Vom Gesetz

Das Gesetz ist das Zeugnis oder das Wort, so von dem alten, das ist das knechtische Testament zeuget, derhalben es ein knechtisches Joch genannt wird, das nicht mehr tut, denn treibet, heißt und fordert, das aber, was es fordert und begehret (um seiner Schwachheit willen) nicht geben kann; denn wo der Geist dem Wort nicht beigegeben wird, mag es die Gerechtigkeit, die vor GOTT gilt nicht erlangen, Gal.4 und 5; Röm.8:3+7; Hebr.7. Nichts desto minder zeigt es, weiset und macht dem Menschen die Sünde bekannt, schlägt nieder, zerbricht und ängstet das Gewissen, wodurch der Mensch bewegt werde, ein besseres suche und danach frage, Gal.3. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen bis auf Christus, durch den die Verheißung des Vaters ausgegossen wird auf alle, die an seinen Namen glauben, Joh.14; Apg.1 und 2; Eph.1, welche Verheißung ist der Geist der Gnade, durch den wir (wenn wir uns von ihm regieren und führen lassen) vom Gesetzt los und lebendig werden, wie Paulus schreibt: Wandelt ihr aber im Geist, so seid ihr nicht mehr unter Gesetz, Gal.5; Röm.10. Also ist Christus des Gesetzes Ende zur Frömmigkeit eines jeden, der da glaubet.

Nun aber ist Christus nicht also des Gesetzes Ende, das darum Gottes Gesetz aus sei oder aufhöre, denn Paulus spricht, Röm.3 und 7: Heben wir das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne, sondern wir richten das Gesetzt auf. Deshalb das Gesetzt, so viel es geistlich ist, nicht aufgehoben ist, sondern in seine Geistlichkeit erst recht gestellt und geordnet ist, das ist durch den Geist Christi rechter Art nach Gottes Willen vollführet und vollendet. Darum das Gesetz allein, soweit es schriftlich verfasset oder buchstäblich ist (weil der Buchstabe tötet) durch Christum aufgehoben ist, Eph.2; 2.Kor.3; 1.Kor.9, da er uns seinen Geist gegeben hat, der in uns mit Lust allen Gotteswillen vollbringe nicht aus Zwang oder Drang des Gebots. Also sind wir nicht mehr unter dem Gesetz und doch nicht ohne Gottes Gesetz. Alles nun das Buchstäbliche, so viel es buchstäblich ist, ob es gleich Paulus, Petrus oder irgend einer aus den Aposteln geschrieben hat, heißen wir Gesetz und Gebot, und sind es auch, denn derselbige Buchstabe ebenso wohl als der Buchstabe des Gesetz Mose nichts mehr tut denn tötet, 2.Kor.2. So viel es aber geistlich ist und geistlich erfasset und aufgenommen wird, so ist es ein Gnadenwort, ob es gleich Mose geschrieben hat. Röm.7 und 8. Deshalb die, so den Geist Christi nicht haben, des Evangeliums Diener nicht sein mögen, sondern des buchstäblich  Gesetzes.

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