Vom Krämer

Krämerei und Kaufmannschaft zu treiben unter uns gestatten wir keinem, dieweil es ein sündiger Handel ist, wie der weise Mann sagt: Ein Kaufmann und Krämer kann sich schwerlich bewahren dass er nicht sündige, und wie sich ein Nagel zwischen Tür und Angel eindringet, also die Sünde zwischen Kaufen und Verkaufen. Darum gestatten wir keinem, dass er auf Wiederverkauf etwas kaufe, wie die Kaufleute und Krämer zu tun pflegen. Aber einem, der kauft zur Notdurft seines Hauses oder Handwerks, dasselbige damit zu treiben, und das wiederum, das er mit seinem Handwerk daraus gemacht hat, verkaufet und vertreibet, achten wir nicht unbillig sondern recht zu sein.

Das aber allein halten wir für Unrecht, Sir.26 28 wenn einer Ware kaufet und gleich dieselbige Ware, wie er sie gekauft, und seinen Gewinn und Überkauf hat, wieder verkauft, und seinen Gewinn und Übernutz (Vorteil) davon nimmt Sir.27:1-2, und damit den Armen die Ware verteuert und ihnen das Brot vor dem Mund abschneidet, und also der Arme nicht mehr denn des Reichen Knecht sein muss. Also sagt Paulus, Eph.4: Wer überfordert (übervorteilt) hat, der überfordere nicht mehr. Dann sagen sie: Geschieht es doch auch dem Armen zu gut, dass man die Ware aus einem Land in das andere bringet. Da wird die Armut wohl vorgewendet, suchen aber doch allezeit am ersten ihren Nutzen und bedenken die Armen, so lange sie irgend einen Pfennig im Beutel haben. Darum wir es unter uns nicht gestatten, sondern sagen mit Paulus, Eph.4: dass sie mit den Händen etwas Redliches schaffen sollen, dass sie den Dürftigen zu geben haben.

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