Von der Ehe

Die Ehe ist eine Verbindung zweier Dinge, da eins das andre annimmt zu versorgen und das andre sich begibt dem ersten zu gehorchen, und also durch ihre Bewilligung aus zweien eins werde, und nicht mehr zwei, sondern eins sind, 1.Mo.2; Matth.19; MArk.10; 1.Kor.6; Eph.5. Soll es aber göttlich sein, so müssen sie nicht aus eigenem Vornehmen und Erwählung, sondern nach Gottes Zugeben und Ordnung zusammen kommen, 1.Kor.7, und Deshalb auch von einander nicht abschreiten noch verlassen, sondern Übels und Gutes mit einander ihr Leben lang leiden.

Die Ehe  aber stehe in drei Graden und Stufen. Erstens ist die Ehe Gottes mit der Seele oder Geist, zum andern des Geistes mit dem Leibe, zum dritten ein Leib mit dem andern oder der Mann mit dem Weibe, 1.Kor.6; 1.Mo.2; Mal.2, welches nun nicht der erste, sondern der letzte und gröbste Grad der Ehe, darum auch sittlich, begreiflich und jedermann erkenntlich ist. Dieweil sie nun sichtlich, erkenntlich  und begreiflich ist, so ist sie ein Bild, Lehre und Zeugnis des Unsichtbaren, Eph.5, das ist des mittleren und ersten Grades. Denn wie der Mann ein Haupt des Weibes, also ist der Geist ein Haupt des Leibes, Gott aber ein Haupt des Geistes.

Also ist die Ehe uns eine Lehre und Führung zu Gott. So man sie anders recht ansieht und hält, so lehrt sie uns Gott kennen und ihm anhangen. Wo sie aber nicht recht angesehen und gehalten wird, so führet sie wiederum von Gott ab und bringet den Menschen in den Tod. Weil aber wenige sind, die sie recht erkennen, viel weniger recht halten, sagt Paulus, 1.Kor.7: dass es dem Menschen gut sei, dass er kein Weib berühre, auf das sie nicht in ihrer Unwissenheit verfließen und sich verderben. So wollen, wir so viel uns von Gott gegeben ist, davon sagen.

Erstens sagen wir, das weil das Weib vom Mann und nicht der Mann vom Weibe genommen ist, 1.Mo.2; 1.Kor11, so hat der Mann die Herrlichkeit, das Weib aber die Schwäche, Schlichte und Untertänigkeit, 1.Petr.3; Röm.7, darum es unter dem Joch des Mannes sein und ihm gehorchen soll, wie auch dem Weib von Gott befohlen ist und zu ihr gesagt, 1.Mo.3: Der Mann soll dein Herr sein. Dieweil nun dem also ist, soll sie ihr Aufsehen auf ihren Mann haben, ihn forschen, fragen und alles mit und nichts ohne seinen Rat handeln. Wo sie es aber nicht tut, so verlässt sie den Grad ihrer Ordnung, darein sie von Gott gestellt ist, greift dem Mann in seine Herrlichkeit und verlässt das Gebot ihres Schöpfers, dazu die Hingabe, die sie ihrem Mann in der Verbindung der ehe zugesagt hat, 1.Petr.3; Eph.5, ja wie ein Weib ihren Mann zu ehren. Wiederum auch der Mann, als der eine Herrlichkeit Gottes ist, soll sein Mitleid mit dem Weibe als dem schwächerem Werkzeug haben, 1.Kor.1; 1.Tim.3, und ihr in aller Liebe und Freundlichkeit vorgehen, und die nicht allein am Zeitlichen, sondern auch vielmehr am Geistlichen versorgen und ihr alles das, so ihm von Gott gegeben ist, treulich mitteilen dazu auch Redlichkeit, Tapferkeit und allen christlichen Tugenden vorgehen, auf dass sie an ihm einen Spiegel der Gerechtigkeit, eine Reizung der Gottseligkeit und Führer zu Gott habe. Wo aber der Mann solches nicht tut und darinnen liederlich und leichtfertig ist, so verlässt er seine Herrlichkeit, die ihm von Gott gegeben ist, dazu Gottes Ordnung, 1.Mo.3.

Solches ist nun beiden, dem Mann und dem Weibe, einem jeden das Seine zugeordnet und befohlen, und das darum, dass er uns dadurch in weitere Erkenntnis führen will, nämlich das, wie man sich um das Weib annehmen und sie versorgen, dazu beherrschen und regieren sollte, also der Geist den Leib, Gott aber den Geist versorgen, beherrschen und regieren will, Röm.8. Und wiederum, wie die Frau den Mann, also der irdische dem himmlischen Körper, das ist dem Geist gehorchen soll, 1.Kor.11; Kol.3, und soll nun der Mensch nichts aus fleischlichem oder irdischem Willen handeln und begehen, sondern um alles den himmlischen forschen, fragen, auf ihn sehen und sich von ihm regieren lassen. Der himmlische aber soll auf den merken und sehen, von dem er gekommen ist und sich, von demselbigen allein regieren und führen lassen, 1.Mo.2; Röm.6; welches, so es geschieht, so wird die Ehe durch alle ihre drei Grade recht gehalten und so wird der Mensch bei Gott gehalten.

Es soll aber auch die Ehe nicht aus fleischlichen Willen, es sei um schöner Gestalt, Jugend, Geld, Gut oder des etwas willen, was das Fleisch ansehen möchte, geschehen, denn das kommt nicht von Gott, sondern vom Teufel; wie der Engel zu Tobias sagt, Tob.6: Höre, was ich dir sage, so will ich dir anzeigen, wer die sind, über die der Teufel Gewalt hat, nämlich die, die also die Ehe annehmen, das sie Gott in ihrem Herzen nicht ansehen, sondern allein, das sie des Leibes Mutwillen genug tun, wie ein Maultier und Ross, die nichts anderes wissen; ja über die hat der Teufel Gewalt. Also dient die Ehe allen, so aus fleischlichem Mutwillen dazu greifen, zum Verderben.

Deshalb soll solches nicht geschehen, und sich der Mensch nichts, weder da noch dort aus seinem Fleisch wählen, 1.Mo.24. sondern solcher Gaben vom Herrn warten, und mit fleißiger Bitte begehren, dass er ihm nach seinem göttlichen Willen zuschicken will, was er ihm zuvor vorgesehen habe, und ihm zum Heil und Leben dienen möge. Und nach solcher Bitte soll er nicht sein Fleisch, sondern die Eltern fragen, dass ihm Gott durch sie zeigen wolle, was er ihm verordnet habe, dass er alsdann vom Herrn, wie er’s ihm zuschickt, es sei jung oder alt, arm oder reich, wie ihm Gott durch seinen Rat anzeiget, mit rechter Danksagung als eine Schenkung Gottes annehmen soll, Sir.25.

Was Gott denn also zusammen füget, Mal.3; Matth19, soll der Mensch nicht scheiden, Mark.10. Sie sollen aber auch öffentlich vor der Gemeinde von einem verordnetem Diener des Wortes zusammengegeben werden, 1.Tim.3. Es soll auch der Mann nur eines Weibes Mann sein, gleichwie Christus ein Haupt der einigen Kirche. Denn weil die Ehe ein Bild desselbigen ist, so muss das Bild und die Zeichen dem Bezeichneten einigermaßen ähnlich und gleich sein; Deshalb ein Mann nicht mehr denn ein Weib haben soll.

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