Vom Zutrinken

Das Zutrinken ist eine Ursache alles Bösen und Übertretung der Gebote Gottes. Denn aus dem Zutrinken Trunkenheit (dadurch der Mensch Seele und Leib verschwendet und verderbet 1.Kor.6; Eph.5, folget und kommt; darum wir es unter uns nicht gestatten. Ob man aber sagen wollte: Ein freundliches Trünklein, so viel einer mag und Lust hat, das ist nicht unrecht, sagen wir: Es sei wie es wolle, so ist es doch die Kreatur Gottes anders, denn verordnet, gebraucht oder missbraucht. Denn der Mensch dadurch zu trinken bewegt und gereizt wird, das er sonst nicht täte; es ist darum wider die Natur und ist Sünde und Unrecht.

Aus solchem Anreizen (darinnen einer dem anderen gefallen will und den trank ohne Heischung und Forderung der Natur zu sich nimmt) übergeht man Gottes Ordnung, 1.Tim.4, vergisst des Schöpfers, dazu auch seiner selbst, und will jeder Hahn im Felde sein und den Preis mit Saufen behalten; und sagen an mit Halben und Vollen (Gläsern) zu saufen und gedenken nicht des, das geredet ist, Jes.5: Wehe denen, die redlich sind, Wein zu saufen, und tapfere Leute, Trunkenheit anzurichten; aber des Herrn Werke nehmen sie nicht wahr und bedenken nicht, warum es Gott gemacht. Darum kommen sie in Gefängnis, dass sie nichts wissen. Darum hat die Hölle ihren Schlund weit aufgesperrt und den Rachen aufgetan ohne Maß, dass alle stolze Pracht und Geschwindigkeit samt denen, die darinnen Lust haben, darein fahren.

Darum ist das Zutrinken in der Wurzel böse, wie es immer geschehen mag, und vom Teufel erdacht, dass er die Menschen damit in sein Netz ziehe, ihm anhängig und von Gott abfällig mache und in alle Sünde führe, Sir.21. Deshalb man es billig mehr denn eine Schlange fliehen soll.

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