Von der Buße

So folgt nun aus der Reue eine wahre Buße, das ist eine wahre Erniedrigung und Demütigung vor Gott wegen der Übertretungen. Denn buße heißt sich vor Gott erniedrigen, demütigen und sich vor ihm des Lasters halben schämen; welche Scham eine rechte Wiederkehr bringet, dass der Mensch mit eile läuft, ruft, schreit und bittet von Gott Vergebung und Gnade, und fängt damit an das Fleisch zu zwingen, würgen, töten und ihm seinen Mutwillen abzubrechen, den Zügel zu nehmen und mit Ysop zu speisen, 1.Mo.3; ps.51; 1.Kor.9. Denn die erkannte Sünde ängstiget ihm das Gewissen, lässt ihm keine Ruhe. Das unruhige Gewissen aber sucht, forscht und fragt, wo es Hilfe, Rat und Heil finden kann, wie auch David sagt: Ich hob meine Augen auf gegen die Berge, zu schauen von wo meine Hilfe komme; meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Bei dem wird ein jedes bekümmerte, betrübte, ängstliche, zerbrochene und zerschlagene Herz, so es zu IHM flieht, Ruhe und Trost finden, wie auch geschrieben steht: wen soll ich ansehen, denn der eines zerbrochenen und zerschlagenen Gemüts ist, Ps.121; Jes.66. Wie zeigen auch daneben an, dass keine solche falsche Reue und Buße, wie die Welt hat (die heute sagen: Mich reuen meine Sünden, und sie morgen gleich wieder tut) vor Gott gelte und Gnade erwerbe; sondern was aus einem wahrhaftigen Herzen geht und kommt, zu dem will sich alsdann Gott nahen und sein Werk in ihm anheben, und auch vollenden. Jak.4:1-4; (wer mit Willen sündigt, dessen Gericht ist gerecht)

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