In den Tagen Seines Fleisches

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Manchmal denken wir vielleicht, wir könnten nie so werden wie Jesus. Er ist der vollkommene Mensch, das Idealbild, das wir nie erreichen werden. Wir geben uns vielleicht damit zufrieden, dann und wann einen lichten Moment in unserem irdischen Dasein zu haben, in dem wir ein paar Zentimeter über uns selbst hinauswachsen. Dabei übersehen wir etwas ganz wesentliches: Jesus ist ganz so geworden wie wir

Das ist kein Wortspiel. Im Leben Jesu sehen wir, wie ein ganz normaler Mensch mit der Hilfe Gottes ein heiliges und außergewöhnliches Leben führen kann. Ein Vers, der mir dabei sehr wichtig geworden ist:

(Hebräer 5,7) (Jesus,) der in den Tagen seines Fleisches, da er sowohl Bitten als Flehen dem, der ihn aus dem Tode zu erretten vermochte, mit starkem Geschrei und Tränen dargebracht hat (und um seiner Frömmigkeit willen erhört worden ist).

„In den Tagen seines Fleisches“ – was für ein „Fleisch“ war das? Er war völlig menschlich, geboren von einer Frau, die genauso sündig war wie wir. Normal, könnte man sagen. Jesus war ein ganz normaler Mensch, was Seine menschliche Abstammung betrifft. Theologen zerbrechen sich darüber den Kopf, ob Jesus von der Erbsünde betroffen war, oder ob Er – weil Er ja auch ganz Gott war – überhaupt sündigen konnte. Dazu habe ich in den letzten Tagen einen interessanten Vergleich gelesen:

Wäre Jesus so göttlich gewesen, dass Er gar nicht hätte sündigen können, dann wären alle Versuchungen so für Ihn gewesen, als ob eine Ameise einen Panzer zerstören wollte. Dann wären alle Versuche Satans, Jesus von Seinem Weg abzubringen, von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen – und das hätte Jesus auch gewusst. Wenn wir aber lesen, wie sehr Jesus gerungen hat, wie intensiv Er gebetet hat (wir denken vielleicht nur an Getsemane, aber Er wurde in allen Dingen so versucht wie wir – Heb 4,15), dann sehen wir, dass es für Ihn ein Kampf war, nicht zu sündigen. Ein Kampf auf Leben und Tod, den Er mit Gottes Hilfe gewonnen hat.

Das ist sehr wichtig für uns: Wie hat Er diesen Kampf gewonnen? Er ist eben nicht nur allein menschlich gewesen, sondern auch göttlich. Er hatte den Heiligen Geist bei der Taufe empfangen, wie wir, aber Er war von Seiner Empfängnis an vom Geist Gottes gezeugt. Auch wir sind – durch Glauben und Taufe – aus Gott gezeugt (Joh 1,12-13). Zweitens hat Er ernsthaft gebetet; nicht nur wenn Er in Anfechtung war, sondern als eine tägliche Disziplin und Gewohnheit. Doch wenn Anfechtungen kamen, dann ließ Er nicht locker! Er betete mit starkem Geschrei und Tränen – Hast du, habe ich je so gebetet?

Wenn wir Jesus ansehen, die Tage Seines Fleisches, dann erkennen wir, wie wir in der Kraft Gottes Sieger über die Sünde sein können. Er hatte dieselben fleischlichen Beschränkungen wie wir – und wir haben denselben göttlichen Geist wie Er. Petrus schreibt geradezu Unvorstellbares über uns: „Wir sind Teilhaber der göttlichen Natur geworden!“ (2.Petr 1,3+4) und Johannes schreibt, dass diese neue Geburt uns vor der Sünde bewahrt (1.Joh 5,18).

Können wir wie Jesus leben? Die Antwort ist eine Gegenfrage: Wie sehr glauben wir, dass Jesus so lebte wie wir? Wenn Er ganz Mensch war, dann sehen wir an Ihm, was Gottes Geist aus unserem Leben machen kann und will.

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