Vom Tempel, und dass wir nicht hineingehen

Gott der Herr hat sich einen Tempel, das ist seine Kirche, darinnen er will geehrt werden, erbauet, 1.Kor.6; 2.Kor.6: Joh.4, und will sonst weder hier noch dort seines Namens Gedächtnis setzen, dieweil der zeremonische Schein geendet ist und in Christo Jesu der rechte und wahre Gottesdienst angegangen, welcher durch den einigen Geist geschehen muss. Deshalb ist alles andere Vornehmen, so aus menschlicher Wahl geschieht, kein Gottesdienst, wie er auch immer gleißet und scheinet.

Dieweil denn kein anderer Gottesdienst ist denn in der Gemeine Christi, die er selbst also gebildet hat, Eph.5, dass kein Flecken, Runzel noch das etwas an ihr sei, die Zusammenkommung aber in Tempeln eine Rotte und Versammlung von Hurer, Ehebrecher und aller unreinen Geister ist, die Gott hasset, darum auch kein Gottesdienst bei ihnen ist, vielmehr Lästerung und Schmach des Allmächtigen, daraus wir bewegt werden  solche ihre Versammlung zu fliehen und zu meiden, Röm.1; Ps.36; Spr.1. Des Gebäude halber aber, der Steine und Holz. findet sich ihr Ursprung anfänglich (wie der alten Geschichten etliche erweisen)  dass, als diese Lande zum Mundbekenntnis (Lippenbekenntnis) christlichen Glaubens durch das Schwert gezwungen wurden, vorher man die Tempel ihrer Abgötterei geweiht und dann zu Kirchen (wie man sie unbillig nennet) gemacht habe. Also ist ihr Ursprung aus Anregen des Teufels erstanden und sind durch die Opfer. so den Teufeln geschehen, erbaut worden, dieweil , wie Paulus sagt, die Heiden, was sie opfern, das opfern sie den Teufeln und nicht Gott; so will ich nun nicht, dass ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollet, 1.Kor.10; denn es  Gott auch nicht will, weil Christus mit Belial nicht stimmet.

Darum er auch im alten Testament befohlen hat, dass man dieselbigen Orte gar ausrotten und abbrechen solle, auf das sie jener Gemeinschaft nicht teilhaftig würden, 2.Mo.34: 4.Mo.33; 5.Mo.7 und 12, und heißt es gar nicht ändern und in einen rechten Gebrauch stellen, sondern ganz abbrechen.

Weil nun dieses Volk solches nicht getan, Richt.2; sondern die Wurzel in der Erde gelassen, haben sie es nicht allein  nicht in den rechten Gebrauch gebracht, sondern auch sie selbst den rechten Gebrauch verlassen und sich in Unbrauch, das ist allerlei Abgötterei begeben; und ist nun so viel gewendet, dass was jene Götter, diese aber Heilige nannten, und Deshalb auch, weil die Wurzel in der Erde geblieben ist, sind sie zugefahren und haben ihren neuen Göttern oder wie sie es nennen Heiligen, ein Haus über das andre bauet, und dieses voll dieses voll ihrer Götter und Götzen gestellt, damit sie bewiesen, dass sie ihrer Väter Kinder sind und ihre Gemeinschaft nicht verlassen haben, 5.Mo.32; Matth.23.

Deshalb weil wir wissen, das Gott anfänglich solche Orte gehasst hat und sie noch hasset, scheuen, meiden und fliehen auch wir sie (als die wir auf das Gewisseste wissen, das kein rechter Gottesdienst, sondern vielmehr seine Unehre und Schmach daselbst getrieben wird), auf dass wir nicht ihrer Gemeinschaft teilhaftig werden, 4.Mos.33; Ps.36 und wieder von der erkannten Wahrheit abweichen, dieweil sich Gott um solches von uns (wie auch von Israel) wenden möchte, Jer.7; Amos 8. Daneben aber wissen wir auch wohl, dass wenn jemandes Weg durch solchen Tempel führte, das Gebäude ihn, so er gleich durchgehet, vor Gott nicht verunreiniget; aber hineinzugehen als solcher Gemeinschaft teilhaftig, darinnen etwas zu hören, lernen oder empfangen, da sagt Paulus: Ich will nicht, dass ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollte, 1.Kor.10; Apg.7.

Weiter: Von den Pfaffen, und warum wir nichts mit ihnen zu tun haben

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