Die Gemeinschaft der zeitlichen Güter

Die Gläubigen halten nicht nur in geistlichen Dingen Gemeinschaft, „denn wenn die Heiden an ihren (der Judenchristen) geistlichen Gütern Anteil erhalten haben, so sind sie auch verpflichtet, jenen in den leiblichen zu dienen.“ (Röm 16,27). Darum achtete die erste Gemeinde auch sorgfältig auf die leiblichen Bedürfnisse untereinander.

„Und die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seinen Gütern sein eigen sei, sondern alle Dinge waren ihnen gemeinsam.“ (Apg 4,32)

„Nicht, damit andere Erleichterung haben, ihr aber Bedrängnis, sondern des Ausgleichs wegen: In der jetzigen Zeit soll euer Überfluss ihrem Mangel ab­helfen, damit auch ihr Überfluss eurem Mangel abhilft, so dass ein Ausgleich stattfindet, wie geschrie­ben steht: Wer viel sammelte, hatte keinen Überfluss, und wer wenig sammelte, hatte keinen Mangel.“ (2.Kor 8,13-15)

„Wer aber die Güter dieser Welt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und sein Herz vor ihm verschließt – wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?“ (1.Joh 3,17)

Das Thema nimmt einen sehr breiten Raum im NT ein, aber nur einen relativ geringen in vielen Gemein­den. Doch die Bruderliebe besteht nicht in Worten, sondern in der Tat. Darum sollt ihr aufmerksam sein auf die Bedürfnisse der Glaubensgeschwister, damit das Teilen der Güter wie in der Apostelgeschichte wieder selbstverständlich wird.

Die Täufer haben das immer sehr ernst genommen, zum Teil Gütergemeinschaften errichtet, in denen die ganze Gemeinschaft ein gemeinsames Leben führte (wie die Hutterer); andere haben andere Wege gefunden, in den materiellen Dingen verbindlich zu werden. Lasst euch das zu einem Gebetsanliegen werden, wie der Herr euch in dieser Sache führen und segnen will, denn auch das ist ein Schritt heraus aus der Welt des Konsums und des eigennützigen Ver­brauchs der Güter, die Gott uns zum gemeinsamen Nutzen schenkt.

(Text aus dem Gebetbuch „WEGBEGLEITER“)

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