Luther und der Glaube

Luther - Lukas Cranach dJ

Sola Fide – Allein aus Glauben lautet einer der Grundsätze der Reformation. Wie Martin Luther selbst diesen Grundsatz verstand hat, ist Gegenstand vieler Diskussionen, denn er hat viel dazu geschrieben und widerspricht sich stellenweise selbst. Diese Darstellung enthält lediglich Aussagen, die mit dem Glaubensverständnis der Heiligen Schrift nicht übereinstimmen, die so besser nie gesagt worden wären, da sie bis heute den Zugang zum wirklich rettenden Glauben erschweren. Luther bestreitet die Fähigkeit unseres Willens, Buße zu tun und das Gute anzustreben. Mit dieser Übertreibung bindet er die Gläubigen in einer scheinfrommen Passivität, die den gebotenen Gehorsam passiv von Christus erwartet.

Luther sagt:

Die Bibel sagt:

Obwohl Luther den Grundsatz „allein aus Glauben“ vertrat, lehrte er eine Taufe, die auch ohne Glauben gültig sei.

„Und gleichwie das Evangelium darum nicht falsch oder unrecht ist, ob es etliche fälschlich brauchen oder lehren, oder nicht glauben; also ist auch die Taufe nicht falsch noch unrecht, ob sie gleich etliche ohne Glauben empfiengen oder gaben, oder sonst mißbrauchten. Derhalben ich die Lehre der Wiedertäufer und Donatisten und wer sie sind, so wiedertäufen, gänzlich verwerfe und verdamme.“

Luther, Martin – Bekenntniss des Glaubens

 

In der Bibel steht jedoch, dass der Glaube Voraussetzung zur Taufe ist:

Apg 8,36-37: „Als sie aber auf dem Weg weiterzogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer sprach: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden? Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt! Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist! Und er ließ den Wagen anhalten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.“

Umkehrschluss: Wenn du nicht glaubst, ist die Taufe nicht erlaubt.

Der Glaube beschränkt sich bei Luther darauf, als Geschenk anzunehmen, was Christus für uns gelitten hat. Sein Beispiel und Vorbild ist zweitrangig, ja gefährlich, wenn man daraus ein „Gesetz“ mache.

„Zum andern, daß du nicht aus Christo einen Mose machest, als tue er nicht mehr denn lehren und gebe Exempel, wie die andern Heiligen tun, als sei das Evangelium ein Lehr- oder Gesetzbuch. Darum sollst du Christum, sein Wort, Werk und Leiden in zweierlei Weise fassen. Einmal als ein Exempel, die vorgetragen, dem du folgen sollst und auch also tun, wie S.Petrus sagt 1.Petr.4,1: „Christus hat für uns gelitten, darin uns ein Exempel gelassen.“ Also wie du siehest, daß er betet, fastet, den Leuten hilft und Liebe erzeiget, so sollst du auch tun dir und deinem Nächsten. Aber das ist das Geringste vom Evangelium, davon es auch noch nicht Evangelium heißen mag; denn damit ist Christus dir nichts mehr nutz denn ein andrer Heiliger. Sein Leben bleibt bei ihm und hilft dir noch nichts. […]

Das Hauptstück und der Grund des Evangeliums ist, daß du Christum zuvor, ehe du ihn zum Exempel fassest, aufnehmest und erkennest als eine Gabe und Geschenk, das dir von Gott gegeben und dein eigen sei, als daß, wenn du ihm zusiehest oder hörest, daß er etwas tut oder leidet, daß du nicht zweifelst, er selbst, Christus, mit solchem Tun und Leiden sei dein. Darauf du dich nicht weniger mögest verlassen, denn als hättest du es getan, ja als wärest du der derselbige Christus.“

Luther, Martin – Ein klein Unterricht, was man in den Evangeliis suchen und gewarten soll

Der Herr Jesus macht das Heil davon abhängig, dass man Ihm nachfolgt (d.h. Seiner Lebensweise folgt).

Joh 8,12: „Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.“

Mat 10,38: „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.“

Die Apostel betonen, dass wir schuldig sind (!), dem Beispiel Christi zu folgen.

1.Joh 2,6: „Wer sagt, daß er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist“

1.Petr 2,21-22: „Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden.“

Es ist also völlig falsch und irreführend zu behaupten, das Beispiel Jesu sei das Geringste im Evangelium!

Der Glaube bedeutet auch nicht, dass Christus die Nachfolge bereits für uns getan hätte; nein: Wir sind aufgefordert, es Ihm gleich zu tun.

 

 

 

Nach Luther folgen die guten Werke dem Glauben von selbst:

„Darum siehe eben drauf, Christum als eine Gabe nähret deinen Glauben und macht dich zum Christen. Aber Christus als ein Exempel nähret deine Werk; die machen dich nicht zum Christen, sondern sie gehen von dir, so du zuvor zum Christen gemacht bist. So sehr nun Gabe und Exempel sich unterscheiden, so sehr sind auch Glaube und Werk voneinander entfernt. Der Glaub hat nichts eigen, sondern Christi Werk und Leben.“

Luther, Martin – Ein klein Unterricht, was man in den Evangeliis suchen und gewarten soll

„Aber der Glaube ist ein göttlich Werk in uns, das uns wandelt und neu gebieret aus Gott, Joh. 1,13. und tödtet den alten Adam, machet uns ganz andere Menschen von Herzen, Muth, Sinn und allen Kräften, und bringt den heiligen Geist mit sich. O es ist ein lebendig, geschäftig, thätig, mächtig Ding um den Glauben, daß unmöglich ist, daß er nicht ohne Unterlaß sollte Gutes wirken. Er fragt auch nicht, ob gute Werke zu thun sind? sondern ehe man fraget, hat er sie gethan, und ist immer im Thun.“

Luther, Martin – Über den wahren seligmachenden Glauben

Da der Herr Jesus auch die Seinen nach ihren Werken richten wird, müssen die Seinen auch für ihr Tun verantwortlich sein.

1.Petr 4,17-18: „Denn die Zeit ist da, daß das Gericht beginnt beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, wie wird das Ende derer sein, die sich weigern, dem Evangelium Gottes zu glauben? Und wenn der Gerechte [nur] mit Not gerettet wird, wo wird sich der Gottlose und Sünder wiederfinden?“

Jak 2,12-13: „Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen! Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit [die wir getan haben!] aber triumphiert über das Gericht.“

Würden die Werke von selbst folgen, so würden Christen nicht ermahnt werden müssen, das Gute nicht zu unterlassen.

Jak 4,17: „Wer nun Gutes zu tun weiß und es nicht tut, für den ist es Sünde.“

Tit 3,8: „Glaubwürdig ist das Wort, und ich will, daß du dies mit allem Nachdruck bekräftigst, damit die, welche an Gott gläubig wurden, darauf bedacht sind, eifrig gute Werke zu tun. Dies ist gut und nützlich für die Menschen.“

Darum soll man laut Luther zu den guten Werken auch nicht streng ermahnt, sondern bloß freundlich ermuntert werden:

„Darum sehen wir auch, daß er nicht greulich dringt und treibt, wie Mose tut in seinem Buch und des Gebots Art ist, sondern lieblich und freundlich lehret, sagt nur, was zu tun und lassen sei, was den Übeltätern und Wohltätern begegnen werde, treibt und zwingt niemand, ja, auch so sanfte lehret, daß er mehr reizet denn gebeut, hebet an und sagt: „Selig sind die Armen, selig sind die Sanftmütigen“ etc. Und die Apostel brauchen auch gemeiniglich das Wort: Ich ermahne, ich bitte, ich flehe etc. Aber Mose, der spricht: Ich gebiete, ich verbiete, dräuet und schreckt daneben mit greulicher Strafe und Pein.“

Luther, Martin – Ein klein Unterricht, was man in den Evangeliis suchen und gewarten soll

„Daher der Mensch ohne Zwang willig und lustig wird, Jedermann Gut’S zu thun, Jedermann zu dienen, Allerlei zu leiden, Gott zu Lieb und Lob, der ihm solche Gnade gezeigt hat. Also daß unmöglich ist, Werk vom Glauben scheiden, ja so unmöglich, als Brennen und Leuchten vom Feuer mag geschieden werden. Darum siehe dich vor, vor deinen eigenen falschen Gedanken, und unnützen Schwätzern, die vom Glauben und guten Werken klug seyn wollen zu urtheilen, und sind die größten Narren.“

Luther, Martin – Über den wahren seligmachenden Glauben

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Gegensatz dazu legten der Herr und die Bibel größten Nachdruck auf Gehorsam und gute Werke – auch mit Drohungen.

Mat 7,21: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“

Mat 7,24-25: „Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. 25 Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet.“

Wohlgemerkt: Der Felsen ist der Gehorsam!

Röm 2,7-10: „Denen nämlich, die mit Ausdauer im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, ewiges Leben; denen aber, die selbstsüchtig und der Wahrheit ungehorsam sind, dagegen der Ungerechtigkeit gehorchen, Grimm und Zorn! Drangsal und Angst über jede Menschenseele, die das Böse vollbringt, zuerst über den Juden, dann auch über den Griechen; Herrlichkeit aber und Ehre und Friede jedem, der das Gute tut, zuerst dem Juden, dann auch dem Griechen.“

2.Kor 5,10: „Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse.“

Eph 6,8: „Da ihr wißt: Was ein jeder Gutes tun wird, das wird er von dem Herrn empfangen, er sei ein Sklave oder ein Freier.“

Tit 3,1-2.8: „Erinnere sie, daß sie sich den Regierenden und Obrigkeiten unterordnen und gehorsam sind, zu jedem guten Werk bereit; daß sie niemand verlästern, nicht streitsüchtig sind, sondern gütig, indem sie allen Menschen gegenüber alle Sanftmut erweisen. […]Glaubwürdig ist das Wort, und ich will, daß du dies mit allem Nachdruck bekräftigst, damit die, welche an Gott gläubig wurden, darauf bedacht sind, eifrig gute Werke zu tun.“

Wenn keine Besserung des Lebens folgt, macht das den Glauben nicht ungültig

„Glaube ist nicht der menschliche Wahn und Traum, den Etliche für Glauben halten, und wenn sie sehen, daß keine Besserung des Lebens, noch gute Werke folgen, und doch vom Glauben viel hören und reden können, fallen sie in den Irrthum und sprechen: Der Glaube sey nicht genug, man müsse Werke thun, soll man fromm und selig werden.“

Luther, Martin – Über den wahren seligmachenden Glauben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bibel macht klar, dass der Glaube ohne die Werke tot ist – mehr noch, dass der Glaube erst durch die Werke vollendet wird:

Jak 2,17-20.22.24: „So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot. Da wird dann einer sagen: »Du hast Glauben, und ich habe Werke. Beweise mir doch deinen Glauben aus deinen Werken, und ich werde dir aus meinen Werken meinen Glauben beweisen!« Du glaubst, daß es nur einen Gott gibt? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es – und zittern! Willst du aber erkennen, du nichtiger Mensch, daß der Glaube ohne die Werke tot ist? […]

Siehst du, daß der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war, und daß der Glaube durch die Werke vollkommen wurde? […]

So seht ihr nun, daß der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird und nicht durch den Glauben allein.

Luther selbst trennt den Glauben von den Werken, indem er sagt, die Werke machen nicht den Glauben aus. Darum hat er den Jakobusbrief abgelehnt und in seiner Bibel nach hinten gereiht.

Die Wiedergeburt setzt laut Luther auch keine Werke voraus.

„So lesen wir, daß noch nie jemandem der heilige Geist gegeben worden sei dann, wenn er Werke getan hat, wohl aber immer dann, wenn sie das Evangelium von Christus und der Barmherzigkeit Gottes gehört haben.“

Luther, Martin – Von den guten Werken

 

 

 

 

 

 

Die Schrift ruft uns zur Buße auf – nirgends im Neuen Testament erhält man den Heiligen Geist ohne Buße und Glauben. Und die Buße mus sich in Werken zeigen:

Mat 3,7-8: „Als er aber viele von den Pharisäern und Sadduzäern zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem zukünftigen Zorn entfliehen? So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind!

Apg 26,19: „Ich verkündigte zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem und dann im ganzen Gebiet von Judäa und auch den Heiden, sie sollten Buße tun und sich zu Gott bekehren, indem sie Werke tun, die der Buße würdig sind.

 

Darum ist laut Luther auch die Bekehrung nicht in der Verantwortung des Menschen oder seines Willens.

„Dann es ist nicht jedermanns Ding, noch aus Menschen Verstand und Wahl herkommen: Es gehört mehr dazu, denn Vernunft und freier Wille, daß man’s könne fassen und annehmen, wie Christus spricht Joh. 6.: Es kann niemand zu mir kommen, es sei dann, daß ihn der Vater ziehe. Und abermal: Wer es höret von meinem Vater, und lernets, der kommt zu mir. Welche Worte, ob sie wohl hart lauten wider die falschen Christen, sie sind doch den frommen Herzen, die sein Wort lieb haben, lieblich und tröstlich, wenn man siehet in Christus Herz und Meinung, daher sie fließen. Denn er will anzeigen, daß nichts aus Menschen Willen und Fürnehmen komme, an Christo zu hangen und sein Schüler zu werden, sondern daß es Gottes Werk und Kraft sei. Wie sich’s denn wohl ausweiset, wenn man in die Welt siehet, wie wenig ihrer sind, die Christus Wort lieb und werth haben.“

Luther, Martin – Von der freien Gnade

 

 

 

 

Dem steht das Wort des Herrn Jesus über Jerusalem entgegen. Es genügt nicht, dass Gott uns retten will – wir müssen auch wollen.

Mat 23,37: „Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!

Offb 22,17: „Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!“

Wenn Gott an unseren Willen appelliert, bedeutet das, dass unser Wille dem Evangelium frei antworten kann und muss.

Einer der Gründe dafür, dass so wenige Christen sind, liegt auch darin, dass man sie ungefragt und ohne Glauben tauft und danach den Aufruf zu einer Glaubensentscheidung unterlässt. Zehntausende kamen innerhalb weniger Jahre zum lebendigen Glauben, als die Täufer predigend durch das Land zogen und die tauften, die die Botschaft annehmen wollten.

Es ist auch nicht in der Hand des Christen, ob sein Glaube nun stark oder schwach sei.

„Es ist mancher ein großer Heil’ger, aber es kann geschehen, daß er schwächer im Glauben wird, als ich. Also kann mir Gott auf diese Stunde einen hohen starken Glauben schenken, aber wieder, ehe man sich umsieht, sinken lassen, den Glauben irgend einem großen Sünder geben. Warum tut er denn solches, daß er seine Heiligen nicht immer im starken Glauben gehen läßt? Darum, daß sie nicht stolz werden oder meinen, sie hätten’s von ihm selbst, und sich selbst zum Gott machen.“

Luther, Martin – Zitate aus verschiedenen Quellen

 

Die Schrift fordert uns auf, auf unseren Glauben acht zu haben, dass er gesund sei:

Tit 1,13: „Dieses Zeugnis ist wahr; aus diesem Grund weise sie streng zurecht, damit sie gesund seien im Glauben.“

2.Kor 13,5: Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellt euch selbst auf die Probe! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, daß ihr unecht wärt!“

Es ist Sünde, nicht an Jesus zu glauben – somit liegt der Glaube in unserer Verantwortung:

Joh 16,8: „von Sünde, weil sie nicht an mich glauben.“

Die Gerechtigkeit aus Glauben, behauptet Luther, ist völlig unabhängig von unseren Werken.

„Ich weiß sehr wohl, daß ich leider Sünde habe, und bei mir keine Gerechtigkeit (die vor Gott sollte gelten); ich soll und will sie auch bei mir nicht suchen noch wissen; denn damit würde ich nimmer vor Gott können kommen. Aber hier höre ich, daß Christus saget, daß meine Gerechtigkeit sei die, daß er einen Gang zum Vater gethan und gen Himmel gefahren. Daselbst ist sie hingesetzt, da sie mir der Teufel wohl muß bleiben lassen; denn er wird Christum nicht zu einem Sünder machen, noch seine Gerechtigkeit strafen oder tadeln. Bin ich ein Sünder, und mein Leben vor Gott nicht bestehet, und keine Gerechtigkeit in mir finde: so habe ich aber einen andern Schatz, welcher ist meine Gerechtigkeit, darauf ich rühme und trotze.“

Luther, Martin – Von der freien Gnade

 

 

 

Die Schrift warnt uns davor, so zu leben wie die Ungläubigen. Wir werden dann das Reich Gottes nicht erben.

Eph 5,1-7: „Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott. Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht soll nicht einmal bei euch erwähnt werden, wie es Heiligen geziemt; auch nicht Schändlichkeit und albernes Geschwätz oder Witzeleien, die sich nicht gehören, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger (der ein Götzendiener ist), ein Erbteil hat im Reich des Christus und Gottes.

Laßt euch von niemand mit leeren Worten verführen! Denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. So werdet nun nicht ihre Mitteilhaber!

Vor dem Richterstuhl Christi geht es um unsere Gerechtigkeit, nicht um Christi Gerechtigkeit.

Vielmehr ist es Gott, der in uns die Werke wirkt, unabhängig von unserem Willen.

„Wer das bekennet (nemlich, daß wir alles, was wir Gutes thun oder haben, von Gott haben) der bekennet auch damit, daß die Güte und Barmherzigkeit alles thut und wirket, und daß unser Wille nichts wirket, sondern nur das Werk leidet, und in ihm wirken läßt: Sonst wäre das nicht wahr, daß Gott alles Gute (wie du doch selbst in deinen Worten bekennest) alleine würket.“

Luther, Martin – Von der freien Gnade

Die Schrift macht klar, dass wir Verantwortung für unser Tun haben.

Heb 4,11: So wollen wir denn eifrig bestrebt sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als ein gleiches Beispiel des Unglaubens zu Fall kommt.“

2.Tim 3,12: „Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden.“

 

 

 

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