Vom Handbieten und Umarmen

Das Handbieten und Umfahren ist ein Zeichen des Friedens,   Liebe und göttlicher Einigkeit, damit man sich in der Kirche beweiset, dass man eines Sinnes, Herzens und Gemütes sei, Apg.2 und 4, wie aus Paulus mag erkannt werden, da er spricht: Als Petrus, Jakobus und Johannes sahen die Gnade Gottes, die mir gegeben war, dass mir gleich wie ihnen das Evangelium vertrauet war, gaben sie mir und Barnabas die Hand und vereinbarten sich mit uns, Gal.2. Also ist es ein Zeichen der Einigkeit, Friedens und Liebe.

Denn gleichwie man die Hand in einander schließt, beweiset und zeigt man damit an, das die Herzen also in einander geflochten und geschlossen sind. Desgleichen auch das Umfahren, dass wie einander umfahren und in die Arme schließt, also mit den herzen auch einander umfangen, Phil.1, oder darein geschlossen haben. Weil aber diese zwei Zeichen des Friedens sind, sollen sie in der Gemeinde steif, feste, wohl und rechter Art mit Gottesfurcht gehalten werden, und soll ein Glied der Kirche das andre mit solcher Ehrerbietung aufnehmen, Röm.12; 1.Pet.2. Wo aber sich eins gegen das andre also beweiset und aber das Herz nicht also (wie gesagt) gerichtet wäre, so triebe derselbige Heuchelei, und die Wahrheit wäre nicht in ihm, 1.Joh.1 und 2. In der Welt aber ist es ein Zeichen der Freundlichkeit, darum  es ein Christ in derselben Gestalt mit ihnen wohl gebrauchen mag, Spr.17, 18. Wenn es aber ein Zeichen des Eids und Schwörens ist, soll er es nicht brauchen und tun.

Weil aber diese Zeichen auf eins deuten, soll; Ärgernis zu vermeiden, Matth. 18; 1.Kor.11, und dass auch dem Fleisch keine Ursache oder Anreizung zu Sünden gegeben werde, ein Bruder den andern und wiederum eine Schwester die andre in der Liebe aufnehmen und umfahren, ihre Herzen (wie oben gesagt) damit zu beweisen; aber Brüder und Schwestern sollen solches mit dem Handbieten ausrichten und einander nicht umfahren, dass man der Lehre Christi keine Schmach und Unehre damit auflade oder zufüge.

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