Vom Schwertermachen

Dieweil, wie oben gesagt, die Christen ihre Schwerter verschmieden oder hinlegen sollen, Jes.2; Micha 4, können sie dieselbigen noch viel weniger machen, allermeist weil sie denn nichts anderem denn zu Würgen, Beschädigen und Verderben der Menschen dienen, Joh.12, und Christus nicht die Menschen zu verderben gekommen ist, darum auch seinen Jüngern wehret solches zu tun, da er spricht, Luk.9; Wisset ihr nicht welches Geistes Kinder ihr seid? Als will er sagen: Lehrt euch denn das der Gnadengeist, andre zu verderben, oder wollt ihr nach Fleisches Weise handeln, Gal.3, und den Geist, des ihr Kinder geworden seid, verlassen? Wisset ihr denn nicht, dass ich nicht gekommen bin die Menschen zu verderben? Wollt ihr nun meine Jünger sein so müsset ihr euch auch durch meinen Geist regieren lassen, und nicht nach dem Fleisch wandeln, denn der dem Fleisch gehorchet, mag Gott nicht gefallen, Röm.8. Weil nun die Christen solche Rache nicht brauchen, Matth.5; Röm.12, und üben sollen, so müssen sie auch den Zeug, damit solche Rache und Verderbung durch andre mag geübt werden, nicht machen, auf dass sie nicht fremder Sünden teilhaftig werden, 1.Tim.5. Darum wir weder Schwerter, Spieße, Büchsen, noch dergleichen Wehr oder Waffen machen. Was aber zu nutz und täglichen Gebrauch der Menschen gemacht wird, als Brotmesser, Äxte, Hauen und dergleichen mögen wir wohl machen, und tun es auch. Wenn man denn gleich sagen wollte, es möge damit auch einer den anderen beschädigen und erwürgen, so wird es aber doch nicht um des Würgens und Beschädigens willen gemacht, darum uns es zu machen nichts hindert. Will es aber je einer zu beschädigen brauchen, das ist ohne unsere Schuld; darum trage er sein Urteil, Hes.33; Gal.5.

Weiter: Vom Kleidermachen