Von den Pfaffen, und warum wir nichts mit ihnen zu tun haben

Dieweil nun die Pfaffen sich des evangelischen Amts unterstanden, unterzogen und angenommen haben, und doch nur das buchstäblichen Wort, Gesetz und Lehre führen, weil sie die Kraft Gottes (die sie heilige und zu solchem Amt würdige) den Heiligen Geist, nicht haben, 2.Kor.3, können wir ihre Stimme als der Fremdlinge und von Gott nicht Gesandten, nicht hören, dieweil der Herr sagt: Meine Schafe hören keines Fremden Stimme, Jer.23; Joh.10. So ist nun jetzt alles buchstäblichen Wort fremde, dieweil das evangelische ausgegangen ist, denn Paulus sagt, 2.Kor.3: Der Herr ist der Geist, wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Nun aber spiegelt sich in uns allen des Herrn Klarheit von aufgedecktem Angesicht, und wir werden verkläret von einer Klarheit (Herrlichkeit) zu der anderen, und das alles von dem Herrn, der der Geist ist. Das sie aber den Geist das Herrn nicht haben, zeigen ihre eigenen Werke, als Trunkenheit, Geiz, Hoffart, Stolz, Schwören samt aller Unzucht an,Gal.5; dieweil der weise Mann sagt: Der Heilige Geist hat einen Unwillen und Scheu an denen, die nur gleißnerische Zucht und Weisheit haben, und entziehet sich von den Gedanken, die ohne Verstand sind; und wo die Bosheit überhand nimmt, da weichet er, Weis.1. Weil denn solches bei ihnen gefunden wird, mögen sie das evangelische Wort, das in der Kraft des Geistes geführt wird, (wie geschrieben steht: Des Herrn Geist ist über mir, damit er mich gesalbt und das Evangelium zu verkündigen gesandt hat) nicht führen, 2.Kor.3; Jes.61; Luk.4.

Das sie aber nicht das evangelische, sondern allein das buchstäblichen Wort führen, beweiset ihre eigene Tat, dass sie zu ihrer Lehre treiben und dringen mit Stöcken, Blöcken, Türmen, Gefängnis, Versagen und Erwürgen, Luk.9. Denn wenn sie des Geistes Kinder oder Diener wären, müssten sie desselbigen Geistes Kraft und Werke in ihnen selbst befinden, daraus sie erkennen würden, dass solches Treiben nicht zur Kindschaft, sondern allein zur Knechtschaft gebiert, Deshalb sie auch nichts denn ein knechtisch Volk pflanzen, das in Christo nicht gehöret. Wie Paulus sagt; Es ist hier kein Knecht mehr, sondern alles Kinder; der freie Geist aber führet zur Kindschaft, Gal.4; Röm.8, und das durch seine eigenen Werke und Anregen im Menschen und nicht durch Poltern der Pfaffen und ihres Anhangs. Weil sie denn des Geistes Art und Ordnung der Lehre Christi nicht haben, zeigen sie abermals an, dass sie nicht des Geistes Diener sind, sondern des Buchstabens.

Nun aber ist der Dienst des neuen Testaments nicht ein buchstäblichen, sondern geistlicher Dienst, der in der Kraft des Geistes Christi geschieht, wie Paulus sagt, 2.Kor.3: Das wir tüchtig sind, ist von Gott, der uns auch geschickt und tauglich gemacht hat, Diener zu sein des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. Alle nun, die sich anders unterstehen denn durch solche Kraft des Geistes Christi das Evangelium zu predigen, kommen und laufen vor Christo, sind darum Diebe und Mörder, wie Christus sagt: Alle, die vor mir kommen, sind Diebe und Mörder, die nicht anders kommen, denn zu würgen, stehlen und umzubringen; Deshalb billig die Schafe sie nicht hören, Joh.10.

Weil nun die Lehre Christi nicht des Buchstabens, sondern des Geistes ist, so mögen sie die Fleischlichen nicht führen, 2.Kor.3; Deshalb Johannes sagt: So jemand zu euch kommt und bringet die Lehre Christi nicht mit sich, den nehmet nicht zu Haus, grüßet ihn auch nicht, auf das ihr seiner bösen Werke nicht teilhaftig werdet, denn wer ihn grüßet, wird seiner Sünden teilhaftig, 2.Joh.1. Aus dieser Ursache nehmen wir die Pfaffen nicht zu Hause, das ist, haben nichts mit ihnen zu tun, kaufen nichts von ihnen und geben ihnen wiederum auch nichts zu kaufen; essen und Trinken nicht, was ihr Geheiß ist; dazu weder mit Arbeit noch einiglei Geschäft haben wir mit ihnen zu tun, auf das wir ihrer Sünden nicht teilhaftig werden, 1.Tim.5.

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