Vom Ehebruch

Wie nun die Ehe eine Verbindung zweier ist, da eins das andere annimmt zu versorgen, das andre aber ihm zu gehorchen bewilliget, und aus solcher ihrer beider Bewilligung die Ehe befestigt wird, Mal.2, also im Gegenteil, wo solche Bewilligung nicht gehalten und übergangen wird, so wird die Ehe gebrochen, es sei von welchem es wolle. Der Mann, so er nicht als eine Herrlichkeit Gottes seine Ehre bewähret, 1.Kor.11, und seinem Weibe vorgeht und eine Reizung zu der Gottseligkeit zu der Gottseligkeit ist, so hat er schon die Ehe an seiner Frau gebrochen; und so er sie also an der Frau bricht, sündiget er bald im anderen Grad, nämlich an seinem Geist, den er sich   nicht beherrschen, sondern das Fleisch überwinden  lässt, Röm.8, daraus es leichtfertig wird und seine Herrlichkeit verlässt. So denn sein Geist vom Fleisch überwunden und geschwächt wird, fällt er im dritten Grad und bricht sie auch an dem Schöpfer, von dem er dadurch geführt wird, 1.Mo.3; 1.Tim.4. Also auch die Frau, 1.Petr.3, so sie den Gehorsam des Mannes verlässt, der ihr anders treulich vorgehet, hat sie die ehe an ihrem Mann, das ist das Verbindung, die mit ihm geschehen und ihre Bewilligung gebrochen und übertreten. So sie nun also am Mann sündiget, 1.Mo.3, durchgeht sie auch (wie oben gesagt) alle drei Grade, ausgenommen der Mann hätte zuvor an ihr durch Leichtfertigkeit gebrochen, wäre leichtfertig geworden und wollte sich auch dahin ziehen; dann sollte sie die gebrochene Ehe fahren und sich der ungebrochenen, das ist des Gehorsams des Geistes und Gottes halten, sonst fiel sie mit dem Mann in den Tod.

Wo aber der Mann das Seine tut, Eph.5; 1.Petr.3, worin die Frau nicht seinen Rat hat, sondern ohne Rat handelt, so übertritt sie ihre Ehe und Bündnis, im kleinen sowohl wie im großen, und entziehet ihrem Mann seine Ehre und Herrlichkeit, durch welches der Mann, so er es bewilliget, mit ihr sündiget, wie Adam mit der Eva, da er ihr bewilliget von der verbotenen Frucht zu essen und beide in den Tod fielen, denn sie brachen an ihrem Schöpfer die Ehe und übergingen seine Ordnung, 1.Mo.3; 4.Esra 3 und 7; Röm.5. Auch sagt der Herr Christus vom Ehebruch, dass so jemand eine Frau ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon die Ehe mit ihr in seinem Herzen gebrochen, Matth.5.

Zum dritten geschieht der Ehebruch mit dem Werk des Fleisches, so einer oder eine außer des Gemahls sich zu einer oder einem anderen tut. Wo es nun also geschieht, dass eins an dem anderen dergestalt bricht, sagen wir, dass sich das andere seiner entschlagen oder entäußern soll, und seiner Gemeinschaft nicht mehr vor rechtschaffen getaner Buße teilhaftig werden. Denn wo es sich mit dem Übertretenden vor getaner Buße vermischte, würde sie mit ihm Hurerei treiben, ob es gleich vorher ihr Gemahl gewesen ist; denn es ist nicht mehr eine Ehe, dieweil diese zerbrochen ist, bis das es durch Wiederkehr (Umkehr) gebessert werde; Deshalb es sowohl als das andre mit der Absonderung gestraft würde. 1.Kor.5.

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