Verbindlichkeit

Mat 5,37: Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen. 

Unsere Beziehung zum Herrn Jesus ist untrennbar mit unserer Beziehung zu Seiner Gemeinde verbunden, die sich an verschiedenen Orten versammelt, um als Leib Christi ein Licht für die Welt zu sein.

Darum ist unser Ja zum Herrn Jesus in der Taufe (als Antwort auf Sein Ja zu uns am Kreuz) auch ein Ja zu Seiner Gemeinde und der Mission der Gemeinde. Deshalb hat das Brot im Abendmahl eine doppelte Bedeutung:

1.Kor 11,23-24 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, nämlich daß der Herr Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, Brot nahm, und dankte, es brach und sprach: Nehmt, eßt! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis!

1.Kor 10,26-17 Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus? Denn es ist ein Brot, so sind wir, die vielen, ein Leib; denn wir alle haben Teil an dem einen Brot. 

Ein Leib hat viele Glieder, und jedes Glied muss sich auf die anderen verlassen können. Die Beine müssen den Leib aufrichten und fortbewegen; wenn sie stolpern, müssen die Hände den Leib abstützen; die Augen müssen auf den Weg achten, um solch ein Stolpern zu vermeiden, u.s.w. In derselben Weise müssen wir uns aufeinander verlassen können; in derselben Weise sind wir auch voneinander abhängig.

Darum muss unser Ja zur Gemeinde ebenso fest sein wie das Ja zum Herrn. Wie äußert sich das?

Eph 4,11-16 Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus, bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus; damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus. Von ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Auferbauung seiner selbst in Liebe. 

Es geht also darum,

  • die von Gott gegebene Leitung anzuerkennen und wert zu schätzen.
  • sich durch deren Dienst an uns, selbst zum Dienst an den Glaubensgeschwistern zurüsten zu lassen.
  • danach zu streben fest und mündig zu werden, indem man in der Lehre Disziplin und Besonnenheit wahrt und nicht allen Winden des Zeitgeistes Gehör schenkt.
  • dass wir alle gemeinsam zum Herrn hin wachsen.
  • unter der Leitung des Hauptes, miteinander durch gegenseitige Dienste (Handreichungen)  verbunden zu sein.
  • dass der Leib Christi sich in der Liebe selbst auferbaut.

Dazu ist es nötig, sich so sehr in den Plan des Herrn Jesus einzufügen, dass wir fest entschlossen werden und bleiben, unser Ja auch ein Ja sein zu lassen. Gerade in kleinen Hausgemeinden kommt es wirklich auf jeden Einzelnen an, während man in großen „institutionellen“ Kirchen in der Masse untergehen bzw. mitschwimmen kann.

Der Feind hat viele Möglichkeiten, uns in unserer Treue wankend zu machen:

  • Es gibt ja so viele andere Gemeinden – warum nicht da und dort Besuche machen?
  • So leicht geschieht es, dass man Sympathie mit Liebe verwechselt und aus emotionalen Gründen nicht so gerne kommt.
  • Am schwersten fällt uns wohl die Selbstverleugnung, die sich auch darin zeigt, den anderen höher zu achten als sich selbst. Stattdessen stellen wir gerne das Ich und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt.
  • Die perfekte oder vollkommene Gemeinde gibt es nicht – aber wir stellen oft solch hohe Ansprüche an die Gemeinde! Der Herr jedoch sieht uns mit Geduld und Liebe an, im Wissen, dass wir alle einen Wachstumsprozess mit Höhen und Tiefen durchlaufen.

Wenn wir also dem Herrn das Ja gegeben haben, dann müssen wir auch Sein Ja zur Gemeinde mit all ihren Schwächen und Fehlern annehmen. Der Versuchung, sich aufgrund oberflächlicher Enttäuschungen zurückzuziehen, müssen wir um der Liebe Christi willen widerstehen. Stattdessen sollen wir mehr beten und offen und ehrlich miteinander reden. Gerade kleine Hausgemeinden bieten so einen Rahmen, wo Offenheit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Liebe gegeben sein sollen, um Differenzen in geschwisterlicher Weise zu lösen.

Ein gutes Mittel, aus solchen Differenzen herauszukommen, ist eine gesunde Orientierung nach Außen. Wer Ja zur Gemeinde sagt, sagt auch Ja zu ihrer Mission und ihrem Auftrag. Gemeinden, die in sich uneinig und zerstritten, oder halbherzig und unverbindlich sind, werden keine Frucht für das Reich Gottes bringen können.

Wo stehst du? Versuche dich einzuschätzen anhand folgender Beispiele.

Bist du … sehr mäßig schwankend gar nicht
Ein Beter?
Ein Diener?
Ein Ermutiger?
Ein Mahner?
Ein Tröster?
Ein Besucher von Kranken?
Interessiert am Leben der Geschwister?
Ein Mann/eine Frau des Wortes Gottes?
Ein freimütiger Bekenner?
Freigiebig bei Nöten anderer?
Ein freudiger Anbeter Gottes?
Ein gehorsames Kind des Vaters?
Von der Welt abgesondert?
Einer, der sein Wort hält?
Regelmäßig in der Versammlung?
Usw. …

 

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