Vom Alten Testament

Das alte Testament, so viel es das alte geheißen wird, ist das, so Israel ohne Austeilung des Gnadengeistes gegeben ist, darum auch ihr hartnäckiges Herz nicht beschnitten und die Sünde von ihnen nicht genommen wurde, wie der Apostel anzeiget, Hebr.10; Apg.7: Es ist unmöglich durch Ochsen- und Bocksblut Sünde wegnehmen: Damit stimmt auch Esra, und spricht, 4.Esra 3: Da du den Samen Israel aus Ägypten führtest, hast du sie an den Berg Sinai gebracht, hast den Himmel gebogen, das Erdreich gestellt, den Erdboden machen erheben und den Abgrund erzittern und hast die Welt erschreckt. Und deine Herrlichkeit ist durch vier Pforten, Feuer, Erdbeben, Wind und Kälte gegangen, dass du dem Samen Jakobs dein Gesetz und Israel Fleiß gäbet, hast dennoch das boshafte Herz, (dass dein Gesetz bei ihnen Frucht brächte) nicht von ihnen genommen._ Weil denn das Herz nicht dadurch geändert und dasselbige Volk das alte Volk geblieben ist, ist es nicht ein Testament der Kindschaft, sondern der Knechtschaft, wie es auch Paulus nennet, da er die zwei Testamente durch die zwei Frauen einführt und spricht, Gal.4: Das Testament, so vom Berg Sinai gegeben ist, gebiert zur Knechtschaft und ist nicht frei mit seinen Kindern, 2.Mo.20:1-17. Wiewohl es aber zur Knechtschaft gebiert, ist es doch eine Einführung eines besseren und vollkommeneren, Hebr.7. Weil nun ein besseres kommen, das ist das Testament Gottes völliger und klarer geoffebart werden sollte und ganz ans Licht kommen, so musste das Dunkle und Unvollkommene enden und aufhören, deshalb auch Moses (spricht Paulus) eine Decke vor sein Angesicht hängte, 2.Kor.3, das die Kinder Israel nicht ansehen mochten das Ende des, das aufhöret. Dass es aber aufhöret, bezeugt der Apostel, da er spricht: Dieweil Gott ein neues verheißt, veraltet das erste. Was aber veraltet und verjährt ist, das ist nahe bei seinem Ende. Nicht aber, dass darum Gottes Testament aus sei und aufhöre, sondern allein die unvollkommene Offenbarung und Dunkelheit desselbigen enden und höret auf, damit es in seiner Kraft und Klarheit offenbar werde  und  an den Tag komme, wie denn in Christo geschehen ist. Also nennt nun der Apostel das neue besser um der überschwänglichen Offenbarung willen seiner Klarheit, 2.Kor.3; Hebr.7; Phil.3.

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