Sorgen und Mammon

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„Der Währungscrash kommt! Retten Sie Ihr Geld – mit Gold!“ In Zeiten der Wirtschaftskrise werden Bücher mit solchen Titeln leicht Bestseller. Sagt nicht auch die Erste Bank: „In GOLD we trust“? Worum geht es?

Es geht um materielle Sicherheit, bzw. die Sorge um materielle Sicherheit. Solche Bücher oder Empfehlungen wollen auf eine Gefahr hinweisen, die durchaus realistisch ist – andererseits kann dennoch auch alles anders kommen. Und ganz uneigennützig ist es wohl auch nicht, wenn eine Bank dazu rät, in Gold anzulegen. Vor Jahren warnte man uns vor dem Pensionscrash und drückte uns Lebensversicherungen und Altersvorsorgeprodukte aufs Auge; jetzt, wo der Markt damit gesättigt scheint, kommt die nächste Hiobsbotschaft: All das ist bald gar nichts mehr wert: „Rette Dein Geld durch Gold!“ Und ein paar Jahre später …

Machen wir uns nichts vor: Die Welt wird immer unbeständig sein, und es wird immer Unsicherheiten geben. Worauf vertrauen wir: Auf Gott oder auf Gold? Gott oder Mammon?

Die Fragen, welche die Menschen umtreiben, sind sehr „bodenständig“:

(Mat 6,31b) Was sollen wir essen? oder: Was sollen wir trinken? oder: Was sollen wir anziehen?

Was verspricht uns der Mammon? Dass wir immer genug zum Anziehen und zum Essen und zum Trinken haben werden, wenn wir genug Geld haben. Die Lösung lautet: Materielle Sicherheit für materielle Sorgen. „Sorgen“ bedeutet die Angst vor dem eventuellen Wegfall der Sicherheit in naher oder ferner Zukunft. Was sagt der Herr Jesus?

(Mat 6,31-32a) So seid nun nicht besorgt, indem ihr saget: Was sollen wir essen? oder: Was sollen wir trinken? oder: Was sollen wir anziehen? denn nach allem diesem trachten die Nationen.

Er sagt, wir sollen nicht besorgt sein wie die Nationen, die Gott nicht kennen. Wenn wir uns also von diesen Schlagzeilen, Buchtiteln und Werbeaussendungen von Banken, Versicherungen und Goldanlageverkäufern zu Entscheidungen drängen lassen, denken und handeln wir wie die Ungläubigen. Machen wir uns nichts vor: Das einzige, was aus unserer Perspektive sicher ist, ist dass die Zukunft unsicher ist, und weder der Mann am Bankschalter, noch der Vertreter an der Wohnungstür haben eine Glaskugel, um in die Zukunft schauen zu können. Sie haben lediglich eine mehr oder minder begründete Hypothese, die sie zu Geld machen wollen.

Wir aber haben das prophetische Wort, und wir kennen Gott. Was sagt der Herr Jesus noch?

(Mat 6,25-30) Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung? Sehet hin auf die Vögel des Himmels, dass sie nicht säen noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel vorzüglicher als sie? Wer aber unter euch vermag mit Sorgen seiner Größe eine Elle zuzusetzen? Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomon in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wie eine von diesen. Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute ist und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, nicht vielmehr euch, Kleingläubige?

Wenn wir in unserer Sorge statt zu Gott zum Götzen Mammon laufen, beweisen wir da Glauben oder Kleinglauben oder gar Unglauben?

Mammon hat einen Pferdefuß: Er gibt nicht nur, er verlangt!

(Mat 6,24) Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhangen und den anderen verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon.

Kyrios Mammon ist kein Dienstleister, sondern ein Herr. Wer sich dem Mammon ausliefert, wird zum Knecht des Mammon. Jede Sicherheit, die heute angeboten wird, wird über langfristige Investments angeboten. Man hat also in diesen Zeiten nur begrenzten Zugriff auf das „gerettete Vermögen“. Weiters geht es darum, Schätze zu sammeln, deren Besitz jedoch wieder von anderen Sorgen begleitet ist:

(Mat 6,19-21) Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost zerstört, und wo Diebe durchgraben und stehlen; sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstört, und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen; denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.

Denn wer hat, dem wird genommen! Man könnte auch noch Inflation und Währungscrash in die Liste der hier genannten Ängste einfügen. Die Lösung des Mammon? Immer neue Anlageprodukte, und jedes Mal sagt er uns: „Und das ist wirklich sicher!“ Bis zum nächsten Schreckensszenario.

Das Sammeln von Schätzen versklavt und nimmt uns die Mittel, heute etwas Sinnvolles mit unserem Geld zu tun: Nämlich diese Mittel in die einzig sichere Anlageform zu investieren: In das Reich der Himmel. Schätze im Himmel sammelt man durch Mildtätigkeit, Freigiebigkeit, Loslassen vom Mammon, um anderen damit zu dienen. Und zwar heute, nicht in einer ungewissen Zukunft. Darum kommt dieses Wort des Herrn unmittelbar nach den Themen Almosen, Gebet und Fasten in der Bergpredigt.

Darum sind auch solche „Rationalisierungen“ irreführend: „Die Währung wird crashen, und dann möchte ich (in dieser ungewissen Zukunft) nicht abhängig sein, sondern Mittel haben, um anderen zu helfen.“ Das klingt super edel, doch der Bedürftige, der heute Not leidet, wird zwangsläufig abgewiesen und auf die Zeit vertröstet, wo es wirklich schlimm wird. Wenn der Herr unerwartet (wie ein Dieb in der Nacht) vor dem Crash kommt, wird er dann sagen: „Gut gemacht!“ oder wird Er Jakobus sprechen lassen

(Jak 5,3) Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird zum Zeugnis sein wider euch und euer Fleisch fressen wie Feuer; ihr habt Schätze gesammelt in den letzten Tagen.

Gold und Silber werden verrosten – Wort des lebendigen Gottes!

Eine andere Rationalisierung – oft als „Witz zum Nachdenken“ getarnt – geht dahin, dass Gott doch auch die Feuerwehr oder Ärzte benützt, um uns zu helfen und zu versorgen. Warum dann nicht auch den Vertreter der Bank, Versicherung oder Goldanlagefirma? Gott, der gesagt hat, wir sollen nicht am selben Joch mit den Ungläubigen ziehen, wird Er etwa eine Kooperation mit dem ungerechten Mammon eingehen? Gewiss nicht.

Der Herr Jesus schließt mit zwei wesentlichen Aussagen ab:

(Mat 6,33) Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.

Unsere Gedanken sollen um das Reich Gottes kreisen, und unsere Mittel sollen in das Reich Gottes fließen. Gott sorgt für uns auf Seine Weise und zu Seiner Zeit. Der Glaube Abrahams, der bereit war Isaak zu opfern, wird dem Herrn des Alls diese Kleinigkeit sicher zutrauen. Wer sich aber von materiellen Sorgen leiten lässt, der wird seinen eigenen Isaak nie zum Altar tragen; und so verspielt er das Zeugnis des rechtfertigenden Glaubens (Jak 2,21-23).

(Mat 6,34) So seid nun nicht besorgt auf den morgenden Tag, denn der morgende Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.

All die Schreckensszenarien beziehen sich auf morgen oder übermorgen, und unser Herr sagt klar, dass wir daran keinen Gedanken verschwenden sollen.

 

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