Vom Zusammenkommen

Wenn wir zusammenkommen, so geschieht es darum, dass wir unsre Herzen in der Gnade Gottes ermuntern 1. Kor.14, und aufwecken wollen, mit größerem Fleiß und Aufmerken vor dem Angesicht des Herrn zu wandeln. Darum vorerst das Volk ermahnet wird, mit Fleiß zu merken und zu bedenken, warum wir zusammenkommen und bei einander sind, dazu dass sie ihre Herzen zum Gebet bereiten und schicken, Sir.19; 1.Tim.2, auf das sie würdig vor den Herrn treten und um das Anliegen der Kirche und aller Glieder derselben bitten.

Nachdem geschieht eine Danksagung zu Gott aller Wohltat halber, die uns von Gott durch Christum gegeben ist, Röm.8; Eph.2; Kol.1, und dass er uns seine Gnade angenommen und seine Wahrheit offenbart hat, darnach auch ein fleißiges Gebet, dass er uns darinnen treu und fromm bis ans Ende behalten und alle unsre Anliegen und Not erstatten wolle, dazu unsre Herzen aufschließen, dass wir sein Wort mit Nutzbarkeit handeln, hören, aufnehmen und bewahren mögen. Und wenn solches geschehen ist, fängt man des Herrn Wort auf das Treulichste (so viel Gott Gnade gibt) an zu handeln, die Herzen damit zu reizen, den Herrn zu fürchten und in seiner Wahrheit zu bleiben. Wenn nun das alles vollendet ist befiehlt der Diener die Gemeinde Gott dem Herrn und lässt sie wiederum von einander einen jeglichen an seinen Ort gehen. _Wenn wir aber zusammenkommen des Herrn Gedächtnis- oder Abendmahl zu halten, so wird etwa einen Tag das Volk zwei- oder dreimal vermahnet, und wird ihnen vorgebildet, was des Herrn Abendmahl sei, was man da handle und tue und wie man sich dazu bereiten soll, dieses würdig zu empfangen, es geschieht aber auch jeden Tag eine Danksagung und Gebet. Wenn dann das alles geschehen und das Abendmahl des Herrn gehalten ist, Matth.26, so singt man dem Herrn einen Lobgesang. Nachdem wird das Volk vermahnet, das es, wie es sich nun bewiesen haben, also auch wandle, und wird alsdann dem Herrn befohlen und gehen lassen.

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