Von der Absonderung

Erstens sagen wir, Gott habe sich selbst ein Volk angenommen und durch seinem Christum erwählet, das sein Eigentum solle, 1.Petr.2; Apg.2; Eph.1; darum sie auch mit seinem Geist begabet, auf dass sie seiner Art  würden und nicht mehr fleischlich, sondern geistliche wären, wie Paulus sagt, Röm.8: Ihr seid nicht mehr fleischlich, sondern geistlich, so anders Gottes Geist in euch wohnet; wer aber diesen Geist  nicht hat, ist nicht sein. Darum so ist die Gemeine Christi nicht fleischlich, sondern geistlich, und ist keine Gemeine Christi, ohne die der Heilige Geist sammelt regieret, führet, lehrt und unterweiset. Die sich nun dahin begeben, dass sie derselbige regiere, die begeben sich der Gemeine Christi, darinnen der Heilige Geist sein Wert hat, Röm.6; Joel 2. Die sich aber der Sünde begeben, ihr zu dienen und sich dieselbige regieren lassen, die trennen sich selbst von der Gemeine Gottes ab, Jes. 1; Psalm 1, und entfernen sich von ihr, und so sie von ihr abgetreten sind , kommen sie weiter und weiter ins Verderben.

Deshalb (deshalb) so gestehen wir allerdings nicht, dass wir uns von solcher Kirche Christi abgesondert haben, sondern vielmehr dazu genaht und ihr begeben, auf dass der, so in ihr wirket, auch in uns sein Werk habe, und wir durch sein Werk versichert werden, das wir Gottes Kinder sind, Röm.8. Also sind wir in der Versammlung der Gemeinde Christi oder der Kinder Gottes, da kein Knecht mehr ist, sondern alles Kinder durch den Glauben an Jesum Christum, Gal.4 und 3.

Also sagen wir und müssen sagen und bekennen, dass nicht wir, sondern alle Kindertäufer die Kirche und Gemeinschaft Christi verlassen und sich von derselbigen abgesondert haben; darum auch so gar verdorben und verflossen, dass sie auch nicht mehr wissen noch erkennen, was die rechte Kirche Christi sei und wodurch sie sich als eine Kirche Christi beweise. Welches, so man’s ihnen sagt und erzählet, geben sie Antwort: Das haben die Heiligen getan, die haben den Heiligen Geist gehabt, Apg.6 und 7; wir aber vermögen es nicht zu tun. Sie wissen nicht, dass die Kirche Christi ein Haus des Heiligen Geistes ist, und dass keiner darinnen ist, er habe denn denselbigen, 1.Kor.6; 2.Kor.6; wie auch Paulus sagt: Wer den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein, Röm.8.

Weil sich denn GOTT diese Kirche erwählet und vom allen Völkern sich abgesondert hat, dass sie ihm durch den einigen kindlichen Geist diene  mit einem Sinn und Herzen, Joh.4; Apg.2, so ist wie gesagt, kein Knecht mehr darinnen, sondern eitel Kinder. Des haben nicht sie sich selbst, sondern Gott hat sie von allen Völkern abgesondert, Gal.4; Joh. 15, darum auch ihnen ein Zeichen des Bundes gegeben, das ist die Taufe, Matth. 28; Mark. 16, damit sie alle, so sich GOTT ergeben, in die Kirche annehmen.

Dieweil uns aber Gott alle um der Menge willen unsrer Sünden, also hat lassen verfließen, Röm.3, dass wir uns alle vom Rechten zum Unrechten gewendet hatten und die Bräuche und Ordnungen der Kirche verändert und in Unbräuche verkehret, also das wir nun alle in Finsternis wandelten, so lange bis es Gott, der des Sünders Tod nicht will, erbarmte, Hes.18 und 33, und wieder das rechte Licht seiner Gnade scheinen ließ und seine Wahrheit an den Tag brachte, haben wir (wie uns der weise Mann lehrt: Mein Kind, verziehe nicht dich zum zu bekehren, und spar es nicht vor einem Tag auf den anderen, Sir.5) uns mit Eile wieder zum Herrn gewendet, seine Ordnungen, die wir verlassen hatten und verfallen waren, zu halten, und danken Gott, das er uns angenommen hat.

Also haben wir uns nicht von, sondern zu der Kirche Christi gewendet, 1.Kor.6, aber die befleckte und unreine Versammlung verlassen, und wollten gern, dass es auch alle Menschen täten. Darum rufen wir die Buße aus, und zeigen an dem, der es hören will, dass sein Herz nicht verhärte und Gottes Zorn über ihn komme, Apg. 17; Hebr.3 und 4; Psalm2. Wer sich aber nicht zur Buße geben und den rechten Ordnungen Gottes anhangen will, sondern in seinen Sünden bleiben, den müssen wir seines Weges fahren lassen und Gott befehlen.

Weiter: Vom Tempel, und dass wir nicht hineingehen

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