Von der Kindertaufe

Weil die Kinder von GOTT christlicher Weise, das ist durch das gepredigte Wort, Glauben und Heiligen Geist nicht geboren sind, mögen sie rechter Art nicht getauft werden, denn die Taufe ist eine Aufnahme in die Gemeinde Christi, Jak.1; 1.Petr.1. Wie nun alle, die von Adam geboren, seine Natur teilhaftig sind, so müssen die, so der Gemeinde Christi wollen einverleibt werden, auch von Christo christlicher Weise geboren werden, auf das sie rechter Ordnung nach, wie seiner Gemeinde durch ihn angeordnet ist, mögen angenommen werden, 4. Esra Kap.3 und 7; Röm.5; Matth.28; Mar.16. Die Geburt Christi begab sich aber (wie oben gesagt) also, dass durch das gepredigte oder angesagte Wort Maria dem Engel glaubte und durch den Glauben den Heiligen Geist empfing, der ihrem Glauben mitwirkte, dass sie Christum empfing, der also von ihr geboren ward, Luk.1 und 2; Matth.1. Wer nun christlicher Weise soll oder will geboren werden, der muss auch, wie Maria, das Wort zuerst hören und diesem glauben, auf das er, wenn sein Glaube mit dem Heiligen Geist versiegelt ist, nach der Wahrheit in die Kirche Christi möge aufgenommen werden. Also haben auch die Apostel gehandelt. Eph.1. Deshalb finden wir an keiner Stelle, das die Apostel Kinder getauft, sondern, dass sie sich an die Anordnung und Lehre ihres Meisters gehalten haben, und sagen: So du glaubst, magst du wohl getauft werden, Apg.8, als will der Apostel sagen: Glaubst du aber nicht, so mag es auch nicht sein. Das wir aber die Kindertaufe für unnütz und unrecht halten, hat diesen Grund. Als erstes steht in der ganzen heiligen Schrift nicht ein Wörtlein über die Kindertaufe, geschweige das sie befohlen würde. Zum anderen findet man, das die Päpste in ihren Satzungen geordnet haben, die Kinder (so das Vaterunser und Glauben sprechen könnten) zu taufen, welches sie doch, wo es zuvor gewesen wäre, nicht bedurft hätten; darum ist es offenbar eine Erfindung des Menschen, die aber ausgereutet werden muss, Matth.15. Zum dritten, das die Taufe ein Bund eines guten Gewissens mit GOTT ist, 1.Petr.3. Zum vierten, dass das Testament der Gnade ein Testament des Wissens und der Erkenntnis GOTTES ist, Jer.31; 5.Mo.1; die Kinder aber weder Gutes noch Böses wissen. Das ist uns nun genügend Ursache (wenn wir sonst gleich keine andere hätten), die Kindertaufe zu verwerfen und abzustellen.

Weiter: Die Gründe der Kindertäufer und unsere Antwort

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