Vom Missbrauch des Abendmahls

Alle Dinge sind von GOTT durch Christum in eine rechte Ordnung gestellt, dem Menschen zu Nutz, Besserung, Trost, Heil und Seligkeit, aber vom Feind davon verrücket und verkehret, dem Menschen zu Schaden und Verderben. Also er auch das Abendmahl des HERRN, das uns zum Trost und Erinnerung der Gnade GOTTES gegeben ist, in Schaden verkehrt hat, den Tod damit zu wirken, Matth.26; Mark.14; Luk.22; 1.Kor.11. Denn was ist größerer Schaden, den rechten Gebrauch zu verlassen und in Abgötterei (das doch der größte Gräuel ist) zu kehren, wie auch Israel tat, die den rechten Gebrauch ihres Silbers und Goldes (ihnen von GOTT zu Nutz, Zier und Ehre gegeben) verließen und machten ein Kalb (ihnen zur großen Schmach und Schande) daraus, 5.Mo.32; 2.Mo.12 und 22; Ps.105; von dem sie sagten: Das sind unsere Götter, die uns aus Ägypten geführt haben; entzogen also damit GOTT die Ehre und gaben sie einem gegossenen Bild, das ihre Hände gemacht hatten.

Also tut eben dies Volk mit dem Brot, verlässt den rechten Gebrauch Christi, der ihnen zum Trost gegeben und eingesetzt war und dichtet Abgötterei (einen Gräuel unserem GOTT) daraus, denn es ist doch Abgötterei für einen GOTT ehren, das aber keinen ist, aber suchen da er nicht ist, Matth.26; Mark.14; Luk.22; 1.Luk.11; 2.Mo.20; Bar.6. Das er aber im Brot nicht ist; bezeugen die Worte: GOTT will nicht wohnen in Tempeln, die mit Menschenhänden gemacht werden, 1.Kön.8; Jes.66; Apg.7 und 17. Nun ist ja Brot von Menschenhänden gemacht; er ist darum nicht darinnen. Darauf sagen etliche: das ist vom Vater gesagt, der nicht in Tempeln von Menschenhänden gemacht wohnen will, aber nicht vom Sohn, der doch die Zeit seines Wandels auf dieser Welt darinnen gewesen und gewohnt hat, von dem wir auch hier reden, Luk.2; Apg.7. Wir sagen: Es ist von Gott geredet, der auch nie darinnen gewohnt hat, und auch nicht wohnen wird. Das aber Christus nach seiner Menschheit darinnen gewohnt hat, damit hat er sich (wie auch sonst in seinen ganzen Leben) als einen wahren Menschen bewiesen, welcher auch, soviel er Mensch war, auf einmal nicht mehr als an einem Ort ist erfunden worden, Phil.2; Heb.5; Mark.1, wie sein ganzes Leben beweiset, und ist nicht allenthalben gewesen, wie auch der Apostel bezeuget: Er ist in aller Gestalt und Gebärden als ein Mensch erfunden, die Sünde ausgenommen. Die Menschen aber sind nicht allenthalben; so nun nichts ohne die Sünde ausgenommen ist, so ist auch das allenthalben sein nicht ausgenommen. Denn sagen sie, es sei wahr, dass er die Zeit seines Lebens nicht allenthalben war, nun er aber verkläret ist, so ist er allenthalben.

Antwort: Nun so war er doch die Zeit da er das Abendmahl mit seinen Jüngern hielt noch nicht verkläret, Matth.26; Mark.14; Joh.17.  Weil er denn vor der Verklärung nicht allenthalben war, so ist er auch nicht in einen jeglichen Stückchen Brot gewesen.

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