Von der Kinderzucht

Ihr Eltern, spricht Paulus, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn, Eph.6. Deshalb ist unsre Kinderzucht also, dass wir ihnen nicht ihres Mutwillen und fleischlichen Übung gestatten. Darum auch an den Orten da wir so viel Ort und Platz haben, (als im Lande Mähren) da haben wir Schulen, da wir unsere Kinder göttliche Zucht und sie von Kindheit auf Gott kenne lehren. Aber in andere Schulen lassen wir sie nicht gehen, dieweil man nur weltliche Weisheit, Kunst und Übung darinnen treibet, und des Göttlichen geschwiegen wird.

Es geschieht aber also bei uns. Sobald eine Mutter das Kind entwöhnt, gibt sie es in die Schule. da sind verordnete Schwestern, von der Gemeinde dazu tüchtig erkannt, die ihrer pflegen, 5.Mo.6, und sobald sie reden lernen, ihnen das Wort des Zeugnisses Gottes in den Mund legen und  mit oder von demselbigen reden lehren. Sie berichten sie des Gebets und des, so solchen Kindern zu fassen ist. Bei denen sind sie bis ins fünfte oder sechste Jahr, so lange bis sie lesen und schreiben lehren mögen. Wenn sie nun soweit erwachsen sind, gibt sie unter die Hand des Schulmeisters, der sie dasselbige lehrt und daneben je mehr und mehr in der Erkenntnis Gottes unterweiset, dass sie Gott und seinen Willen erkennen und sich auch seines Willens fleißigen und halten lernen. Der Schulmeister hat diese Ordnung mit ihnen. Morgens wenn sie alle in die Schule kommen, so lässt er sie dem Herrn danken und beten. Darnach fängt er an ihnen eine halbe Stunde eine Kinderpredigt zu tun, 2.Mo.20, wie sie ihre Eltern, Zuchtmeistern und Vorgestellten gehorchen Untertan zu sein und sie ehren sollen, und bildet ihnen aus dem alten und neuen Testament vor die Zusage und Verheißung (1.Sam.2:30-34; 1.Sam.3:11-14; 1.Sam.4:17-22) der frommen und wiederum die Strafe der Ungehorsamen und mutwilligen Kinder, 1.Kor.12; 1.Mo.18. Aus solchem Gehorsam der Eltern lehrt er sie den Gehorsam Gottes und Haltung seines Willens, das sie alle ihr Aufsehen auf ihn als auf ihren allvermögenden Vater haben sollen, 5.Mo.6, und ihn vor allen dingen lieben, ehren und anbeten, und ihm allein dienen und anhangen, als von dem sie alles Gute haben.

Also lehren wir unseren Kindern von Kindheit auf nicht das Zeitliche, sondern das Ewige zu suchen. Sie sind aber solange bei dem Schulmeister bis sie tüchtig werden arbeiten zu lernen. Wozu dann ein jedes geschickt und tauglich ist, dazu wird es angehalten. Wenn sie dann also aufgezogen und Gott haben kennen und an ihn glauben lernen, werden sie auf ihren bekannten Glauben getauft, Jer.31; Apg.8.

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