Die Taufe im dritten Jahrhundert

Unter den Zeugen von der wahren Taufe haben wir Tertullian an die Spitze gestellt, aus der Ursache, weil er sehr früh in diesem dritten Jahrhundert geblüht und die Grundsätze seiner Lehre ausgebreitet hat.

Er bestraft diejenigen, welche mit der Jugend allzu früh zur Taufe kamen, und rechtfertigt seine Bestrafung mit nachfolgenden Gründen.

Leonilla, eine Großmutter von etlichen Christen, ließ die drei Söhne ihres Sohnes, Sosypus, Cleosypus und Melosypus, nach vorhergegangener Unterweisung taufen.

Unterdessen offenbart sich Origenes, mit dem Zunamen Adamantius, welcher nicht allein von der Taufe, sondern auch von verschiedenen andern Sätzen der Religion sehr schöne und heilsame Erklärungen gibt.

Drei sehr gelehrte Männer, Virianus, Marcellinus und Justinus, besprechen sich und lassen sich auf den Glauben taufen; so tat auch Pancratius, des gläubigen Glionius Sohn; ebenso Bazilla, eine ehrbare Jungfrau, welche von Protus und Hiacynthus unterwiesen und getauft wurde.

So ließ sich auch Pontus, eines Christen Sohn, genannt Marcus, taufen, nachdem er von Pontianus im Glauben unterwiesen wurde.

Nemesius katechisierte und taufte diejenigen, welche zum Glauben kamen.

Cyrillus Hierosolymitanus ermahnte diejenigen, welche zu seiner Taufe kamen, dass sie um ihrer Sünde willen vierzig Tage fasten sollten. [Anmerkung: Von einem 40-tägigen Fasten vor der Taufe weiß die Schrift nichts. Es handelt sich vielmehr um menschliche Gerechtigkeit.]

Zuletzt wird dieses mit einigen beschlossen, welche von der Taufe und dem Abendmahl eine andere Meinung hegten, als die allgemeine (nämlich die römische) Kirche, von welcher sie sich abgesondert hatten. Hiermit wird die Beschreibung von der Taufe dieses Jahrhunderts geendigt.

In den ersten zweihundert Jahren findet man, wie bezeugt wird, bei keinen glaubwürdigen Schreibern, dass jemand von dem Grund der wahren Taufordnung Christi, das heißt von der Taufe auf den Glauben, abgewichen sein sollte, viel weniger, dass die wahre Taufe in eine eitle oder Kindertaufe verändert worden wäre. Aber in diesem dritten Jahrhundert sind Menschen zum Vorschein gekommen, welche nicht allein dieselbe angefangen, sondern auch bewerkstelligt und gehandhabt haben; sie ist aber nicht aller Orten, sondern nur in wenigen Plätzen aufgenommen worden.

Es wird hier der rechte Ort sein, zwei Dinge zu beschreiben, erstlich, durch welche Personen, wie und auf welche Weise die wahre Taufe damals bei der wahren Kirche Gottes bedient worden ist, und zweitens, durch welche Personen, wie und auf welche Weise die Kindertaufe zu der Zeit aufgekommen und von etlichen unterhalten worden sei.

Es ist hier nicht unsere Absicht, die Irrtümer zu widerlegen, sondern allein zu melden, wie die wahre Taufe nach der Einsetzung Christi und dem Exempel der heiligen Apostel von Jahrhundert zu Jahrhundert unterhalten, gelehrt oder gepredigt wurde, und wie die Kirche Gottes in demselben Glauben wie eine Rose mitten unter Dornen geblüht hat; darum wollen wir hier die Frage auslassen, weil selbige eigentlich nicht hierher gehört.

Wir wollen an einem andern Ort Nachricht davon geben, hier aber in unserer Beschreibung fortfahren.

Ungefähr im Jahre 204. Dieses ist die Zeit, in welcher, dem Bericht nach, der berühmte Mann Tertullian geblüht hat. Dieser, als er sah, dass mit der Taufe bei den Katechumenen, das ist Lehrlingen, zu sehr geeilt wurde, indem etliche dieselben, als sie noch Kinder waren, zu taufen anfingen, hat, um demselben zuvorzukommen, geschrieben:

In dem Buch von der Taufe in dem 18. Kapitel: Der Verzug der Taufe nach der Gelegenheit von eines jeden Zustand, Gestalt und Jahren, ist nützlicher als das Eilen. Item: Der Herr sagt wohl: Wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen; deshalb lasse man sie kommen, wenn sie in Jahren zunehmen; lasst sie kommen, wenn sie lernen und unterrichtet werden; wenn sie kommen, dass sie Christen werden, so sie Christus kennen können. Warum eilt man mit der unschuldigen Jugend zur Vergebung der Sünden? Soll man in dem Zeitlichen vorsichtiger handeln, als dass man denjenigen, welchen man die irdischen Güter nicht anvertraut, die göttlichen anvertrauen sollte, auf dass sie die Seligkeit zu begehren wissen, damit erscheine, dass man sie denjenigen gegeben habe, die sie begehrten. Item H. Mont., Nichtigkeit der Kindertaufe, Pag. 17.

In welchen Worten von dem allzu frühen Taufen auf verschiedene Weise abgeraten wird. Der erste Grund ist daher genommen, weil es unnütz ist, mit derselben zu eilen, begriffen in folgenden Worten: Der Aufschub der Taufe nach Gelegenheit von eines jeden Umständen, Gestalt und Jahren ist nützlicher als das Eilen. Der zweite Grund ist von dem Verständnis der Worte Christi hergenommen: Wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen; worauf er spricht: Lasst sie dann kommen, wenn sie an Jahren zunehmen. Den dritten Grund nimmt er von der Unschuld oder Geringheit derselben Kinder her und sagt: Warum eilt ihr mit der unschuldigen Jugend? Den vierten Grund von der Unvorsichtigkeit, welche dabei erwiesen wird und sagt: Man soll in dem Zeitlichen vorsichtiger handeln, als dass man denjenigen, welchen man die irdischen Güter nicht anvertraut, die göttlichen anvertrauen sollte. Endlich den fünften Grund von der Geneigtheit oder Begierde, welche ein Täufling zu der Seligkeit haben soll, wenn er sagt: Auf dass sie wissen, die Seligkeit zu begehren, damit erhelle, dass man sie denjenigen gegeben habe, die sie begehrten.

Daher aller Orten in den Reden des Tertullian hervorleuchtet, welche große Abneigung er daran gehabt hat, dass man mit der Taufe der unverständigen und ungeübten Jugend so schnell eilt; im Gegenteil, wie angenehm es ihm gewesen sein würde, wenn dieselbe erst aufgewachsen, unterwiesen und gelehrt wären und auf ihr eigenes Begehren, um selig zu werden, hätten getauft werden mögen.

Welche Weise zu taufen er an einem andern Ort ausdrückt und erklärt, wie dieselbe Taufe bei ihm und den Seinen noch Platz hatte. Wenn wir zum Wasser gehen, spricht er, dass wir von der Taufe zuerst anfangen, so bezeugen wir daselbst, gleichwie auch zuvor in der Gemeinde unter der Hand des Aufsehers, dass wir dem Teufel mit all seinem Anhang und seinen Engeln absagen; danach werden wir dreimal eingetaucht, was mehr sagt, als was der Herr in dem Evangelium eingeschlossen hat. In dem Buch von der Krone der Kriegsleute, Kap. 3 und 4. Ferner H. Mont., Nichtigkeit, Pag. 16.

Hiervon gibt er eine noch deutlichere Erklärung in dem Buch von den Schauspielen, Kap. 4: Wenn wir in das Wasser hineingegangen sind und den christlichen Glauben auf die Worte seines Gesetzes bekennen, so bezeugen wir mit unserem Mund, dass wir dem Teufel, seiner Pracht und seinen Engeln entsagt haben. Und damit solches in Wahrheit belebt und erhalten werden möchte, so gibt er diese Lehre an die Täuflinge in dem Buch von der Taufe, Kap. 20:

Diejenigen, welche zur Taufe gehen sollen, müssen mit vielen Gebeten, Fasten, Kniebeugen und Wachen bitten und alle ihre vorher begangenen Sünden bekennen, [Anmerkung: Gemäß Apg 2,38 ist als Voraussetzung für die Taufe ein bußfertiges Herz vonnöten. Ein Auflegen von Fasten und anderen Werken kann aus der Schrift nicht abgeleitet werden.] damit sie auch die Taufe des Johannes erklären mögen. Sie wurden getauft, sagt er, Mt 3 und bekannten ihre Sünden.

Hernach meldet er, was die Taufe sei und was dieselbe vorstelle, woraus wir klar sehen können, dass die Kindertaufe zum wenigsten in seinem Verstand keinen Raum hatte. Das Wasserbad, sagt er, ist eine Versiegelung des Glaubens, welcher Glaube mit der Bußfertigkeit des Gläubigen anfängt und daraus erkannt wird. Wir werden nicht zu dem Ende abgewaschen, auf dass wir aufhören sollten zu sündigen, sondern weil wir aufgehört haben, und weil wir von Herzen gewaschen sind. Denn dieses ist die erste Eintauchung desjenigen, der es hört. Libro de Poenitentia, Cap. 6. Item J. du Bois, Sicherheit des , gedruckt im Jahre 164, Pag. 47.

Willst du noch mehr haben von der Meinung des Tertullian, den Artikel der Taufe betreffend, nach der Einsetzung Christi, so lese Lib. de Praescript. adversus Haereticos, Cap. 30, angeführt von H. Montanus in der Nichtigkeit, der zweite Druck, Pag. 2, von Jac. du Bois (obwohl er dieselben Sprüche unrecht erklärt) contra Montanum, Pag. 44, wo Tertullian schreibt:

Wohlan denn, die ihr eure Neugierigkeit besser ausüben wollt in dem Stück von eurer Seligkeit, überlauft einmal die apostolische Kirche, in welcher die Stühle der Apostel noch gegenwärtig an ihren Plätzen von den Vorstehern besetzt sind, bei welchen die eigenhändigen Briefe derselben noch gelesen werden, wodurch ihre Stimmen ertönen und ihre Gestalt ausgedrückt wird. Wenn dir Achaja zur Hand ist, da hast du Korinth! Bist du nicht ferne von Makedonien, da hast du Philippi, da hast du Thessalonica! Kannst du nach Asien kommen, da hast du Ephesus! Bist du aber nahe bei Italien, da hast du Rom. Lass uns sehen, was sie (nämlich die Gemeinde daselbst) gesagt hat, was sie gelehrt hat und worin sie auch mit der afrikanischen Kirche übereinstimmt. Sie erkennt einen Gott, Schöpfer aller Dinge, und Jesus Christus, den Sohn Gottes, des Schöpfers, von der Jungfrau Maria, und die Auferstehung des Fleisches; sie verknüpft das Gesetz und die Propheten mit den evangelischen und apostolischen Schriften und daraus trinkt sie den Glauben, sie versiegelt denselben mit dem Wasser, bekleidet ihn mit dem Heiligen Geist, speist ihn durch die Marter und nimmt niemand auf gegen diese Einsetzung. So weit Tertullian.

Worauf wir dieses melden: Es ist zwar wahr, dass er daselbst gegen die Irrtümer des Valentinus, Marcion und dergleichen handelt; nachdem er aber bei dieser Gelegenheit sagt, dass alle diese Kirchen, und besonders die Kirche zu Rom, in welcher Zeit die apostolische Lehre noch erschallte, denselben Glauben, welchen er den gemeldeten Irrtümern entgegensetzt, mit dem Wasser versiegelt haben, und dass sie gegen diese Einsetzung niemand aufgenommen haben, so kann ein jeder es gleich mit Händen greifen, dass alle diese gemeldeten Kirchen bis zu derselben Zeit die Taufe an bejahrten Personen vollzogen haben, welche den Glauben aus den evangelischen und apostolischen Schriften trinken konnten, und das nicht allein, sondern die ihn auch durch die Eucharistie speisen konnten und durch die Marter stärken, welches Dinge sind, die die Kinder nicht ausüben können.

Tertullians Meinung über verschiedene andere Stücke, nach P. J. Twiscks Beschreibung. Tertullian, sagt er, ermahnt die christlichen Frauen, in einem Buch an seine Hausfrau geschrieben, sie sollten sich nicht mit den Heiden in die Ehe einlassen, und sagt, dass es unmöglich sei, lange in Frieden und Freundschaft zu leben. Was wird, sagt er, der heidnische Mann denken, wenn er sehen und hören wird, dass seine Hausfrau den ersten Christen, welcher ihr begegnet, an die Wangen küsst.

Item: In einem Büchlein von der Leidsamkeit meldet er, nämlich Tertullian, von den Abgefallenen und der Entziehung von denselben, dass die Leidsamkeit alle Gattungen der heilsamen Lehre regiere und sagt: Es ist kein Wunder, dass sie auch dem zur Reue dient, der da gewohnt ist, mit einer verständigen Heirat den Abgefallenen zu Hilfe zu kommen oder durch solche Sache, durch welche es erlaubt ist, es sei einem Mann oder Weib, zur Beharrung in dem Witwenstand gebracht zu werden; diese erwartet die Buße, diese hofft sie, zu derselben ermahnt sie diejenigen, welche dermaleinst zur Seligkeit eingehen sollen. Wie viel Gutes tut sie an beiden; den einen bewahrt sie vor Ehebruch, den andern bessert sie.

Item: Meinst du, dass es einem Christen schwer fällt zu leiden? Er lässt sich lieber töten, als dass er andere töten sollte, und wenn man einen Christen schlägt, so rühmt er sich dessen. Item: Da eines andern Religion uns nichts angeht und uns weder nützt noch schadet, so kommt es auch keiner Religion zu, eine andere zu zwingen, als welche mit gutem Willen aufgenommen wird; nicht aber mit Gewalt aufgedrungen, weil nämlich das Opfer eines freiwilligen Gemütes erfordert wird.

Kommt überein mit Exod. 25,35 und 36; Chr. Leonh., Lib. 1; Seb. Franck in der Arche, Fol. 174; Stand der Religion, 4. Buch; Grundbeweis Lit. B, Menn. Sim.; Taufgeschichte, Fol. 8; Tho. Imbroik, Fol. 28.

Item: Tertullian sagt in dem vierten Buch gegen Marcion aus den Worten Christi: »dies ist mein Leib,« das bedeutet ein Zeichen meines Leibes. Es wäre kein Zeichen gewesen, wenn nicht sein Leib wahrhaftig gewesen wäre; denn ein Schattenwerk oder ein schlechtes eitles Ding kann kein Zeichen oder Schatten empfangen.

Er will damit beweisen, dass Christus einen wahrhaftigen Leib gehabt hat und was er hier ein Zeichen nennt, das nennt er in dem fünften Buch ein Sakrament, mit ausgedrückten Worten: das Brot und den Kelch. Noch klarer in dem ersten Buch: Auch hat er das Brot nicht verachtet noch verworfen, mit welchem er seinen Leib angewiesen oder repräsentiert, d. i. abgebildet hat.

Er sagt: Diese Worte Christi: »das ist mein Leib,« müssen wir in solchem Sinn nehmen, als ob Christus gesagt hätte: Dieses ist ein Zeichen oder Figur meines Leichnams. Ich übergehe hier Dionysius Alexandrinus und Paulinus, welche beide nach oben gemeldeter Meinung von dem Sakrament geschrieben haben. Tertull., Apolog., Cap. 39; Euseb., Lib. 6, et Daniel Saut., Lib. 1, Cap. 6.

Item, Tertullian sagt: Man muss den Glauben nicht aus den Personen suchen, sondern man muss die Personen aus dem Glauben prüfen.

De Praescript Lib. 4; P. J. Twisck, Chron. 2, Buch von dem Untergang der Tyrannen, gedruckt im Jahre 1617, Pag. 53, Col. 1,2.

Damals hat Tertullian gelehrt: Wir haben die Apostel zu Urhebern, welche nichts eingeführt haben nach ihrem Gutdünken, sondern haben die Völker dasjenige getreulich gelehrt, was sie von Gott empfangen hatten. 1. Buch, Präscript.

Weiter schreibt er, dass alle Kirchen apostolische Kirchen seien, wenn sie auch erst lange nach der Apostel Zeit gegründet wurden, wenn sie nur die Verwandtschaft in Ansehung der Lehre haben. 1. Buch, Präscript. Siehe Samuel Veltius in der Geschlechtsregister der römischen Succession, den zweiten Druck, 1649, Pag. 115 und 116. Tertullian sagt unter anderem, die Kaiser hätten an Christus geglaubt, wenn die Welt ihrer nicht benötigt gewesen wäre; und darum konnten sie auch keine Christen werden, weil sie der Welt dienen und Krieg führen mussten. [Anmerkung: Es stand den Kaisern ebenso frei wie jedem anderen Menschen sich zu bekehren und an Christus zu glauben.] Siehe die gründliche Erklärung Daniels und Johannes, gedruckt zu Haarlem 1635, über Tertullian.

Aus diesem Tertullian führt Vicecomes nachfolgendes Zeugnis an, Buch 1, Kap. 4, in seinem ersten Buch von der Taufe, Kap. 1.

Es ist kein Unterschied zwischen denen, die Johannes im Jordan oder denen, die Petrus in der Tiber getauft hat, um damit zu beweisen, dass man im Anfang der Christenheit keine Taufsteine noch Kirchen gehabt hat. J. M., Taufgesch., Pag. 275.

Also nun, nachdem wir, (sagt Tertullian) in das Wasser der Taufe treten, bekennen wir billig unsere Sünden und den christlichen Glauben. Vicecomes, Lib. 4, Cap. 7, et J. Mehr., Baptism. Hist., Pag. 277.

Diese zwei letzten Sprüche des Tertullian haben wir zum Überfluss beigefügt; doch sind sie nicht vergebens, indem dasjenige, was wir oben von der Taufe angeführt haben, dadurch befestigt wird. Denn mit dem ersten Spruch wird der Aberglaube, welcher mit dem Wasser, Taufstein und der Kirche, wo man taufte, getrieben wurde, weggenommen, oder ihm wenigstens (durch eine Folge) widersprochen. In dem zweiten Spruch wird ausgedrückt, dass es billig sei, bei der Taufe die Sünden und den Christenglauben zu bekennen.

Womit er dann feststellt, dass es unbillig sei, getauft zu werden, ohne Erkenntnis der Sünden und Bekenntnis des Glaubens. Dieses ist den Verständigen genug gesagt. Hiermit scheiden wir von Tertullian.

Im Jahre 224. Leonilla, eine christliche Großmutter, hatte einen Sohn, der drei Kinder gezeugt hatte, nämlich Sosypus, Cleosypus und Melusypus. Sie bat Remigius, dass er die drei Kinder katechisieren, das heißt in dem christlichen Glauben unterweisen und hernach taufen möchte. Dieses ist mit Gottesfurcht geschehen. P. J. Twisck, Chron., auf das Jahr 224, das dritte Buch, Pag. 60, Col. 1, aus Grundbeweis, Lit. B. Item, kurzer Bericht von dem Lauf der Welt, gedruckt im Jahre 1611, Pag. 47.

Hieraus mag ersehen werden, dass die Christen zu derselben Zeit und an denselben Orten nicht gewohnt waren, ihre Kinder oder Kindeskinder taufen zu lassen, bevor dieselben aufgewachsen und in dem Glauben unterwiesen waren, auf dessen Bekenntnis sie dann getauft wurden. Dieses mag beachtet werden.

Im Jahre 231. Damals schreibt auch der berühmte Mann Origenes mit dem Zunamen Adamantius, wo er von der Taufe handelt (Homil. 6, über Hes., Cap. 16, Vers 4): Man hat dich auch nicht mit Wasser gebadet, dass du rein würdest. Wir (schreibt er), die die Gnade der Taufe und den Namen Jesu Christi empfangen haben, sind gewaschen zur Seligkeit.

Simon war gewaschen und da er die Taufe empfangen hatte, blieb er in der Gesellschaft des Philippus; weil er aber nicht gewaschen war zur Seligkeit, so ist er verurteilt worden von demjenigen, welcher durch den heiligen Geist zu ihm sagte: »Dein Geld sei mit dir zur Verdammnis.« Es ist eine Sache von großem Gewicht, dass derjenige, welcher gewaschen worden ist, zur Seligkeit gewaschen wurde.

Habt wohl Acht darauf, ihr Katechumenen oder Lehrlinge, und bereitet euch zu aus demjenigen, was da gesagt wird, weil ihr Lehrlinge und noch nicht getauft seid, und kommt dann zu dem Wasserbad und werdet gewaschen zur Seligkeit. Werdet aber nicht gewaschen wie etliche, die gewaschen sind, aber nicht zur Seligkeit; gleich denen, welche das Wasser empfangen haben, aber nicht den Heiligen Geist.

Derjenige, welcher zur Seligkeit gewaschen wird, empfängt das Wasser und den Heiligen Geist. Weil Simon nicht zur Seligkeit gewaschen war, so hat er auch nur das Wasser empfangen, aber nicht den heiligen Geist; denn er meinte, die Gabe des Heiligen Geistes mit Geld zu erlangen, worin er nicht gewaschen gewesen war zur Seligkeit.

Dasjenige, was zu Jerusalem gesagt sein soll, wird zu einer jeden sündhaften Seele gesagt, welche zu glauben scheint. Item, H. Mont, Nichtigk., 2. Druck, Pag. 36,37.

Diese oben angeführten Worte schildern die Gewohnheit der Taufe seiner Zeit, nämlich, dass die Täuflinge erst Katechumenen oder Lehrlinge waren, welche in dem Glauben unterwiesen wurden, und sich zuerst selbst dazu vorbereiten mussten, ehe sie getauft wurden; weil ihr noch Lehrlinge und nicht getauft seid, erst dann kommt zu dem Wasserbad; was will das anders sagen, als dass er dasjenige befestigt, was Johannes forderte von denjenigen, welche zu ihm kamen, um getauft zu werden, sagend: Tut rechtschaffene Früchte der Buße, Mt 3,8, das ist: Bereitet euch mit wahrer Besserung des Lebens, damit ihr die Taufe würdig empfangen mögt. Hernach über die Worte Hes 16,5: »du wurdest auf das Feld geworfen,« macht er diese Erklärung:

Wenn wir nach der Wiedergeburt des Wasserbades (sagt er) und nach dem Wort Gottes wieder sündigen, so werden wir weggeworfen an dem Tag, wenn wir geboren werden; es werden oftmals solche gefunden, die, wenn sie gewaschen mit dem Wasserbad der Wiedergeburt, keine Früchte hervorbringen, welche der Bekehrung würdig sind, noch dem Geheimnis der Taufe mit wahrer Furcht in ihrem Leben nachkommen, als sie taten, da sie noch Katechumenen oder Lehrlinge waren, noch mit mehr Liebe ausüben, als zur Zeit, da sie noch Hörer des Wortes waren, noch mit heiligeren Taten, als sie vorhin getan hatten.

Liebe Leute! folgt demjenigen nach, was in dem Text gesagt wird; du bist um der Bosheit deiner Seele willen auf das Angesicht des Feldes geworfen an dem Tag, da du geboren warst. H. Mont., Pag. ibidem vide Supra.

Mit welcher Erklärung er seine zuvor angeführte Meinung befestigt, nämlich, dass diejenigen, die da sollen getauft werden, erst müssen Katechumenen oder Lehrlinge sein, und wenn sie getauft werden, müssen wahrhaftig wiedergeboren sein, und nennt so die Taufe das Wasserbad der zweiten Geburt, wie auch Paulus sagt, Tit 3,5.

Ferner beklagt er, dass diejenigen, welche gewaschen mit dem Wasserbad der zweiten Geburt, keine würdigen Früchte der Bekehrung hervorbrächten; zum wenigsten gibt er dadurch zu erkennen, dass der Getaufte wahrhaftig bekehrt sein und gute Früchte hervorbringen müsse, aber wie kann sich jemand bekehren (das ist von dem Irrtum ablassen), der zuvor nicht geirrt hat? Und wie kann einem abgefordert werden, gute Früchte zu tragen, der zuvor nicht konnte beschuldigt werden, dass er böse Früchte getragen hat? Daraus erhellt denn, dass er solches nicht von der Taufe der jungen Kinder versteht, als welche nicht geirrt oder böse Früchte getragen haben, dass ihnen durch die Taufe könnte abgefordert werden, sich von dem Irrtum zu bekehren und bessere Früchte zu bringen, als sie zuvor gebracht hatten.

Dass auch solche Taufe, verbunden mit der Tötung des Fleisches und mit der Auferstehung in einem neuem Leben von Origenes gelehrt und angepriesen gewesen ist, wird nicht undeutlich in seiner Erklärung über Röm 6,3 mit folgenden Worten gesagt: »Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir in Jesus Christus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft.« Worauf er sagt: Ich meine, dass der Apostel in diesem Kapitel selbst diesen Punkt nicht umsonst vorhergehen lässt, indem er sagt »oder wisst ihr nicht?«, womit er beweist, dass es in den Zeiten der Apostel nicht zuging, wie es jetzt geschieht, dass nämlich denjenigen, welche getauft werden, das äußerliche Bild der Geheimnisse allein gegeben wird; sondern, dass ihnen die Kraft und der Beweis derselben überliefert wurde, und das zwar solchen, die es verstanden und hiervon unterwiesen waren. Dass diejenigen, die getauft werden, in den Tod Christi getauft und mit ihm durch die Taufe begraben werden in den Tod, und dass diejenigen, die getauft sind, in der Neuigkeit des Lebens wandeln müssen, gleichwie auch Christus von den Toten auferstanden ist durch die Herrlichkeit des Vaters. Item, H. Mont., Pag. 37.

Zum wenigsten ist solches aufrichtig und ohne Verstellung ausgedrückt, von welcher Taufe er hier spricht, nämlich von solcher Taufe, wovon die Kraft und der Beweis denjenigen überliefert wird, die solches verstanden. Item, durch welche sie begraben wurden in den Tod. Item, durch welche sie auferweckt wurden, in der Neuigkeit des Lebens zu wandeln; welches alles Dinge sind, die nicht von kleinen Kindern können begriffen, viel weniger bewerkstelligt und ausgeführt werden. Solcher Redensarten bedient er sich öfter. Homil. 5 über das 4. und 5. Kapitel des Buches Josua. Ferner Homil. 9 über das 8. und 9. Kapitel und Homil. 15 über das 11. Kapitel, desgleichen auch Homil. 7 über das 15. Kapitel des Buches der Richter. B. Hist., Pag. 291.

Warnung wegen der Schriften des Origenes, die Taufe betreffend. Es sind einige Vorfälle, nämlich Homil. 8, über das 12. und 13. Kapitel Leviticus. Item Homil. 14, über das 2. Kap. Luk. Item Auslegung über das 6. Kapitel des Briefes an die Römer, woraus einige, welche heutigen Tages die Kindertaufe verteidigen, etwas herauszuziehen vermeinen und zum Schein anführen, dass Origenes ihrer Meinung nicht fremd gewesen sei, ja, dass er dieselbe gebilligt habe; aber solches wird von verschiedenen trefflichen Schreibern geleugnet, ja, ganz widerlegt, indem allenthalben bewiesen wird, dass dieselben Sprüche nicht Origenes, sondern Ruffinus, der Priester zu Aquileja, geschrieben hat, von welchem gemeldet wird, dass er mehr als 150 Jahre nach Origenes seine Bücher aus dem Griechischen in das Lateinische übersetzt und gemeldete Sprüche aus seinem eigenem Gehirn hinzugefügt hat und in etlichen anderen Stücken wiederum etwas davon ausgelassen hat, zu welcher Erklärung wir uns auch bekennen.

Siehe selbst Ruffinus Vor- und Nachrede über die Auslegung Origenes, den Brief an die Römer betreffend. Item, des Erasmus Erzählung des Lebens Origenes, seinen Schriften vorangesetzt, folgend Jacob Mehrn., Baptismi Historia, Pag. 283 und 291. Item, H. Montani, Nichtigkeit der Kindertaufe, der 2. Druck, Pag. 29–34 und 42–43.

Über das wird Origenes von Alters her verschiedener grober Irrtümer beschuldigt, z. B., dass er geglaubt haben soll, dass die bösen Geister zuletzt noch selig würden; aber er selbst leugnet solches in einem gewissen Brief, an die von Alexandria geschrieben, worin er sich auch sehr über die Unverschämtheit seiner Widersacher beklagt, die ihn noch bei Lebzeiten mit solchen Lästerungen schmähten, welche kaum ein unsinniger Mensch sagen würde; geschweige wie man mit seinen Schriften nach seinem Tod umgesprungen ist.

Man sieht merklich, sagt Jacob Mehrning, aus demjenigen, was wir noch von ihm, nämlich Origenes, in Händen haben, dass viele ungelehrte und grobe Irrgeister ihre Grillen unter dieses trefflichen Mannes Namen (der von Hieronymus in der Vorrede über den Hesekiel der zweite Meister der Gemeinde nach den Aposteln genannt wird), mit Falschheit und Betrug den Einfältigen in die Hände zu spielen gesucht haben. Baptismi Historia, Pag. 287, 289. Item, H. Mont., Nichtigkeit, Pag. 35,36.

Verschiedene Stücke der Lehre des Origenes, nach P. J. Twiscks Beschreibung, im Jahre 231. Origenes, ein Mann voller geistlichen Allegorien, der dasjenige auch selbst belebte, was er andern lehrte, wie die Kirchengeschichte von ihm meldet, fängt in dieser Zeit an, seine Bücher zu beschreiben, und sagt zu den Katechumenen: Tut Buße, auf dass ihr die Taufe zur Vergebung der Sünden empfangen mögt. Item, wer sich vorgenommen hat, zur Taufe zu kommen und seine bösen Sitten und Gewohnheiten nicht verlassen will, sondern in seinem vorigen Stand bleibt, derselbe kommt nicht zur Taufe, wie sich’s gebührt.

Hiervon kann gelesen werden Geo. Vicelius, in seiner Form und Anzeigung, in welcher Gestalt und Form die Kirche tausend Jahre gestanden hat, Fol. 127. Item, Origenes ist zu Alexandria von Demetrius zu einem Catechista, das heißt zu einem Lehrer der Schulkinder des Glaubens, eingesetzt worden, welchen Dienst vor ihm, nach den Aposteln, Plantinus und Clemens gehabt hatten; so sind auch von seinen Schülern Plutarchus, Serenus, Heraclides, Heron und ein Weib, ehe sie getauft wurden, um Christi willen gemartert worden und haben die Feuertaufe erlangt.

Nach Origenes war Heracles, und nach Heracles Dionysius über die Schule der Katechumenen, das heißt derjenigen, die vor der Taufe in der christlichen Lehre unterwiesen wurden, zu Alexandria gesetzt. Item, Origenes sagt, dass es sich nicht gebühre, jemand um seines Glaubens willen zu verfolgen; und, wer nach dem Evangelium leben will, soll seinen Bruder zu keinem Eid dringen, treiben oder begehren, und einem solchen gebührt auch nicht zu schwören, ob es ihm schon abgefordert wird.

Item, über Mt 23 sagt er, der Herr beschuldigt solche Lehrer, welche nicht allein dasjenige, was sie lehren, nicht tun, sondern auch tyrannisch, ohne Barmherzigkeit, nicht ansehend die geistigen Fähigkeiten der Zuhörer, ihnen über ihre Kräfte Lasten aufladen, nämlich, indem sie verbieten zu ehelichen, und obschon dasselbe ihnen nützlich ist, sie dennoch zu einer unmöglichen Reinigkeit zwingen. Item, es ist allzumal ein tötender Buchstabe, dass man Johannes nach dem Buchstaben fleischlich verstand, darum dringt er auch sehr darauf, dass das leibliche Essen des Leibes Christi nichts nütze, und müsse darum geistig verstanden und gegessen werden. Euseb., Lib. 6.; Chron. Seb. Franck, Fol. 101; Leonh., Lib. 1; Joh. Anast., Fol. 313.

Item, Origenes schreibt in seiner 12., 15. und 18. Homil. über das Buch oder die Geschichte Josua: Wenn die leiblichen Kriege Josua und seines Volkes nicht eine Figur oder Vorbild des geistigen Streites Christi und der Christen wären, so wären die Bücher Josua in dem himmlischen Jerusalem, der friedfertigen Gemeinde und liebhabenden Kinder Gottes von den Aposteln, als die den Frieden verkündigten, zu lesen, nicht aufgenommen, noch viel weniger für gut erkannt worden, und beweist ferner mit vielen Gründen, dass Christus, ein Friedensfürst, den Frieden und keinen Krieg lehre, und dass wir nicht mit äußerlichen, sondern allein mit geistigen Waffen zu streiten haben gegen den Teufel, die Welt, Fleisch, Sünde und Tod.

Item, er sagt, bei der Zerstörung von Ai und der Vertilgung des Königs und des Volkes, dieses soll man nicht verstehen, dass die Heiligen heutigen Tages in dem Neuen Testament Blut vergießen mögen und die Leute mit leiblichen Schwertern totschlagen. Es sind lauter Geheimnisse unter diesen und dergleichen Geschichten verborgen.

Er erklärt ferner, dass man Ai, nämlich das Reich der Finsternis und der Sünden, durch den geistigen Josua, Christus Jesus, zu Grund zerstören solle, Col. 1, Eph. 6.

Item, Origenes (Homilie in Mt 7 ) sagt: Der Text Lk 22, von einem Schwert kaufen, ist, nämlich vor den Bösen, pestilentialisch, so man ihn ohne Allegorie nach dem Buchstaben versteht; denn wer den Buchstaben ansehen wollte und nicht Gottes Sinn und Willen verstehen, sondern sein Kleid verkaufen und ein Schwert kaufen, der würde die Worte Christi gegen seinen (Christi) Willen verstehen.

Item in dem Buch gegen Celsus den Zweiten erzählt er, dass der Krieg von dem einigen Gott weggenommen sei. Item, von dem Antichrist sagt er (aus 2Th 2 ), dass er in dem Tempel sitze; und ein wenig hernach, der Antichrist führe allein den Namen Christi, er tut seine Werke nicht, auch lehrt er die Worte der Wahrheit nicht; Christus ist die Wahrheit, der Antichrist ist die verstellte Wahrheit; er erweist sich hier, als ob er Christus und Gottes Wort wäre, und ist nichtsdestoweniger der Gräuel der Verwüstung. P. J. Twisck, Chron., das 3. Buch, auf das Jahr 231, gedruckt im Jahre 1617, Pag. 61, aus Seb. Franck Chronik, Fol. 65,78; Hieron. Zanch., Fol. 56; Joh. Heyden, Namenb., Fol. 226,227.

Im Jahre 251. Es wird angemerkt, dass Virianus, Marcellinus und Justinus, gelehrte Männer zur Zeit des Kaisers Decius, sich miteinander besprochen haben von den Sachen der Christen und ihnen die heilige Religion gefallen habe, und weil sie gehört hatten, dass die Christgläubigen sich taufen ließen, schickten sie hin nach einem Lehrer Justinus und baten um die Taufe.

Justinus freute sich, dass solche Gelehrten sich unter das Joch begeben wollten, fing an und katechisierte, das heißt unterwies sie, ließ hernach Wasser bringen und taufte sie auf das Bekenntnis ihres Glaubens. P. J. Twisck, Chron., 3. Buch auf das Jahr 251, Pag. 68, Col. 2 aus Wicel. in Choro. Lancto. Grundbew., Lit. B.

Im Jahre 253. Bei den alten Schreibern wird gelesen, dass in diesem Jahr Pancratius, des gläubigen Glionius Sohn, getauft worden sei an dem Berg Celius, nach vorhergegangener zwanzigtägiger Unterweisung, als er nur fünfzehn Jahre alt war.

Vergleiche dieses mit P. J. Twisck, Chron., Lib. 3, auf das Jahr 253, Pag. 71, Col. 1, aus Wicel. in Cho. Sancto., Grundbew., Lit. B.

Angehend die Umstände dieser Sache, als von Dionysius, der mit ihm reiste, und dem Bischof Cornelius, der ihn taufte, welchem von einigen, verkehrter Weise, ein anderes Amt zugeschrieben wird, solches lassen wir in seinem Wert und berühren es nicht. Uns erhellt daraus zur Genüge, dass in dieser Zeit die Gläubigen ihre Kinder ungetauft gelassen haben, bis sie zu Verstand und Jahren gekommen sind und die Taufe auf ihren Glauben begehrten.

Basilla, eine ehrbare und geschickte Jungfrau, hat zu Rom zu Zeiten des Kaisers Gallienus den christlichen Glauben von Eunuchus, Protus und Hiacynthus gelernt, und ist auch von dem oben gemeldeten Bischof Cornelius getauft worden. Grundbew. von der Taufe, gedruckt im Jahre 1581, Lit. B.

Im Jahre 257. Pontus, des christlichen Mannes Marcus Sohn, wurde von dem Bischof oder Lehrer Pontianus in der christlichen Religion katechisiert oder mündlich unterrichtet und darauf getauft. P. J. Twisck, Chron., 3. Buch auf das Jahr 257, Pag. 73, Col. 1, aus Grundbew., Lit. B; Chron. Mich., Fol. 163. Item, Lauf der Welt durch F. H. gedruckt 1611, Pag. 47.

Merkt hier wiederum, dass der vorgemeldete Pontus nicht von jüdischer oder heidnischer, sondern von christlicher Herkunft gewesen ist, denn er wird des christlichen Mannes Marcus Sohn genannt, woraus, gleichwie auf das Jahr 253 von Pancratius angemerkt ist, erhellt, dass die Christen ihre Kinder ungetauft bis zu den Jahren ihrer Erkenntnis aufwachsen ließen.

Im Jahre 264. Zu Rom, unter den Kaisern Valerianus und Gallienus, hat Nemesius und etliche mehr katechisiert; und nach Gewohnheit der Kirche, als sie gefastet hatten, alle, die gläubig waren, getauft. P. J. Twisck, Chron., 3. Buch auf das Jahr 264, Pag. 75, Col. 1 von Wort zu Wort. In dem Traktat, gründlicher Beweis und Unterricht von der Taufe, gedruckt im Jahre 1581, Lit. B. Y. ex Codice Mariano und wird der Name Nemesius nicht im Nominativ Nemesius, sondern im Accusativ Nemesium, gesetzt, sodass es sich an diesem Ort ansehen lässt, als ob Nemesius nicht eigentlich der Täufer sei, sondern einer von denen gewesen ist, welche getauft worden sind. Dieses ist zu bemerken.

Ungefähr im Jahre 290. Die oben angeführten Exempel derjenigen, die sich zu derselben Zeit nach vorhergegangener Unterweisung auf den Glauben haben taufen lassen, werden befestigt durch verschiedene Lehren Cyrillus Hierosolymitanus, welcher auch zugleich angeführt hat, wie sich die Täuflinge sowohl vor als auch nach der Taufe betragen mussten. Dieser wird von Jacob Mehrning, ungefähr am Ende dieses Jahrhunderts, angeführt, oder im Jahr 290, und zeigt aus seinen Schriften verschiedene Sprüche an, welche sich keineswegs auf die Kindertaufe schicken, wohl aber viel passender mit der Taufe, welche auf den Glauben und die Bekehrung folgt, übereinkommen.

In der Taufhistorie, Pag. 317 und 318 gibt er diese Anmerkung, Cap. 8: Cyrillus ermahnt selbst einige Katechumenen, das ist Lehrlinge, welche einige Jahre zuvor in Wollust und Unzucht zugebracht hatten, dass sie sich’s nicht verdrießen lassen sollten, vierzig Tage lang die Buße auf sich zu nehmen, wenn er sagt: Verlasst doch lieber das Gegenwärtige und glaubt an die zukünftigen Dinge; so viele Jahre habt ihr zugebracht und der Welt umsonst gedient, wollt ihr denn nicht einmal anfangen, vierzig Tage lang zu fasten um eurer Seele willen? [Anmerkung: Von einer 40-tägigen Buße vor der Taufe weiß die Schrift nichts. Es handelt sich vielmehr um menschliche Gerechtigkeit.]

In der Taufhistorie, Pag. 318, steht (Cyrillus in Catech. 2. Mystag.): So tue nun Buße, o Mensch, so wird dir die Gnade der Taufe nicht entzogen. Item, Cyrillus ermahnt solche Neugepflanzte scharf zur Gottseligkeit, auf dass sie nicht, wenn sie hingingen, die Taufe zu empfangen, gleich dem Gast in dem Evangelium, der doch kein hochzeitliches Kleid an hatte, von der Taufe abgewiesen würden. Darum spricht er: Das sei ferne, dass jemand unter denjenigen, welche ihren Namen zur Taufe gegeben haben, und in das Register eingeschrieben sind, sollte hören müssen: Freund! wie bist du hereingekommen, und hast kein hochzeitliches Kleid an? Aus Vicecomes, Lib. 1, über Cyrill.

Item, Cyrill in Catech. 3, Mystag.: Fangt an, sagt er, eure Kleider durch die Buße zu waschen, damit ihr, die ihr zu der Hochzeit des Lammes berufen seid, würdig befunden werden mögt. In der Taufhistorie, Pag. 319, Cyrill., Cat. 1. Mystag., sagt er zu denen, die getauft werden sollten: Hört die Stimme des Propheten, der da spricht: Wascht euch, reinigt euch, tut das Böse weg von eurer Seele vor meinen Augen, auf dass der Engel Gesellschaft euch möge zurufen: O selig sind diejenigen, deren Missetaten vergeben und deren Sünden bedeckt sind.

Item, Cap. 6, Vicec., Cyrillus ermahnt die Neugetauften: Dieweil ihr, sagt er, die alten Kleider ausgezogen und diejenigen, die nach dem Geist sind, angezogen habt, so sollt ihr nun allezeit in weißen Kleidern wandeln. Dieses sagen wir nicht darum, als ob es nötig wäre, dass ihr allezeit weiße Kleider haben müsstet, sondern auf dass ihr euch ankleidet mit solchen Kleidern, die vor Gott weiß, hell und geistig sind; und Cap. 10: Wollte Gott, dass wir alle mit Wahrheit sagen möchten: Meine Seele ist fröhlich in dem Herrn; denn Er hat mich angetan mit dem Kleid des Heils und mit dem Rock der Freuden.

Danach stellt er vor, wie gar heilig, göttlich und selig es sei, sich durch die Taufe der Ritterschaft Christi, das heißt seiner Gemeinde, übergeben zu haben; ja, es ist ein Wunder, wie freundlich, liebreich und tröstlich er dieselben anspricht, sagend (In Procatech. ad baptizandos Cyrilli.): Ihr habt nun eure Namen zu der Ritterschaft Christi gegeben; die Brautfackeln sind euch geschenkt; das Verlangen nach dem Himmelreich, das gute Vornehmen, die Hoffnung; und Cap. 38 redet er die Getauften so an: Nun ist der Geruch der Seligkeit bei euch, o ihr Erleuchteten! Sammelt eure himmlischen Blumen, um himmlische Kronen davon zu machen! Nun, nun riecht der Geruch des heiligen Geistes lieblich an euch! Ihr seid an der Pforte des königlichen Palastes gewesen; wollte Gott, dass ihr auch vor den König selbst hingeführt würdet. Blumen sind nun an den Bäumen erschienen; aber, o dass nur auch die Frucht empfangen würde! Jac. Mehrning, Bapt. Hist., über das dritte Jahrhundert, Pag. 320, ex Cyrillo Hierosolymitano.

Wie sollte es möglich sein, dass dieser Cyrillus Hierosolymitanus (das ist Cyrillus von Jerusalem), von der Taufe etwas anderes gelehrt habe, als heutigen Tages bei den Taufgesinnten gelehrt wird, nämlich, dass dieselbe mit Glaube und Buße verbunden sein müsse, weil er durchgehend solche Redensarten gebraucht, welche mit nichts anderem als mit derselben Taufe, keineswegs mit der Kindertaufe übereinstimmen, als zum Exempel: In dem ersten Spruch ermahnt er die Katechumenen oder Lehrlinge, welche einige Jahre in Wollust zugebracht hatten, dass sie sich’s nicht sollten verdrießen lassen, um der Taufe willen vierzig Tage Buße zu tun; welches mit demjenigen übereinstimmt, welches zu den unvorbereiteten Täuflingen gesagt wird, Mt 3,7–8.

Dieses befestigt er auch im Verlauf bis auf den fünften Spruch und fügt noch die Beweggründe hinzu, dass sie doch nicht nachlassen sollten in der Buße, auf dass ihnen die Gnade der Taufe nicht entzogen werden möchte. Item, auf dass sie nicht, wie der unvorbereitete Gast in dem Evangelium, hören müssten: Freund, wie bist du hereingekommen? Item, auf dass sie, als Berufene zur Hochzeit des Lammes, würdig dazu möchten erfunden werden. Item, dass sie zu dem Ende die Stimme des Propheten hören sollten, der da spricht: Wascht euch, reinigt euch, tut euer böses Wesen weg.

In dem sechsten Spruch ermahnt er die Neugetauften: Da ihr die alten Kleider ausgezogen (d. i. das alte Leben verlassen) und dasjenige, welches nach dem Geist ist, angezogen habt, d. i. ein neues Leben begonnen habt, so sollt ihr nun allezeit in weißen Kleidern wandeln, d. i. von nun an sollt ihr heilig leben und Gott eure Gelübde, die ihr ihm getan habt, als ihr getauft wurdet, bezahlen. Diese Auslegung ist schriftgemäß und wird in den Worten Cyrillus nur undeutlich ausgedrückt.

Wir kommen nun zum siebten und letzten Spruch, von dem wir nicht viel sagen werden; denn es wird darin nicht ein Wort gesprochen, womit nicht klar ausgedrückt ist, dass er von der Taufe der Gläubigen und Bußfertigen redet, wenn er daselbst den Getauften verkündigt, dass sie nun, indem sie erleuchtet seien, den Geruch der Seligkeit an sich hätten, und ermahnt sie, dass sie nun himmlische Blumen sammeln sollten, um davon himmlische Kronen zu machen, und fügt noch den Wunsch hinzu: Die Blumen sind nun an den Blättern erschienen, aber, o dass auch die Frucht empfangen würde! Wer nur ein wenig Verstand hat, kann wohl merken, dass die Worte Cyrillus die jungen Kinder nichts angehen und dass er deshalb nicht zu Kindern oder von der Taufe der jungen Kinder redet, sondern zu verständigen Personen und von der Taufe, welche an Verständigen vollzogen wird. Überhaupt weil er zuvor von den Katechumenen, d. i. denen, die im Glauben unterwiesen wurden, gesprochen hat, so leuchtet daraus hervor, dass man zu der Zeit, wo er Lehrer der Gemeinde war, die Gewohnheit hatte, dieselben zuerst in dem Glauben zu unterweisen und wenn sie ihn angenommen haben, auf dessen Bekenntnis zu taufen.

Dieses ist ohne Widerrede eine schriftgemäße und heilige Gewohnheit gewesen, welche nicht aus menschlicher Vernunft (gleichwie die Kindertaufe), sondern aus dem Sinn Christi und aus dem Verstand der heiligen Apostel hervorgekommen ist. Hiermit scheiden wir von Cyrillus.

Im Jahre 300. Arnobius, ein alter Lehrer, sagt im 146. Psalm: Du wirst nicht erst getauft und fängst hernach an zu glauben und ein Wohlgefallen zu haben; sondern wenn du sollst getauft werden, so bezeugst du vor dem Lehrer einen vollkommenen Willen und tust ein Bekenntnis mit deinem eigenen Mund. P. J. Twisck, Chron., 3. Buch auf das Jahr 300, Pag. 82, Col. 1, 2, aus Grund-Bew., Lit. B.

Dieses sind sehr schöne Reden dieses Arnobius, womit zu erkennen gegeben wird, dass man zu seiner Zeit nicht zuerst taufte und hernach anfing zu glauben; sondern dass selbst vor der Taufe der Wille des Täuflings bezeugt werden musste und dass alsdann der Täufling sein Glaubensbekenntnis mit seinem eigenen Mund ablegen musste. Doch soll in dem folgenden Jahrhundert von diesem Arnobius Weiteres gesprochen werden.

Zu dieser Zeit sind, dem Bericht nach, einige Personen gewesen, die sich von der gemeinen (röm.) Kirche abgeschieden haben, nämlich Dadeos, Sabas, Adelphius, Hermas, Simeonis, welche von den Anhängern der römischen Kirche der Ketzerei beschuldigt worden sind; auch wurde ihnen unter anderem Schuld gegeben, dass sie böse Meinungen von der göttlichen Speise, d. i. dem Sakrament des Altars, gehegt hätten, gleichwie auch von der Taufe, das heißt der Kindertaufe.

Denn betreffs der gütlichen Speise werden sie beschuldigt, dass sie glauben, dass dieselbe niemand etwas nütze oder schade, das heißt, dass das Sakrament des Altars keine Kraft oder Nutzen in sich habe; und von der Taufe wird gesagt, dass sie dafür hielten, dass den Getauften durch die Taufe kein Nutzen zukomme, sondern dass allein das feurige Gebet den innewohnenden Teufel vertreiben müsse.

Von welchen Stücken, gleichwie auch von mehreren anderen, deren sie, sei es mit Recht oder Unrecht, beschuldigt werden, siehe in Hist. Eccles. Tripart., Lib. 7, Cap. 11; S. Franck, Chron. der röm. Ketzer, gedruckt im Jahr 1563, Fol. 96, Lit. E unter dem Namen Eraclitus Epulius.

Wenn nun von ihnen gesagt wird, dass den Getauften kein Nutzen durch die Taufe erwachse, so haben sie damit genugsam die Kindertaufe verworfen, obgleich bei der römischen Kirche insgemein keine andere als die Kindertaufe anerkannt wird.

Dass dieses Verwerfen oder für unnütz Achten der Taufe auf die Kindertaufe ziele, erscheint nicht undeutlich aus demjenigen, was dazu gefügt wird, nämlich, dass sie dafür hielten, dass nicht die Taufe, sondern das feurige Gebet den innewohnenden Satan vertreiben müsse; denn die von der römischen Kirche verstanden das Gegenteil, nämlich, dass der Satan durch die Taufe aus den Kindlein müsse vertrieben werden. Doch wir überlassen einem jeden hierin sein freies Urteil.

Jacob Mehrning, indem er dieses dritte Jahrhundert beschließt, sagt: Dieses alles sind schöne Erinnerungen, welche den Katechumenen (oder Lehrlingen) beides vor und nach der Taufe gegeben wurden, welche in Wahrheit bei den unmündigen Kindern keinen Platz haben können. Es ist also in diesem ersten Kapitel erwiesen, dass die Kindertaufe in dieser dreihundertjährigen Zeit nicht mit einem einigen standhaften und glaubwürdigen Zeugnis der Altväter und Kirchenhistorie gut gemacht werden kann. Baptist. Hist., Pag. 320-321.

Aber zu einer noch gründlicheren Erklärung dient die Erinnerung von P. J. Twisck, welcher eben auch in dem Beschluss dieses dritten Jahrhunderts spricht: Obschon die Kindertaufe von einigen oder von der Kirche (nämlich der römischen), wie sie selbst bezeugen, ins Leben gebracht wurde, so wird nichtsdestoweniger die Taufe von vielen mit Andacht auf den Glauben und ein bußfertiges Leben empfangen. Chron. von dem Untergang der Tyrannen und jährlichen Geschichten, 3. Buches Beschluss, Pag. 83 und 84.

Womit wir von unserer Beschreibung von der Taufe, wie sie in diesem dritten Jahrhundert üblich gewesen ist, Abschied nehmen und zu den Märtyrern fortgehen, welche zu derselben Zeit um der Wahrheit des unverfälschten Glaubens willen gelitten haben.

Quelle

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