Vom Abendmahl Christi

Der Herr Christus, das Heil der Welt, vom Vater dazu gesandt, dass die an ihn glauben das ewige Leben haben und wiederum in das göttliche Bildnis erneuert und seiner Natur eingesetzt werden, Jes.62; Joh.6+20; Eph.4; Kol.3; 2.Petr.1, welchen Zutritt zum Vater und seiner Gnade er uns (die wir seinem Tode ähnlich werden) durch seinen Tod erworben hat, Eph.2; Joh.14. Darum er auch, als er wieder zum Vater gehen wollte, von dem er ausgegangen war, wollte er solches seinen Jüngern, die er sich von der Welt erwählt hatte, anzeigen und einprägen, auf das sie (nachdem er von ihnen gegangen war) hätten sich seiner Gnade erinnern, und wüssten wozu sie von Gott erwählt und angenommen wurden. (Joh.15; 1.Thess.4)

Deshalb nahm er das Brot, dankte seinem Vater, brach es und gab es seinen Jüngern uns sprach, Matth.26; Mark.14; Luk.22; 1.Kor.11: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird, solches tut, so oft ihr es tut, zu meinem Gedächtnis. Deselbigen gleichen nahm er den Kelch und sprach: Trinket alle daraus, das ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden, das tut zu meinem Gedächtnis.

Das nun Christus hier Brot nimmt und seinen Jüngern gibt, damit will er die Gemeinschaft seines Leibes anzeigen und seinen Jüngern erklären, dass sie mit ihm ein Leib, eine Pflanze, ein Gewächs und ein Wesen geworden sind, Joh.15, wie es auch Paulus auslegt: Wir die Vielen, sind ein Brot und ein Leib, die wir alle eines Brotes teilhaftig werden, 1.Kor.10. Er gibt ihnen aber nicht seinen Leib, Fleisch und Blut darinnen zu essen, Joh.6, wie es von den Verführern verdreht worden ist, und zur Abgötterei (Götzendienst) geraten, sondern wie gesagt, er lehrt sie, dass sie seines Leibes Glieder sind und wie das Brot aus vielen Körnchen zusammen gefügt ein Brot geworden sind, Röm.12; 1.Kor.11+12; also auch wir aus vielen Menschen, und die wir in viel zerstreuet und geteilt waren, mancherlei Sinn und Meinung hatten; durch den Glauben in eins geführt, eine Pflanze, Gewächs und Leib Christi geworden sind, IHM in einem Geist anzuhangen, Röm.11; 1.Kor.6; Röm.12; Phil.2, wie es auch der HERR ihnen noch in einem anderen Gleichnis klarer vormalet, da er spricht, Joh.15: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Allhier (überall) zeiget er abermals deutlich und klar an, das sie mit ihm eine Pflanze, Gewächs, Materie, Substanz und Leib seien; darum klar genug ist, dass kein anderer denn dieser einige (einmütige) der Sinn Christi sei.

Das er ihnen aber das gebrochene Brot gilbt und ihnen zu essen befiehlt, damit zeiget er an, das sie seinen Tod ähnlich und gleichförmig werden müssen, sollen sie anders seiner Gnade teilhaftig und Erben Gottes werden, wie auch Paulus sagt: Wir sind Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf das wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden, Röm.8; Luk.22: Matth.26. Das es aber diese Meinung hat und es der rechte Sinn Christi sei, beweisen aber seine eigenen Worte, da er spricht: Das ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird, Luk.22. Hier sagt er ja nicht: Das ist mein Blut, trinket es alle, sondern: Das ist das neue Testament. Was ist denn das neue Testament? Ist es denn der Leib Christi essen und sein Blut trinken? Lieber zeige doch irgendein Wort an, wo es also verheißen sei. Ach der großen Torheit, und das man doch nicht  sehen und wissen will. Das aber finden wir wohl, das Gott ein neues Testament verheißen hat, nicht aber vom Leib oder Fleisch und Blut essen, sondern von der Erkenntnis Gottes, wie die Worte lauten: Das soll das Testament sein, das ich mit ihnen aufrichten will: Ich will mein Gesetz in ihren Sinn geben will es in ihren innerlichen Gliedern einpflanzen, das sie mich erkennen sollen, Jer.31; Hebr.8;  durch welche Erkenntnis aber der Mensch zu Gott geführt, seiner Art und Natur eingesetzt und teilhaftig wird, dadurch wir auch alle in den einigen Sinn und Willen Christi eingeführt werden, Weish.17; 1.Petr.17; Phil.2; 1.Kor.2. Darum gibt er ihnen Wein, da aus vielen Körnchen oder Weinbeeren ein Trank geworden ist, und spricht: Das ist das neue Testament in meinem Blut, Luk.22; Hebr.9; als wolle er sagen: Das in meinem Blut befestiget oder fest geworden und bestätiget ist; denn ich habe euch in solch Gnaden Testament eingeführt und sein teilhaftig gemacht, dass ihr nun mit mir (durch den Glauben) ein Brot und Leib geworden seid, des ihr fortan durch einen Geist geführt in einerlei Sinn und Meinung wandeln sollet, zu beweisen, das ihr meine Jünger seid, 1.Kor.10; Apg.2: Joh.13.

Also ist der Tisch oder das Brot und Trank des HERRN eine Beweisung der Gemeinschaft seines Leibes, da sich ein Glied mit den andern eines Sinnes, Herzens und Geistes Christi zu sein beweiset. Deshalb sagt Paulus; 1.Kor.11: Es prüfe sich der Mensch wohl, ehe denn er von diesem Brot esse und von diesem Trank trinke, denn wer unwürdig davon isst, der isst und trinket sich selber das Gericht; als will er sagen: Es prüfe, untersuche und erinnere sich der Mensch wohl, ob er auch solcher Gnade Christi teilhaftig und ein wahres Glied Christi sei, wie er sich beweiset; denn wo etwas anders in ihm ist, so isst und trinket er das Gericht, Joh.14 und 16; Apg.2; 1.Kor.6 und 10; Röm.12.

Weiter: Von der Gemeinschaft der Güter

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