Von der ganzen Tracht, Wandel, Schmuck und Zier der Christen

Erstens sagen wir mit Petrus, 1.Petr.3, das der Schmuck der Christen nicht äußerlicher  Pracht und Zier, als in Umhängen von Gold und Auflegung der Kleider oder dergleichen Aufmutzens stehe, sondern dass der verborgene Mensch des Herzens mit unverrücktem sanften Geist, der aber vor Gott herrlich und hoch geachtet ist, geziert sei; damit sich auch etwa die Heiligen, die ihre Hoffnung auf Gott gesetzt, geziert haben.

Deshalb die Christen ihren Fleiß auf äußerlich Aufmutzen, der Welt zu gefallen oder wie die Welt pflegt, nicht legen sollen, da je eins das andre mit solchem Aufmutzen anreizet oder aber selbst Gefallen darinnen hat, Röm.12; Jes.3, und also Gottes dadurch vergessen, göttliche Schmuck und Zier verlassen und sich des Eitlen befleißen, bis dass sie gänzlich in Satans eich befestiget werden.

Darum sagt Paulus, Röm.12: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf das ihr prüfen möget, welches der Wille Gottes, was gut, wohlgefällig und vollkommen sei. Aus diesen Worten wird offenbar, dass ein jeglicher (will er anders erkennen, was vor Gott recht), solches und dergleichen, damit er sch der Welt ähnlich und gleichförmig stellt oder sich weltlich und fleischlich gesinnt zeiget, Röm.8, abstellen und sich allein in der Gottseligkeit zu üben begeben muss.

Also ist solches Aufmutzen und Fleiß zu demselben nicht allein nicht eine Zier der Christen, sondern vielmehr eine Beweisung der Urchristen, Deshalb es billig alle frommen Herzen ablegen, scheuen, fliehen und meiden, und sich allein des rechten Aufmutzens, Zier und Schmuck der Christen, der (wie oben gesagt) am inneren Menschen geschieht, befleißigen und üben, 1.Petr.3. Denn weil ihre Bürgschaft im Himmel ist, Eph.2, sollen sie auch himmlischer Zier anlegen und an den Kindern der Welt Fleiß lernen, welche, wo sie im Lande wohnen, sich befleißigen sich nach dem Brauch desselbigen Landes auf das Zierlichste zu tragen und zu zieren, dem zu gefallen, der in der Welt wohnet. wie viel mehr die Christen auf ihres Landes Art, darein sie durch Christum geführt sind, das ist auf das himmlische Wesenmerken und ansehen sollen, und sich auch nach desselbigen Landes Brauch auf das Zierlichste so möglich ist aufmutzen, dem, der im Himmel wohnet, zu gefallen, Kol.3; Jes.66; Matth.5 und 23.

Also muss und soll all ihr Anliegen und Fleiß allein darinnen stehen all ihr Sorge, Dichten und trachten, damit sie Tag und Nacht umgehen, PS.1, dazu ihr Bitten und begehren sein, dass sie solchen himmlischen Schmuck zuwege bringen und von Gott erlangen möchten, und das mit solchem Fleiß und Anhalten, dass sie alles andern Aufmutzens durch solchen Fleiß vergessen, und ihnen die Zier der frommen, (welche wahre Gottseligkeit ist) allein im Sinn liege, so wird sie ihnen überflüssig gegeben werden.

Solcher Fleiß aber kommt allein aus der Liebe des, dem man sich zu gefallen aufmutzet; Deshalb je lieber wir den haben, der im Himmel wohnet, mit so viel größerem Fleiß wir nach der Zier, daran er Lust hat, trachten werden, dass wir uns damit ihm zu Gefallen aufmutzen und zieren mögen. Wer aber solcher Zier nicht auf das Fleißigste nachstellt, beweiset, dass ihm der, um deswillen man sich also zieren soll, nicht hoch im Sinn liege.

Der aber solcher Zier von Herzen begehret, dem wird der Herr selbst mit heiliger Zier, das ist mit allerlei christlichen Tugenden zieren, dass er die wie ein Kleid anlege und darin prange, 2.Petr.1; Spr.3, die ihn auch mehr denn ein güldenes Halsband zieret. Wer nun das erkennt, der wird hinfort wohl aller Perlen, goldener und seidener Halsbänder und andrer solcher Zier vergessen, dass er einige Zier der Gottseligkeit, die ewiglich bleibet, zu der er nun sein Herz gerichtet hat, ergreifen und seinen Glauben dadurch beweisen möge, 2.Petr.1.

Doch sagen wir auch, dass wer es vorhin in der Welt erzeuget hat, ehe denn er zur rechten Erkenntnis der Wahrheit gekommen ist, nicht daran sündiget, ob er’s gleich vollend zerbricht (abträgt), wenn er nur den Missbrauch von sich leget, und sich solches nicht an der göttlichen Zier verhindern lässt, denn sonst, wo es ihn daran hindern sollte, würde es besser in Feuer geworfen den angelegt. aber nach erkannter Wahrheit erst zu verfertigen und solches zu bestellen, gestatten wir unter uns nicht, auf das der Satan nicht daran eine Ursache nehme, den Menschen wieder zu betrügen. also haben wir durch Gottes Gnade angezeigt und Rechenschaft gegeben unsres Glaubens, Lehr und ganzen Lebens. Dem allmächtigen Gott sei Lob und ehre,  daran unsers Erachtens jedermann, der anders nicht mutwillig wider sie Wahrheit streiten will, wohl sehen, spüren und erkennen kann, dass wir nichts ohne und außer der Wahrheit vorgenommen, oder uns selbst etwas eigenes erwählet, sondern Gott selbst geordnet, befohlen und angegeben habe, uns vorgesetzt haben, demselben aufs treulichste anzuhangen. ER, der HERR, unser GOTT wolle sein angefangenes Werk in uns allen zu seinem Preise vollenden und uns in seiner Wahrheit befestigen und treu und fromm in seinem Sohn bis ans ende behalten, auf das wir würdig werden mit allen Heiligen die Verheißung zu empfangen, und wolle erleuchten die noch in Finsternis wandeln, dass sie das Licht des Lebens sehen und erkennen mögen.

Amen, ja Amen.

SIT LAUS DEO.

(Ehre sei dem Herrn).

Bis in den Tod streit für die Wahrheit, so wird Gott für dich streiten.

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