Von der Abgötterei

Weil nun ein einiger Gott ist, von dem alles kommt, soll auch der Mensch alle seine Hoffnung und Trost auf ihn allein stellen, sein ganzes Heil bei ihm durch Christus suchen, ihm allein folgen, gehorsam sein und seinen Wohlgefallen erlangen, d.h. ihm allein anhängen. Das Gegenteil davon ist aber Abgötterei (Götzendienst). 2.Mo.20; 5.Mo. Kap.4,5 u. 6; Ps.26; Apg.4; 1.Mo.17; 5.Mo.10. _Darum ist Abgötterei alles, worin der Mensch außerhalb von GOTT sein Heil, Trost und Hilfe sucht. Es sei bei den Heiligen oder bei irgendeiner anderen Kreatur. Denn dadurch wird GOTT die Ehre entzogen. Wenn der Mensch seine Zuflucht zu GOTT vergisst und zu der Kreatur (z.B.: Menschen, Naturglaube, Spiritismus usw.) flieht, so macht er daraus einen Abgott (Götzen, Idol). Darum willigte auch Daniel nicht in den Ratschlag der Kaldäer ein, die Zuflucht zu seinen GOTT zu verlassen, um bei dem irdischen König Hilfe zu suchen und zu haben. (Dan.6) _Aus solcher Liebe, Verherrlichung und Verehrung der Menschen (Kreatur) sind die Bilder, Mythen und Legenden entstanden. Wie der weise Mann in Weish.14 spricht: So etwa oder vor Zeiten einen Sohn hatte, der ihm lieb war, so machte er ihn, so er starb, ein Bild und fing an, den der unlängst wie ein Mensch gelebt hatte, (im Tode) als einen GOTT zu verehren.

Also sind die Menschen dem Irrtum verfallen, haben dadurch GOTT vergessen und sind von IHM getrennt worden. Deshalb sagt er weiter: Der Anfang allen Hurens und Abtretens von GOTT ist die Erfindung der schändlichen Bilder, weshalb auch alle ihre Werkmeister zusammen mit ihrem Werk verflucht sind. Apg.7; Röm.1; Ps.53; Röm.3; Weish.14; 5.Mo.27. _Nicht aber das allein, sondern alles, was der Mensch mehr denn GOTT liebet, es sei Weib, Kind, Haus, Hof, Geld, Gut oder auch sich selbst, damit treibt er Abgötterei, denn er erhebt sie über Gott und verlässt um ihretwillen Gottes Satzungen und Willen, gibt sich in die Sünde und nimmt sein Herz Gott oder wendet es von Gott und wirft es auf die Kreatur, das denn das wahre Abtreten von Gott und Aufrichten anderer Götter ist. röm.1; Jes.1; Weish.13. Wir sagen daneben, das wer die Heiligen anruft, das sie ihm helfen oder bei Got6t Heil erwerben sollen, der verleugnet, dass Christus sein Mittler und Fürsprecher beim Vater ist und wendet sich zu dem, der ihm weder fürsprechen noch helfen kann, weil sonst in keinem anderen das Heil und dem Menschen kein anderer Name gegeben ist, worin wir selig werden können, als nur in den Namen Jesus Christus von Nazareth.

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