Ob auch Christen Obrigkeit sein mögen

Allhier gehet ganz ein andres Reich und Regiment an, darum auch das alte enden und aufhören muss, wie auch die Figur beweiset  des jüdischen Regiments, das bis auf Christum seinen Bestand hatte, wie die Schrift meldet, 1.Mo.49: Es wird das  Zepter von Juda nicht entwendet werden bis der Held (Christus) komme; darum es in Christo endet, aufhöret und zerbrochen wird, der nun auf dem Stuhl seines Vaters David gesessen ist und ein König aller wahren Israeliten geworden, Psalm 2; Matth. 22; Phil.2, der auch ein neu Regiment angefangen hat, das nicht dem alten gleichet und mit dem weltlichen Schwert nicht geführt wird.

Dieweil nun das jüdische Regiment (die dazumal Gottes Volk waren) in Christo endet, aufhöret und von ihnen genommen wird, so ist offenbar, dass ist offenbar, dass es in Christo nicht mehr sein soll, sondern er allein unter den Christen, Hebr.4, mit seinem geistlichen Schwert regieren will. Dass aber den Juden die Gewalt des weltlichen Schwerts genommen und zu den Heiden gewendet ist, bedeutet, dass nun hinfort Gottes Volk das weltliche Schwert nicht mehr führen, brauchen und damit regieren soll, Joh. 16; Röm. 8, sondern soll allein durch den einigen Geist Christi regieret und geführt werden. Dass es aber zu den Heiden gewendet ist, bedeutet, dass die, so sich dem Geist Christi nicht unterwerfen, das ist alle Heiden und Ungläubigen, damit gestraft und gezüchtigt werden.

Darum so hat die Obrigkeit außer Christo ihren Bestand aber nicht in Christo ihren Bestand aber nicht in Christo, Röm.13; Tit.3; 1.Petr.2.

Also ist Gott in Christo allein König und Oberherr über sein Volk, wie auch geschrieben steht, Sir.17: Gott hat allen Völkern Obrigkeiten verordnet, aber über Israel ist er allein Herr worden. Wie er nun ein geistlicher König ist, Hebr.4, also hat er auch geistlicher Diener, führet ein geistliches Schwert, er und alle seine Diener, das Seele und Geist durchdringet. Weil nun der Sohn vom Vater eingesetzt ist, Matth. 28, wie geschrieben stehet: Ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion, Psalm 2, der nun nicht im Zorn, wie jenen, sondern im Segen gegeben ist, (Hos.13; 10 und 11) wie es auch verheißen war. dass in ihm alle Völker sollen gesegnet werden, 1.Mo.12.

Deshalb wie jener geordnet ist Blut zu vergießen, so ist dieser der Menschen Seelen zu erhalten, jener  das Übel zu rächen, dieser aber mit Gutem zu vergelten, jener die Feinde zu hassen, dieser zu lieben. Also ist Christus ein König aller Könige, ja das Widerspiel aller Weltregenten 1.Mo.3; Joh.12; 2.Mo.21; Matth.5; darum er auch sagt: Mein reich: Mein Reich ist nicht von dieser Welt, denn wo das wäre, würden meine Diener für mich streiten, Joh.18; Phil.2. Also fängt er ein ganz andres Reich und Herrlichkeit an und will auch, dass seine Diener sich darein schicken und ihm ähnlich werden; darum er auch zu ihnen sagt: Die weltlichen Fürsten heißt man gnädige Herren und die Gewaltigen beherrschen das Volk; ihr aber nicht also, sondern wer der Größte ist unter euch, sei euer aller Diener, Matth.10; Luk.22. Also stehet die Herrlichkeit Christi und seiner Diener in der Entäußerung aller weltlichen Pracht. Je mehr  sich nun einer derselben entäußert, je herrlicher wird er im Reich Christi, wie die Worte beweisen, Matth.9: Wer sich selbst erhöht. der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden.

Weil nun in Christo unserem König der völlige Segen Gottes, ja er selbst der Segen ist, so muss alles das im Zorn gegeben ist, in ihm sich enden und aufhören, und kann sich nicht in ihm schicken, Kol.1; Gal.3; Hos.13. Die Obrigkeit aber ist im Zorn gegeben, darum sie sich in Christum weder fügen noch schicken kann. Also ist ein Christ keine Obrigkeit und eine Obrigkeit kein Christ, denn des Segens Kind kann der Rache Diener nicht sein, Luk.9. So regiert auch in Christo nicht sein, Luk.9. So regieret auch in Christo nicht das weltliche, sondern das geistliche Schwert und regieret sie also, dass sie das weltliche nicht verwirken, darum auch sein nicht bedürfen, Röm.13. Wenn man aber sagen wollte: Um der Bösen willen muss man es haben, darauf haben wir zuvor Antwort gegeben, und gesagt, dass sich die Gewalt des Schwertes zu den Heiden gewendet habe, damit sie ihre Übeltäter strafen. Das geht aber uns nicht an, wie Paulus sagt, 1.Kor.5: Was gehen mich die draußen an, dass ich sie richten sollte? Also mag kein Christ über die Welt regieren.

Dann möchte jemand sagen: So wäre nach der Meinung der Obrigkeit der Weg zum Leben versperrt. Da sagen wir nein, denn Christus spricht, Matth.11: Kommet her zu mit alle, die ihr mühselig und beschweret seid, ich will euch erquicken und euren Seelen Ruhe schaffen; darum es jedermann frei ist der Obrigkeit sowohl als den Untertanen; wer zu ihm kommen will Ihm kommen will, den wird er nicht hinaus stoßen, Joh.6.

Deshalb, so sich die Obrigkeit ihrer Pracht mit Christo entäußern, sich mit ihm erniedriget, Phil.2; Gal.2, und Christo allein mit ihr wirket ließe, so wäre ihr der Weg zum Leben so wohl unversperrter als andern; welcher aber, so er im Menschen anfängt zu wirken, nichts anders, denn das er selber auch tat, wirket, der auch floh als man ihn zum König machen wollte, Joh.6. So sie aber unzerbrochen in ihrer Herrlichkeit bleibet, sagt Christus selbst, Matth.10; Luk.14: Wer sich nicht alles, dazu auch seines eigenen Lebens entäußert, kann nicht mein Jünger sein. Daraus ist offenbar, dass nicht allein die Obrigkeit, sondern alle, so noch der Kreatur anhangen und dieselbe um Christi willen nicht verlassen, nicht Christen sind, Matth.19.

Weiter: Vom Kriegführen

Advertisements