gibt, damit durch die Heiligen Schriften an Ihn glauben (Joh 5:39-40). Alles Nötige zur Gerechtigkeit und Gottseligkeit ist in den Schriften enthalten (2.Tim 3:16); das Wort Gottes ist durch und durch rein und geläutert, d.h. in allem zuverlässig und vertrauenswürdig (Spr 30:5-6, Ps 12:6).

Die Gemeinde des Herrn ist nur dann eine Säule der Wahrheit, wenn sie auf diesem Wort gegründet ist und daran festhält (Eph 2:20). Darum ist es uns nicht erlaubt, über die Schrift hinauszugehen, was stolz macht (1.Kor 4:6), noch das Wort Gottes durch eigene Ideen aufzuheben, was unsere Anbetung wertlos macht (Mk 7:7). Dabei ist zu unterscheiden, was zu den Alten gesagt wurde, und um wieviel höher es Christus auslegt (Mat 5). Auch, was Schatten, Vorbild und vorläufig war, in Christus aber erfüllt worden ist (Kol 2:16-17). Da kein Buchstabe vom Wort Gottes aufgelöst wird, ist bei der Auslegung der Schrift auch jeder Buchstabe von Bedeutung, mit dem Ziel, es zu praktizieren (Mat 5:18-19). Darum ist es wichtig, genaue Übersetzungen zu gebrauchen, die auf dem von Beginn an überlieferten Text der Bibel und nicht auf späteren textkritischen Hypothesen beruhen. Ebenso ist der Kanon, d.h. die Zahl der Bücher der Bibel, von Beginn an überliefert und kann von uns nicht verändert werden.

Für diese Wahrheit geben wir Zeugnis, wie Christus vor Pilatus, auch um den Preis unseres eigenen Lebens (Joh 18:37, 1.Tim 6:13).

 

  1. Das Geheimnis der Gottseligkeit

1Ti 3:16 Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist geoffenbart worden im Fleische, gerechtfertigt im Geiste, gesehen von den Engeln, gepredigt unter den Nationen, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit.

Ohne den Herrn Jesus bleibt das Wort Gottes ein toter Buchstabe, der nicht lebendig machen sondern nur verurteilen und töten (verdammen) kann (2.Kor 3:6). In Christus erst wird die Decke, die über dem Gesetz lag, weggetan (2.Kor 3:14). Diese Verdunkelung spiegelt auch die Finsternis unserer Herzen wieder (2.Kor 3:15). Durch das Kommen des Christus kommt auch das Licht (Joh 1:4), sodass wir erleuchtet werden (Joh 1:9) und die Herrlichkeit Gottes erkennen können (2.Kor 3:18). Dieses Licht widerspiegelnd ist die Gemeinde ein Zeugnis der Weisheit Gottes vor der himmlischen Welt (Eph 3:9-10). Um der Herrlichkeit und Ehre Gottes und Christi willen, entblößen die Männer ihr Haupt (1.Kor 11:4)

Das Geheimnis der Gottseligkeit ist daher Christus. Er allein macht uns selig in Gott. Er ist Gott, geoffenbart im Fleisch, das Wort Gottes, das zum Greifen nahe kam (1.Joh 1:1-2) und unter uns lebte (Joh 1:14). Die Rechtfertigung im Geist meint Seine Auferstehung aus den Toten (Röm 1:4), womit auch für uns gesagt wird, dass die Rechtfertigung durch Gott das Verdammungsurteil der Menschen übertrifft (Röm 8:33-34). Zur Rechten Gottes erhöht (Heb 1:3), ist Er nun inmitten der Myriaden von Engeln (Heb 12:22-24), doch mehr als das: Er ist erhabener als die Engel (Heb 1:4); Er wird angebetet von allen Engeln (Heb 1:6). Als Gegenbild dazu, wie selbst die Engel sich verhüllen (Jes 6:2), verhüllen die Frauen um der Engel willen ihr Haupt (1.Kor 11:10).

Dieser Jesus, und kein anderer, wird den Nationen gepredigt. Diesen Jesus bekennen wir als unseren Herrn, König, Erlöser, Gebieter, Hirte, Bräutigam, Freund, Meister, Richter, Gott und was die Schrift sonst alles über Ihn offenbart hat. In Ihm allein sehen wir das Heil Gottes (Luk 3:6). Alles, was die Gemeinde tut im Wort oder im Werk, tut sie im Namen dieses Herrn (Kol 3:17).

 

  1. Die Anbetung in Geist und Wahrheit

Joh 4:20-24 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget, daß in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berge, noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an und wisset nicht, was; wir beten an und wissen, was, denn das Heil ist aus den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.

Kein Tempel aus Stein kann Gott fassen (1.Kön 8:27). Der Herr baut aber einen Tempel aus lebendigen Steinen (1.Petr 2:4-5), wobei es genügt, dass zwei oder drei zusammenkommen, damit der Herr selbst in ihrer Mitte ist (Mat 18:20). Die Anbetung ist daher nicht mehr an einen äußeren Ort gebunden, die Blickrichtung unseres Gebets ist vielmehr zum Himmel hin (Mk 6:41, 7:12, Joh 11:41), von wo wir den Herrn Jesus erwarten (Phil 3:20).

Wir sind ein geistliches Priestertum, das geistliche Schlachtopfer bringt (1.Petr 2:5). Das beinhaltet das Lobopfer, als Frucht der Lippen (Heb 13:15), aber auch das Teilen unserer unserer Güter nach Bedarf (Heb 13:16), sowie Werke der Barmherzigkeit (Jak 1:27). So wahr es ist, dass unser ganzes Leben ein Gottesdienst sein soll (Röm 12:1), so wahr ist es auch, dass wir als Gemeinde regelmäßig und möglichst oft zur Anbetung zusammenkommen (Heb 10:25), auch um uns gegenseitig zu ermuntern, zu ermahnen, zur Liebe anzureizen und zu guten Werken (Heb 10:24).

Damit unsere Anbetung angenommen wird, muss sie in Geist und Wahrheit erfolgen (Joh 4:24), d.h. durch den Geist geleitet sein (1.Kor 1:26-33); zugleich müssen wir in der Wahrheit stehen (1.Kor 5:8), im Licht wandeln (1.Joh 1:7) und rein sein (Heb 10:22), bzw. uns immer wieder reinigen lassen (Joh 13:8). Das Mahl des Herrn ist deshalb auch eine Zeit der Selbstprüfung und des Neuen Annehmens des Opfertodes Christi (1.Kor 11:28-31). Wir müssen dementsprechend auch abgesondert sein vom Bösen und der Welt (2.Kor 6:14-18).

Anbetung in Geist und Wahrheit bedeutet nicht, dass äußere oder leibliche Dinge belanglos wären. Zur christlichen Versammlung gehören die herzliche Begrüßung (Bruderkuss – 1.Petr 5:14), das Waschen der Füße zum Gedächtnis an den Herrn (Joh 13), das gemeinsame Essen (Liebesmahl – Apg 2:46), das Brotbrechen (Apg 20:7), gewisse Haltungen beim Gebet (stehen [Mk 11:25], knien [Apg 20:], erhobene Hände [1.Tim 2:8]), sowie eine Kleidung, die dem Wort gemäß ist (1.Ti 2:9-10, 1.Kor 11:2-16). Indem wir unseren Körper in dieser Form mit heiligen und in die Anbetung einbeziehen, bekennen wir zeichenhaft die Leiblichkeit des Herrn Jesus, der ebenfalls diese Ding uns zum Vorbild und zur Nachahmung tat (1.Kor 11:1).

 

  1. Gehorsam des Glaubens

Mat 28:20 und lehret sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

Zum Missionsauftrag gehört auch die Unterweisung der Jünger im Gehorsam (Röm 1:5). Dabei steht uns vor Augen, dass Jesus der Herr und der Messias (= König) ist (Apg 2:36), dem sich jedes Knie beugt (Phil 2:9-11), dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist (Mat 28:18), der unser Gebieter ist, der uns erkauft hat (2.Petr 2:1), sodass wir nicht mehr uns selbst gehören (1.Kor 6:19-20).

Unsere Haltung Christus gegenüber ist deshalb die von dankbaren, erretteten Dienern und Haussklaven (Röm 6:17-18), während der Vater uns als Hausgenossen (Eph 2:19), Kinder (1.Joh 3:1) und Miterben mit Christus aufnimmt, so wir mit Ihm zu leiden bereit sind (Röm 8:17), uns vom Bösen getrennt und abgesondert haben (2.Kor 6:17-18). Weil wir diese Hoffnung haben, reinigen wir uns (1.Joh 3:3) und werden gehorsam (1.Joh 3:4) – von Herzen gehorsam (Röm 6:17).

Unsere Haltung zum Tun des Willens Gottes ist deshalb keine der sklavischen Angst (Röm 8:15), sondern die von Söhnen (Röm 8:16), die aber unter Zucht des Vaters stehen (Heb 12:10-11) und wie Jesus gehorsam lernen müssen (Heb 5:8), damit wir letztlich vollkommen (erwachsen) werden, wie der Vater im Himmel (Mat 5:48), indem wir zur vollen Mannesreife in Christus gelangen (Eph 4:13). Es soll auch kein israelitisches Murren und kein Zweifel unter uns sein (Phil 2:14), eine Haltung vor der Gott ekelt (Ps 95:10), sondern eine Gesinnung des Glaubens (Röm 1:5), sowie einer ernsthaften und gewissenhaften Furcht Gottes (Phil 2:12, Heb 12:28). Triebfeder des Gehorsams soll aber in allem die Liebe zu Christus sein (Joh 14:21), in der Erkenntnis wie sehr wir vom Vater durch Ihn geliebt worden sind (1.Joh 3:1). Um die Balance zu wahren, zwischen der Ehrfurcht und der Scheu vor unserem Gott und König, sowie einer herzlichen Liebesbeziehung mit Christus, muss das Wort des Herrn reichlich unter uns wohnen, gelehrt und von allen Seiten betrachtet werden (Kol 3:16), der ganze Ratschluss Gottes gelehrt (Apg 20:27) und immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden (2.Petr 1:13), indem wir uns immer wieder den Herrn Jesus vor Augen halten (Heb 12:2), aber auch die ganze Wolke der Zeugen (Heb 12:1).

Die Kraft des Gehorsams ist der Heilige Geist, der uns zu Kindern Gottes geboren hat (Röm 8:16), durch den wir Teilhaber der göttlichen Natur wurden (2.Petr 1:3-11) und mit dem wir die Begierden des Fleisches töten (Röm 8:12-13), damit so die Rechtsforderung des Gesetzes in uns erfüllt wird durch diesen Wandel gemäß dem Geist (Röm 8:4) und wir die Frucht des Geistes hervorbringen (Gal 5:22). Zwischen dem Wollen und Vollbringen, welches Gott auf diese Weise in uns bewirkt (Phil 2:13), liegt jedoch unsere Verantwortung, diesem Anregen folgend zu tun, was Er uns aufs Herz legt (Phil 2:14), auf dass Er das gute Werk auch vollenden kann (Phil 1:6). Auch hier ist es wichtig, die Balance zwischen Gottes Wirken und unserem Tun zu wahren, indem wir die ganze Lehre der Apostel festhalten (Apg 2:42).

 

  1. Die Absonderung von der Welt

Apg 2:40 Und mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie, indem er sagte: Laßt euch retten von diesem verkehrten Geschlecht!

Wenn Petrus viele Worte zur Absonderung von der Welt machte, so müssen das auch wir tun. Tatsächlich kommt das Thema bei jedem neutestamentlichen Schreiber zur Sprache, und das alte Gottesvolk wurde im Gesetz beständig ermahnt, sich nicht mit den Nationen zu vermischen (Gen 24:3-4) und auch nicht so zu leben wie sie (Lev 20:23). Der Grund dafür, der auch uns genügen muss, lautet: „Ich bin Jahwe.“ Wie Er heilig ist, so sollen auch wir heilig sein (Lev 11:45).

Wir sind berufen, in dieser Welt als Fremde und Pilger zu leben (1.Petr 2:11), als ein Zeugnis für den Tag des Gerichts (1.Petr 2:12), um Anlass zu Frage nach dem Grund unserer Hoffnung zu geben (1.Petr 3:15). Wir machen daher nicht mehr bei den Vergnügungen und Ausschweifungen der Welt mit (1.Petr 4:3-4), denn wir haben unsere Freude am Herrn (Phil 4:4). Diese Freude lässt uns nicht verbissen sein, sondern mach uns sanftmütig und linde, da wir wissen, dass der Herr nahe ist (Phil 4:5). Weil das so ist, lieben wir diese Welt nicht mehr und was in ihr ist (1.Joh 2:15.17), im Wissen, dass diese Welt unter der Macht Satans steht und deren Ablenkungen, Ziele, Zerstreuungen, Werte und Götzen uns zum Fallstrick werden (1.Joh 5:19+21). Wir aber haben den wahrhaftigen Gott, Jesus, kennengelernt (1.Jh 5:20).

Ohne diese Absonderung ist es nicht möglich, ein Kind Gottes zu werden (2.Kor 6:17-18), weshalb Petrus noch vor der Taufe viel davon redete. Die nun sein Wort inklusive der Belehrung über die Absonderung annahmen, ließen sich taufen (Apg 2:41), sodass die Taufe den Zeitpunkt markiert, an dem wir der Welt gegenüber gekreuzigt werden (Gal 6:14). So radikal ist das Kreuz und die neue Geburt, dass wir uns nicht nur der Sünde (Röm 6:11), sondern auch der Welt zur tot halten sollen, um dem Königreich Gottes in unserem Leben in allem den Vorrang zu geben (Mat 6:33). Dann erst wird wahr, dass Christus unser Leben ist (Phil 1:21). Wo wir uns nicht radikal, d.h. in unseren Wünschen, Zielen, Sehnsüchten, Prioritäten, Denken und Empfinden von dieser Welt trennen, werden wir immer nach zwei Seiten hinken (1.Kön 18:21) und in unserer Nachfolge behindert, weil das Unkraut die gute Saat überwuchert und zu ersticken droht (Mat 13:22).

Die Absonderung von der Welt ist die Konsequenz des Kreuzes, welches zugleich das Gericht über die Welt darstellt (Gal 6:14), an dem hat Christus auch über alle Mächte und Gewalten triumphiert (Kol 2:15). Durch die Erhöhung zur Rechten Gottes ist Christus als König eingesetzt (Ps 110), dessen Reich nicht von dieser Welt ist (Joh 18:36), weshalb auch wir nicht von dieser Welt sein können (Joh 17:16). Wir sind lediglich Gesandte des Königs in dieser Welt (Joh 17:18), Botschafter, Vorboten der kommenden Welt (Röm 8:21), die die Erstlingsgabe des Geistes haben (Röm 8:23). Weil es unsere Berufung ist, mit Christus zu herrschen (2.Tim 2:12), ist es folgerichtig, dass wir nicht in einer Welt an Regierungen beteiligt sein können, in der Satan, der „Gott dieser Welt“ ist (2.Kor 4:4). Wir stehen vielmehr in einem geistliche Kampf mit Satan als Weltbeherrscher der Finsternis (Eph 6:11-12). Weil wir nun Soldaten Christi sind, verwickeln wir uns nicht in die Geschäfte dieser Welt (2.Tim 2:3-4); und wir können nicht gleichzeitig in weltlichen Armeen mit fleischlichen Waffen kämpfen, denn wir bringen die Feindesliebe Gottes in die Welt (Mat 5:44), die Er in Christus uns gegenüber erwiesen hat (Röm 5:10).

Es ist also wichtig zu lernen, was das Gute, das Wohlgefällige und Vollkommene ist, um nicht dieser Welt gleich zu sein (Röm 12:1-2), die aufgrund ihrer Werke gerichtet werden muss (1.Joh 2:17), und um nicht mit ihr gerichtet zu werden (1.Kor 11:31-32).

Die Absonderung von der Welt schärft uns ein, hier keine bleibende Stadt zu suchen (Heb 11:9-10), sondern auf die Ankunft des Herrn zu warten, wo die Heiligen aller Zeiten gemeinsam verherrlicht werden (Heb 11:39-40) und das Erbe empfangen, das Gott für uns bereitet hat (1.Petr 1:4). Wer diese Hoffnung teilt, der reinigt sich, wie Er rein ist (1.Joh 3:3) und wird je ehr, je besser aus Babylon ausziehen, um nicht ihrer Sünden und ihres Gerichts teilhaftig zu werden (Offb 18:4). Der Herr Jesus erinnert uns an Lots Frau, die beim Auszug aus Sodom zurückblickte (Luk 17:32), und Er ermahnt uns, nicht mehr zurückzublicken, nachdem wir die Hand an den Pflug gelegt haben (Luk 9:62).

Zuletzt wird uns noch Demas als Warnung genannt, der Paulus verlassen und die Welt liebgewonnen hat (2.Tim 4:10). All das führt uns mit großem Ernst vor Augen, dass selbst die Gerechten nur mit Müh errettet werden (1.Petr 4:18), was sich aber auch auf die Verfolgung bezieht (1.Petr 4:19), die eine direkte Folge unserer Absonderung aufgrund unseres Bekenntnisses zu Jesus als König (Christus) ist. Darum hasst uns Satan, weil Er besiegt ist, und die Welt hasst uns so, wie sie den Herrn gehasst hat. Da Satan, den Sohn, nachdem Er zum Himmel auffuhr, nicht mehr besiegen kann, bekriegt er jetzt die seinen (Offb 12:17). Wir müssen also durch Trübsale, Bedrängnisse, Verfolgungen und Leiden in das Reich Gottes eingehen (Apg 14:22).

 

Viel mehr ließe sich über die Gemeinde des Herrn sagen, und viel zu wenig von dem oben dargelegten wird überhaupt noch gesagt, gelehrt, eingeschärft, eingefordert und umgesetzt. Der Herr gebe uns Gnade, zu den Treuen gezählt zu werden. Ihm allein sei Macht, Ehre und Majestät in Ewigkeit; durch Christus Seinen Sohn. Amen.

Advertisements