Von der Obrigkeit und ihrem verordneten Dienst

Weil wir so viel der Obrigkeit halben angefochten werden, was wir doch von ihr halten, ob sie von Gott verordnet sind und Christen sein mögen oder nicht, wollen  wir die Wahrheit nicht verhalten und nichts ohne oder außer Grund der Wahrheit vorbringen, auf dass man sehe, dass wir nicht von der Wahrheit geschritten, sondern, sondern all unser Vornehmen darinnen gegründet sei, und wir in der Wahrheit wandeln. Darum wir niemand nichts zu leide reden, auch nicht zu lieb schweigen wollen, auch uns selbst nicht, sondern die Wahrheit, wie sie Gott in uns gelegt hat, zeugen, weil uns der Herr befiehlt und spricht: Ihr werdet meine Zeugen sein an das Volk, Apg.1. Darum wollen wir nach seinem Wort reden. Wer Ohren hat zu hören, der höre.

Es ist klar und offenbar, dass weil Gott, der Allmächtige aus seiner Gnade den Menschen nicht so gar verwerfen wollt, das er menschliches Geschlecht nicht wieder gedenken oder erbarmen wollt und sie zu Gnaden annehmen, darum er auch mitten im Zorn seiner Gnaden gedachte und verhieß den Segen von des Weibes Samen, 1.Mos.3, musste aber doch des Lustgartens zu Eden beraubt sein. Weil denn Gott seine geneigte Barmherzigkeit nicht wegnahm, war er selbst Obrigkeit über die Menschen und strafte den, so Übels tat, liebte aber den Frommen, wie den Abel und Kain klar gesehen wird. Gott liebte den Adel, da aber Kain übel gehandelt, 1.Mos.4, strafte ihn Gott selbst, da er sprach: Kain, was hast du getan? Siehe, die Stimme deines Bruders Blut schreiet zu mir von der Erde. Und nun verflucht seiest du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. Wenn du den Acker bauen wirst, soll er dir sein Vermögen nicht geben; unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.

Das war nun die Regierung des Herrn, so strafe er die Übeltäter, wie es auch in Adam und Eva ersehen wird, 1.Mos.3 und 4. Die Frommen aber liebet er, und so sie von den Ungerechten gedrängt wurden, so war Gott darüber Richter und ließ das unschuldige Blut nicht ungerochen, wie er auch noch tun wird, wie er durch den Mund seiner Propheten verheißt, Joel.3 : Wenn ich den Menschen alle ihre Sünden nachließe, so will ich ihnen doch nicht nachlassen das unschuldige Blut, das sie vergossen haben. Deshalb spricht Christus, Matth.23: Auf das über sie komme, alles gerechte Blut, das vergossen ist von Abel n bis auf das Blut Zachariä. Also regieret Gott selbst und richtet die Menschen durch seinen Geist, bis sich die Menschen gar vererbten und der fleischliche Sinn in ihnen überhand nahm, dem ein jeglicher folgte.

Da sprach Gott, 1.Mos.6: Mein Geist soll nicht immer streiten mit den Menschen, denn sie sind Fleisch. Siehe hier, was Gott beweget, das er das Regiment seines Geistes hinnimmt vom Menschen. Nichts anders, denn das verderbte Wesen und fleischliche Gemüt der Menschen. Denn weil sie nicht mehr gehorchen wollen, sondern lassen sich die Sünde überwinden, Weish.1, weicht Gottes Geist von ihnen. Noch wollte er sie nicht gar ewig verwerfen, darum gab er ihnen nach der Sündflut ihre Obrigkeit, wie auch der weise Mann spricht, Sir.17: Gott hat in allen Landen Herrschaft gesetzt. Damit stimmet Paulus, Röm.13: Alle Obrigkeit, so allenthalben ist, die ist von Gott verordnet. Wozu aber? Zu einer Dienerin Gottes zu Rache über den, der böses tut, 1.Petr.2

Denn weil Gott nicht mehr seinen Geist mit den Feischlichen zanken lassen, 1.Mos.9, und das die Übeltäter ungestrafft bleiben wollt, musste er ein Werkzeug zu der Strafe haben. Das war, wie gemeldet, die Gewalt, Röm.13; 1.Petr.2. Welcher er auch befahl, das wer Blut vergieße, derselbigen Blut wieder sollt vergossen werden, 1.Mos.9. Aus dem wird kund, dass die Gewalt und Obrigkeit mehr aus Gottes Zorn und Strafe, denn aus einem Segen erwachsen ist, Weish.1. Über das alles, wie er ihnen Gewalt gegeben hat über alles Fleisch, hat er ihm doch die oberste Gewalt vorbehalten, daher offenbar ist, das er will, das sie auf ihn sehen und merken, das sie nichts aus ihnen selbst, aus eigenem Vornehmen und Mutwillen (Eigenwillen) handeln sollten, sondern als eine Rute sich von dem brauchen lassen, der sie führet nach seinem Willen und Gefallen, Jes.10.

Und das ist alles die Langmütigkeit des Allmächtigen, der da nicht will, dass jemand verloren werde, 2.Petr.3, sondern das sich jedermann zur Buße kehre. Denn ob es wohl die Menschen vor ihm verderbet haben, das er sie billig alle vertilgte, Luk.4, ist er doch noch seiner Erbarmung eingedenk, Matth.5, und will ihnen wohl, darum er auch allezeit das Gute für sie trachtet, ob sie dermaleinst solches erkennen, Spr.1; 1.Tim.2, und sich zu ihm bekehrten und heil würden. Wo nicht, so wird doch der Herr nicht lügen. Ps.50, und wird sich einmal umwenden, hinreißen und verderben, dass kein Erretten mehr da sei; denn der Mund des Herrn hat’s also verheißen.

Deshalb wo sich nun die Gewalt durch sich selbst oder aus ihrem Mutwillen (Eigenwillen) untersteht zu handeln, so sträubt sich  der Stecken wider den, so ihn führet, die Art wider den, so damit hauet und die Säge kratzet den, der sie ziehet, Jes.10. Hier innen wird ganz klar, das sie nichts anders, denn ein Werkzeug sind, durch das Gott die Bösen strafen will. Nun kann das Werkzeug von ihm selbst nichts Gutes ausrichten, allein es lasse sich den Meister nach seinem Willen brauchen. So das geschieht, so wird ein gestaltet Werk, sonst bleibt es immer ungetan.

Also auch die Gewalt, ob sie gleich lange nach ihrem Mutwillen handeln, richten sie nichts Gutes an, weil sie sich nicht von dem brauchen lassen, der sie dazu geordnet hat, sondern selbst durch sich nach ihrem Mutwillen handeln wollen. So strafet denn Gott die Rute samt denen, die sollten geschlagen werden, Jes.3, also das sich die Untertanen setzen gegen die Obrigkeit, denn wie sie sich wider den, so sie führen sollt, setzen, ist ihr rechtes Urteil, das sie Gott mit ihren eigenen Sünden straft und ihren wiederum ein solch ungehorsam Volk zuschicket, damit sie sich unter einander hasset und gehässig würden, ob sie dadurch erkennen möchten das Übergehen ihres Amtes, und dem die Ehre ließen, der sie zu solchem verordnet hat. So sie es aber nicht dermaßen bedenken wollen, sondern sich zum Vertilgen und Ausrotten der Völker wenden, Jes.10, so wird auch der Herr die Frucht derselbigen hochmütigen Herzen und Augen heimsuchen, (darum, dass sie ihnen solche Gewalt, Kraft und Vermögen zuschreiben) nicht allein in dieser, sondern auch in der künftigen Welt. Wie denn der weise Mann anzeiget, Weish.16; Nehmet zu Ohren, ihr, die ihr über viele herrschet, die ihr euch erhebet über den Völkern. Denn euch ist die Obrigkeit gegeben vom Herzen und die Gewalt vom Höchsten, welcher wird fragen, wie ihr gehandelt und forschet, was ihr ordnet, denn ihr seid seines Reiches Amtleute, aber ihr führet euer Amt nicht und haltet kein Recht und tut nicht nach dem, das der geordnet hat. er wird gar schrecklich und kurz über euch kommen und es wird gar ein scharf Gericht gehen über die Oberherren, denn den Geringen widerfährt Gnade, aber die Gewaltigen (Mächtigen) werden gewaltig gestraft werden. Also von der Strafe der Obrigkeit genug.

Weil aber niemand ist, der des Rechtes von Herzen begehret, Röm.3, ist auch billig ihre Strafe, wie er verheißen hat, Jes.3, er wolle ihnen Kinder zu Fürsten geben und weibische oder unverständige Leute sollten sie herrschen. Das alles versucht Gott mit den Menschen zur Besserung; wenn es aber zuletzt gar nicht helfen will, lässt er seinen Zorn geben, wie er geredet hat, Amos3. Also ließ er fahren alle Völker und erwählet ihm ein einig Volk, nämlich Israel, deren Gott und König er sein wollte, wie er’s auch deutlich ausspricht durch den weisen Mann, Sir.17: In allen Landen hat er Herrschaften verordnet, aber über Israel ist er selbst Herr worden. Darum er ihnen hütete, wie der Schafe, Psalm 23 und 105, und führet sie hin und her und lässt sie keinen Menschen beleidigen.

Um ihretwillen strafte er Könige und mächtige Völker und sprach: Tastet meinen Gesalbten nicht an und handelt meinen Propheten nicht übel. Diese nennt er auch sein Erbe und Kinder, Jes.19; Ps.28; 3.Mos.26. Also ist er ihr Vater, Herr und König und herrschet über sie, regieret und führet sie, 3.Mos.16; 5.Mos.9. Wiewohl sie wider ihn sündigten, verließ er sie doch um seines Namens willen nicht, bis sie nach viel getaner Sünden auch um einen König baten, 1.Sam.8, und sprachen zu Samuel: Setze einen König über uns, der uns richte, wie alle Heiden haben._Als aber Samuel ihnen das Recht des Königs vorlegte, sie von solchem Vornehmen abzuschrecken, folgten sie doch nicht, und weigerten sich dem treuen Rat Samuels zu folgen und sprachen: Mit Nichten, sondern ein König soll über uns herrschen, dass wir seien wie auch alle andern Völker, das uns unser König richte und vor uns herziehe und unsern Krieg führe. Der Herr aber sprach zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volks in allem dem, das sie zu dir gesagt haben, denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht soll König über sie sein. Sie tun dir, wie sie immer getan haben. Von dem Tag an, da ich sie aus Ägypten geführt habe, bis auf diesen Tag haben sie mich verlassen und andern Götter gedient. So gehorche nun ihrer Stimme. Weil sie nun je und je den Allmächtigen verließen und überdies alles noch eines Königs begehrten, sprach Samuel, 1.Sam.10: Also spricht der Herr: Ich habe euch aus Ägypten geführt und euch von der Ägypter Hand und aller Könige, die euch zwangen, errettet, und ihr habt heute euren Gott verworfen, der euch aus allem Unglück und Trübsal geholfen hat, und sprechet zu ihm: Setze einen König über uns; als wollt er sagen: Es ist alles zu wenig, was ihr wider Gott getan habt, ihn zu erzürnen, darum ist auch sein Zorn über euch entbrannt, und gibt euch einen König; siehe, da ist dein König, 1.Sam.12.

Weiter spricht der Herr: Du sagest, Hos.13; Gib uns Könige und Fürsten. In meinem Zorn gab ich dir einen König, in meinem Grimm nehme ich ihn auch wieder. Aus diesen Worten allen wird offenbar, das Gott nur aus Zorn und nicht aus Gunst die Menschen zu Oberen geordnet hat und erst nach dem Abtreten, als sie Gott verließen und sich den fleischlichen Lüsten und Sünden begaben, gab er ihnen Menschen zu Oberen, damit sich sein Geist nicht immer mit ihnen zanke, 1.Mo.6, und das nun nicht allein den Heiden sondern auch den Juden, wie oben gemeldet, der Herr sagt, 1.Sam.8: Sie haben mich verworfen, dass ich nicht König über sie sein solle. Deshalb ist die weltliche Gewalt ein Zeichen, Bild und Erinnerung des Abkehrens von Gott, und sollte billig allen Menschen eine Ursache sein, in sich zu kehren und zu bedenken, wo sie hin gekommen wären, und also Ursache nehmen, sich um so eher wieder zu Gott zu wenden, dem sie entfallen sind. Wer ist aber, der es solcher Gestalt betrachtet? Weil es nun niemand zu Herzen nehmen will, so wird auch zuletzt über sie kommen, Offb.19, das denn billig kommen soll._Also sehen wir, woher erstens die weltliche Gewalt gekommen und was Gott beweget hat, dieselbige zu geben. Wozu sie aber geordnet sei, ist auch gesagt, Röm.13; 1.Petr.2, nämlich zur Rache über den Bösen. Denn weil sich die Menschen den Geist des Herrn nicht wollen regieren lassen, so muss Gott eine andere Rute brauchen, auf das er sie dadurch zwinge, sich vor Schaden zu bewahren, und das Land nicht gar mit Blutschulden befleckt würde und er die ganze Erde nicht ihrethalben vertilgen müsste, sondern behalten würde bis auf den verheißenen Samen, in dem alles zurecht sollte gebracht werden. Welcher, als er kommt um ein neues Reich anzurichten, kommt er nicht mit großen Gepränge weltlicher Art, sondern als geschrieben steht, Zach.9; Matth.21; Joh.12: Du Tochter Zion, freue dich sehr und du Tochter Jerusalem, jauchze. Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitend auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin. Der kommt nun nicht zum Zorn, nicht zur Rache, nicht zum Verderben, sondern selig zu machen, Luk.9; Joh.12 Der berufet nun zu ihm und spricht, Matth.11: Kommet und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; daher alle die, so in sein Reich kommen wollen, müssen seiner Art werden, und seines Geistes und Sinnes, Röm.8; 1.Kor.2; 2.Petr.1. Darum auch straft er seine Jünger, da sie Rache üben und bitten wollten, das Feuer vom Himmel fiele und verzehrte die, so sie nicht aufnahmen, und sprach, Luk.9: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid. Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern selig zu machen; als wollt er sagen: Was wollt ihr denn anfahren, das ist meines Sinnes nicht. wollt ihr meine Jünger sein müsst ihr solches nicht brauchen, denn ich nicht dazu gesendet bin, das ich Rache brauche. Siehe, hier hebet Christus in seinem Reich die Rache auf, will nicht äußere Rache und Verderbung der Menschen brauchen. Daher er auch in der Gemeinde seines Reiches befiehlt und spricht, Matth.5: Zu den Alten ist gesagt: Hand um Hand; Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern so dir jemand einen Streich gibt auf den rechten Backen, dem biete den andern auch dar. Und so jemand mit dir rechten will und dir den Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Siehe, wie hier Christus der Obrigkeit ins Amt greifet, denn ihr war befohlen, Blut um Blut zu vergießen, 1.Mos.9, Hand um Hand, Auge um Auge, Zahn um Zahn zu verderben, 2.Mos.24; 3.Mos.24; 5.Mos.19.

<p style=”text-align: justify;”>Aber Christus in seinem Reich gibt uns ein andres für und will nicht Rache geübt haben, wie uns auch Paulus lehrt, Röm.12: Rächet euch selbst nicht, lieben Brüder, sondern gebet Raum dem Zorn Gottes. Also will hier, Matth.5, Christus dem Übel gar nicht zu widerstreben, nun nicht allein die Untertanen, sondern alle Menschen, die in sein Reich kommen. Denn weil er der Obrigkeit ins Amt greifen und will es nicht in seinem Reich gebraucht haben, so sagt er’s freilich nicht denen allein die es bereits vorhin nicht Macht hatten, sondern vielmehr denen, die es gebrauchten, dass sie es abstellen sollten und Gott allein die Rache lassen, wenn sie nun in sein Reich kommen. Die andern aber lässt er in ihrem Wert und Brauch.

Deshalb sagt er, Joh.18: Mein Reich ist nicht von dieser Welt, denn wo mein Reich von dieser Welt wäre, so finden meine Diener da, für mich zu streiten, auf das ich nicht in der Juden Hände gegeben würde. Siehe, ein König Himmels und der Erde, Matth.28, was für Gewalt, Kraft, Macht und Herrlichkeit er hat. Siehe, was für Kriege er führet wider die, so ihn wollten töten, schaue, wie mit gewaltigem Heer er wider sie auszieht, wie er in den Feind schlägt, Matth.26, da er zu Petrus spricht: steck dein Schwert wieder an seinem Ort, Joh.18. Meinest du nicht, dass ich den Vater bitten könnte, dass er mir etliche Legionen Engel schicke für mich zu streiten. Siehe, wie übt er Rache, dass er das abgeschlagene Ohr des Malchus ergreift und setzt ihm wieder an, Luk.22.

Wer nun mein Jünger sein will, spricht er, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach, Mark.10; Joh.12.  Darum befiehlt er weiter und spricht: Ihr sollt dem Übel nicht widerstreben, tut wohl denen, so euch übel tun, betet für eure Verfolger: segnet die euch fluchen, auf das ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel, der dem Sonnenschein und Regen gibt über die frommen und Bösen.

Daher wird offenbar (weil er auch sonderlich sagt, das sie nicht der Rache Kinder seien), Luk.9, das Christus in seinem Haus oder reich nicht Diener der Rache, sondern des Segens, Liebe und Wohltat haben will, wie er auch gewesen ist. Wer nun diesen Geist nicht hat, der ist nicht sein, Röm.8.

Wenn denn jemand sagen wollt: Nun nennt sie doch Paulus Gottes Diener, Röm.13, wie möcht denn das nun sein, das sie nicht Christen und doch Gottes Diener wären, so sagen wir also, das es wohl sein mag heut, wie vor Zeiten auch. Denn wer ist’s, der nicht wisse, das vor Zeiten allein Israel ein Volk des Herrn war, Amos3, das er ihm aus allen Völkern erlesen hat, und alle Heiden wie nichts vor ihm waren, Jer.43, dennoch nennet er Nebukadnezar seinen Knecht, da er spricht: Ich will hin senden und meinen Knecht Nebukadnezar, den König von Babel, holen lassen und will seinen Thron über diese Stämme setzen, Jes.10. Also er auch den König von Assyrien einen Stab oder Rute seines Zorns nennet und seine Hand eine Stärke seinen Grimmes, damit er die Heuchler, das Volk, das seinen Zorn verdienet hat, schlage.

Nun waren diese Gottes Diener und doch nicht Juden, also ist es heute noch, denn Gott hat zweierlei Diener, Diener zur Rache den Bösen, Röm.13; Hos.13, weil sie auch im Zorn gegeben sind. Christus aber ist gekommen, nicht zur Rache, sondern zum Segen, Gal.3, daher auch die in ihn gepflanzt sind und seine Diener sind, nicht mehr zur Rache, sondern zum Segen dienen sollten, 1.Thess.5, Eph.4, auf das eins durch das andre erbauet werden und wir zugleich in der Erkenntnis Christi wachsen, zunehmen und ein vollkommener Mann werden in dem vollkommenen Alter Christi, das ist ein heilig, unsträflich und unbefleckt Leben, 1.Petr.1; Phil.2, überkommen, auf das wir heilig seien, wie er heilig ist, 3.Mos.11 und 19; 1.Petr.1. Alsdann sprechen sie: Nun ist der Sohn nicht wider den Vater, darum er auch das, so der Vater einmal verordnet hat, nicht zerbricht noch hinnimmt, Sir.17; Röm.13. So hat der Vater die Obrigkeit verordnet, darum muss sie auch in Christo bleiben, sonst wäre der Sohn wider den Vater. Es ist wahr, das der Sohn nicht wider den Vater ist, Joh.17, sondern sie beide zugleich eins sind. Daraus folget aber nicht, das was der Vater allenthalben geordnet hat, in Christo bleiben müsse, denn also wäre die Gnade Christi vergebens, Ursache: Der Vater hat durch die Übertretung den Tod in alle Menschen gerichtet, 1.Mo.3; Röm.5; Matth.27; Mark.15; Luk.23, Christus aber hat durch seinen Tod dem Tod die Gewalt und die Macht genommen, und hat das Leben gerichtet in allen, die an seinen Namen glauben, Hos.13; 1.Kor.15; 2.Tim.1; Hebr.2; Joh.5, ist darum nicht wider den Vater, sondern hat vielmehr die Verheißung des Vaters erfüllet, 1.Mos.3.

Weiter: Gott ordnete, gab und befahl Abraham die Beschneidung so hart, dass welches Knäblein nicht beschnitten würde, des Seele soll ausgerottet werden von seinem Volk. Dennoch höret sie in Christo auf, 1.Kor.7; Gal.5 und 6; Matth.5. Auch hatte der Vater befohlen, den Freund zu lieben und Feind zu hassen, welches, da es Saul nicht tat, sondern des Feindes der Amalekiter verschonte und leben ließ, vom Königreich verstoßen ward, 1.Sam.15; Matth.5. Dennoch befiehlt Christus nicht allein die Freunde, sondern auch die feinde zu lieben. Also findet sich viel, das der Vater geordnet hat, als Opfer Sabbath und dergleichen, und doch in Christo, Kol.2, (in dem das Wesentliche selber ist) aufhört und endet. Darum muss man nicht so frech reden, das der Sohn darum wider den Vater sei, sondern vielmehr also sagen: Was der Vater in Christo geordnet hat, das wird auch in ihm bleiben und nicht geändert, Joh.14, 15, 2 und 3, als da ist Liebe, Einigkeit, Joh.14; Eph.2; Joh.17, und Gemeinschaft, Apg.2 und 4. Was er aber außer Christo geordnet hat, als Tod, Zorn, Röm.5; Eph.2, Ungnade, Fluch, Jes.10; 5.Mos.27, Maledeiung, Rache, Gal.3; Röm.13; 1.Petr.2, und ihre Diener, das wird sich auch in Christo nicht schicken.

Damit würde sich ein jeder selber bescheiden. Wer aber diesen Unterschied nicht hat und darauf merke, mag zu keinem rechten Verstand kommen, daran mangelt es auch aller Welt.

Nun aber ist Christus der völlige Segen des Vaters, Joh.1, also dass wer den Degen von Gott erben will, ihn durch Christum empfangen muss. Weil nun in Christo der völlige Gottessegen ist, Kol.1; Joh.1; Gal.3, ja Christus selber der Segen ist, 1.Mo.3, 12, 15, 21 22, 26, 40; Apg.3; Gal.3, den Vätern verheißen, uns aber geleistet und gegeben, so kann und mag das, so im Zorn Fluch, Ungnade und Grimm gegeben und geordnet ist, sich in Christum nicht schicken, Luk.2; apg.13; Hos.13, denn weil der Segen kommt oder gekommen ist, so höret der Zorn auf, Luk.9; Joh.1; Eph.2. Nun ist die Obrigkeit im Zorn gegeben und ihr Amt im Grimm geordnet, da sie den Herrn verwarfen, dass er nicht König über sie sein solle, Hos.13; Jes.10; 1.Sam.8. So kann nun des Segens Kind nicht des Zorns und der Rache Diener sein, Röm.8 und 13; 1.Petr.2. Dann sagen sie: David war doch auch eine Obrigkeit und König, dennoch war er fromm und gefiel Gott, warum nicht auch jetzt? Luk.9; 2.Sam.2. Sagen wir: dass der fromme und Gott gefällige David ein König war, ist wahr; das aber dazumal die Zeit trug und jetzt nicht leiden will, ist dies die Ursache, dass es aber dazumal die Zeit trug und jetzt nicht leiden will, ist dies die Ursache, das noch zur selben Zeit, Hebr.9,  der Weg zur Herrlichkeit nicht offenbar war, und Gott aber wiewohl Israel Übels tat, Richt.2:8-12: Jer.7; Amos 5, das er sie auch billig von seinem Angesicht verworfen hätte, aber um seines Namens willen, 5.Mos.9; Apg.13, unterließ er’s und duldete ihre Weise bis auf die Zeit, das Christus gesendet wurde, Apg. 17, wie auch Paulus zeuget:  Gott hat die Zeit der Unwissenheit übersehen, nun aber gebietet er allen Menschen an allen Enden, Buße zu tun. Auch war zu der Zeit die Rache noch nicht aufgehoben, sondern ihnen erlaubt, wie Christus selber spricht, Matth.5: Den Alten ist gesagt: Du sollst deinen Freund lieben und deinen Feind hassen. Dieweil ihnen denn das erlaubet war, wiewohl die Rache Gottes war, 5.Mos.32; Röm.12; Hebr.10, sowohl als noch heute, so mochten sie mit der Hand mitwirken, wie man das denn viel hin und her in der Schrift sieht, dass sie es aus Gottes Befehl gebraucht haben. Darum auch der Fromme dazumal billiger ein König war über Israel, denn der Unfromme (weil er auch eine Figur Christi war), 1.Mos.14; 4.Mos.21; Jos.8, 9 10, 11; Richt.1, 4, 7, 11, 20; 1.Sam.11, 15 und durchaus der rechte König des heiligen Berges ist, Apg.2; Gal.3, auf den sie unter dem knechtischen Joch warteten, Joh.1.

Nun aber der gekommen ist, das Reich eingenommen und bereitet hat, Eph.5; Offb.1 und 5, und die Kinder von den Knechten geschieden, Joh.8; Gal.4; Joh.1; Röm.8; Gal.3; Eph.2, das die ihre verheißene Freiheit empfangen haben, , Hos.13, welche uns nicht im Zorn, sondern aus dem Segen, Gnade und Liebe Gottes gegeben ist, 1.Joh.3; Röm.5; Joh.4, so höret auf, was im Zorn, Grimm und Ungnade gegeben ist, Hos.13.

Dem nach sprechen sie: So kann nach deinen Worten keine Obrigkeit selig werden, so doch Gott nicht will, das ein Mensch verloren werde, Hes.33; 1.Tim.2, sondern alle zur Erkenntnis kommen, genesen und selig werden, das wäre der Obrigkeit versperrt. Darauf sagen wir mit Paulus, 1.Tim.2: Gott will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, genesen und selig werden. Das aber Viele seinem Willen nicht folgen, Jes.1; Matth.23; Luk.13; Jes.55; Joh.7, seiner Stimme nicht gehorchen, da ist die die Schuld ihnen, denn Christus spricht: Wer beschweret ist, der komme zu mir. Er nimmt hier niemand aus, Joh.6. Wer zu ihm kommen will, den wird er nicht hinaustosen, darum auch wohl die Obrigkeit zu ihm kommen mag, Eph.2, es ist ihr ebenso frei, als den Untertanen, (Matth.19; Mark.10; Luk.18, ob es wohl schwerer zugeht), allein das sie Christi Werk dulden und leiden, Joh. 5 und 15. Wo aber der wirket, da wird er nichts anders, denn was seiner Art ist, wirken, gleichwie auch der Weinstock nicht anders, denn seiner Art Frucht gibt, und alle Reben an ihm beweisen sich wie er.

Also in Christo, wer ihm eingesetzt, eingepflanzt und eingezweigt ist, Eph.2; Joh.15; Röm.11, der wird sich nicht anders, denn seiner Art beweisen, nämlich sich seiner selbst und seiner Herrlichkeit entäußern, 1.Kor.2; 2.Petr.1; Phil.2. Darum er auch zu seinen Jüngern spricht: Die weltlichen Könige heißt man gnädige Herren, und die Gewalt haben, herrschen über das Volk; ihr aber nicht also, sondern wer der Größte ist unter euch, sei euer aller Diener: Matth.20; Mark.9 und 10; Luk.9 und 22. Warum das? Darum, dass es sein Sinn und Art war, und er es auch selber tat. 1.Kor.2; Apg.17; Joh.13. Er kam nicht, das man dienen sollte, sondern das er dienen wollte. Er hat uns damit ein Vorbild gegeben, 1.Petr.2, das wir sollen nachfolgen seinen Fußstapfen.

Denn welcher Christi sein will, der muss sich ihm ganz hingeben, 1.Kor.3; Röm.6, also das er auch mit Paulus sagen möge, Gal.2: Ich lebe jetzt nicht, sondern es lebet Christus in mir,  und: Christus ist mein Leben, Phil.1. In welchem nun Christus, und nicht er selbst lebet, ob er wohl eine Obrigkeit wäre, so würde doch Christus in ihm beweisen eben das er selber auch tat, Röm.13; Phil.2; Joh.18, nämlich das sein Reich nicht von dieser Welt wäre, der auch floh, da man ihn zum König machen wollte, Joh.6. Wie wollten sich denn die Glieder wider das Haupt und die Reben wider die Wurzeln sträuben, Röm.12; 1.Kor.12; Joh.15; Röm.11; Jes.10, dieweil doch der Knecht nicht über seinen Meister ist, Matth.10; Luk.6; Joh.13 und 15; den Christus heute ebenso wenig in seiner Heiligen weltlichen Pracht führet als die Zeit seiner Pilgerfahrt hier auf Erden, denn wer mit ihm erniedrigen, Joh.6 und 18, 1.Petr.5; Jak.4; Phil.2, und alles entäußern. (aufgibt)

So nun irgend eine Obrigkeit mit ihm die Pracht und Herrlichkeit verlässt und nimmt eine arme, niedrige, geringe und knechtige Gestalt an, 2.Kor.6; Joh.13; Phil.2; Gal.6; 2.Thess.3, begibt sich jedermann zu dienen, jedermann in Christo zu gehorchen und untertan zu sein, Hebr.13; 1.Petr.5, das er auch mit Paulus sagen möge, 1.Kor.9: Wiewohl ich frei war, habe ich mich doch jedermann um Christi willen zum Knecht gemacht, so ist ihm der der Eingang ins Reich Christi unversperrt. Weil aber das nicht geschieht, und er noch unzerbrochen und in seiner Herrlichkeit bleibt, mag er Christi Jünger nicht sein, Matth.10; Luk.14.

Summa: Weil die Obrigkeit im Zorn gegeben ist, zur Rache der Übeltäter, so ist der, so ihre Strafe verfällt,  in Fluch gefallen, Hos.13; Röm.13; 1.Petr.2; Gal.3, darum Gottes Zorn, Grimm und Rache über ihn geht, nämlich die Strafe der Obrigkeit, die der Rache, Grimm und Zorn Diener ist, von welchem Zorn, Grimm, Rache und Fluch uns Christus erlöset und gefreit hat, Röm.13; Joh.8; Gal.3; Röm.8 und der Gnaden Kinder gemacht, die nun nicht der Rache Diener sein mögen, Luk.9. Also mag die Obrigkeit kein Christ oder kein Christ ein Obrigkeit sein, denn einer ist unser König, Christus, vom Vater eingesetzt, Psalm2, auf seinem heiligen Berge.

Was war denn nun sein Amt? Blut zu vergießen? O nein, denn er spricht: Des Menschensohn ist nicht gekommen der Menschen Seelen zu verderben, sondern selig zu machen, Luk.9. Oder aber soll er Krieg führen? Ja zwar einen sehr großen Krieg wider die Hölle, Teufel und Welt, die er alle überwunden hat, Joh.16; Matth.26, zu welchem Streit aber weder Spieß noch Schwert gebrauchet wird, desselben Kriegens wir auch wahrnehmen sollen und uns Gottes Rüstung wohl rüsten, auf das wir mit ihm, siegen, Eph.6; Offb.2; 3 und 22, aber weltlichen Krieg wie er auch verachten.

Was war denn sein Amt, dieweil er nicht kriegte, Gerichtshändel führte,  und Blut vergoss? Das zeiget uns gleich David, da er spricht, Psalm 2: Ich will das Gesetz des Herrn predigen, wie mir der Herr befohlen hat, und abermals: Ich will deinen Namen verkündigen meinen Brüdern und mitten in der Gemeinde die lobsingen, Ps.22; Hebr.2. Das beweiset er auch zu Jerusalem im Tempel, da er zu seiner Mutter sprach, Luk.2: Wisset ihr nicht, das ich sein muss in dem, das meines Vaters ist. Denn dazu ist er auch von Gott gesandt, des hielt er sich auch, Jes.61; Luk.4. Darum da er ihm Hilfe bestellte und aussandte, befahl er ihnen nicht Gerichtshändel zu treiben, 1.Kor.3; Matth.28; Mark.16, sondern sprach, Joh.20: Wie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch.

Wozu war er denn? Nämlich das Evangelium zu predigen. Gab ihnen auch ein Schwert, damit sie die Übeltäter schlagen und strafen sollten, das war also, Matth.18: Sündiget dein Bruder, so strafe ihn. Das ist das Regiment, das Reich oder Haus Christi geführt wird, 1.Petr.2; doch sind sie menschlicher Ordnung der Obrigkeit untertan und zu allem Guten bereit, Röm.13; Tit.3; Röm.8; und warten also auf die herrliche Offenbarung, da sie ihm gleich sein werden, 1.Joh.3; Matth.17, und verzeihen sich willig mit Christo ihres Rechtes,  um der Hoffnung willen ihres Heils, auf das sie auch mit ihm verherrlicht werden, Phill.2.

Also achten wir, sei genug gesagt von der Obrigkeit, und klar, dass sie sei ein Zeichen des Abkehrens von Gott, 1.Sam.10, darum auch ihr Amt nicht anders ist, denn das Gott sie, als durch eine Rute, die Abtrünnigen von ihm und Übeltäter strafet, aber nicht die frommen, Jes.10; Jer.43; Röm43; Röm.13; 1.Pet., wie auch Paulus sagt: Willst du dich fürchten vor der Gewalt, so tue Gutes, denn sie sind nicht denen, so Gutes, sondern so Böses tun zu fürchten, und sind Gottes Diener zur Rache und strafe über dem, so Böses tut. Also ist Gott in Chisto allein Herr über die Frommen, 5.Mos.32; Sirach, 17. Gleich aber, wie das Gesetzt vom Vater gegeben und doch in Christo aufgehoben ist, wie Paulus sagt: Christus ist des Gesetzes ende, zur Seligkeit einem jeglichen, der da glaubet, und abermal: Das Gesetz war unser Zuchtmeister bis auf Christum, Gal.3, das wir durch den Glauben fromm würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Gesetz: denn wir sind alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum. Und abermal, Gal.5: wandelt ihr aber im Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetzt.

Wiewohl nun das Gesetz, soweit es schriftlich verfasset ist in Christo aufgehoben ist, wird doch der Mensch, sobald er des Geistes Werk verlässt, ein Schuldner desselbigen und kommt wieder unter seine Strafe, röm.13; Jak.2; Gal.3. Also auch sind wir frei von der Obrigkeit in Christo, verstehe, von ihrer Strafe, 1.Petr.2, die Gottes Rache ist, dieweil wir ihm versühnet sind, 1.Joh.2; Röm.6.  Sobald aber der Mensch sich wider der Sünden begibt und Unrecht tut, 1.Joh.3; Eph.5, fällt er in Zorn und Fluch, und wird der Obrigkeit in ihre Hand fallen, an ihm Gottes Rache zu üben, Kol.3; Gal.3; Röm.13; 1.Petr.2.

Das ist die Strafe außer Christo, darein fallen alle, die Gott verlassen, und sind unter dem Fluch oder der Verdammnis, Jes.10; Gal.3, denn außer Christo hat die Gewalt noch ihren Bestand, Röm.13; Tit.3; 1.Petr.2, zum gewissen Anzeigen, dass Gottes Zorn noch allewege für und für wider die Sünder und Gottlosen währet, und allein die frommen durch Christum mit Gott versöhnet und im Segen sind, Joh.17.

Weiter aber: Gott, der da treu ist, hat einen jeglichen Amt, es sei gleich außer oder in Christo, sein Gebühr und Zugehör verordnet, auf das es ungehindert gehandhabet wird; darum er auch der Obrigkeit ihre Gebühr und Steuer verordnet hat, 1.Sam.8; Röm.13; die man ihnen auch ohne Vorbehalt geben soll und sich darinnen nicht weigern. Wer es aber tut, widerstrebet Gottes Ordnung, weil auch Christus selber ihnen ihre Gebühr gab, Röm.13; Matth.17; Matth.22; Luk.20; Mark.12, und befahl es auch andern zu geben auch wir das alles, was zu ihrem Amt verordnet ist, man nenne es nun wie man wolle, Steuer, Rente, Gült, Zins, Zoll; Maut oder Dienst ihnen willig geben wollen, Röm.13, und unsre gutwillige Untertänigkeit darinnen beweisen, Tit.3, und ihnen bereit sein zu allem Guten. So sie aber au ihrem Mutwillen weiter handeln, so führen sie nicht des Herrn, sondern ihr eigen Amt, denn wie zuvor gesagt, sie ein Stab, Stecken, Ruten und Werkzeug der Rache Gottes sind, Röm.13; Jes.10; Jer.43, durch die Gott selber im Grimm die Übeltäter strafet. Zu solchem Amt ist auch die Steuer und Dienst verordnet, 1.Sam.8; Röm.13, und nicht zu ihren mutwilligen Kriegen und Blutvergießen. Daher ist man ihnen zu denselbigen nichts schuldig, ja uns vielmehr verboten zu geben, denn befohlen, weil wir nicht der Rache Kinder sind, Luk.9; Röm.6, und unsre Glieder nicht mehr zu Waffen der Ungerechtigkeit begeben sollten und keiner Ungerechtigkeit dienen.

So ist je das Unrecht, das sie zum Ausreuten (Ausrotten) der Völker wenden, Jes.10. Wer sie nun dazu steuert, hilft ihnen ihres Unrechten und macht sich ihrer Sünden teilhaftig. Darum, ob sie uns dahin zwingen wollten, fangen wir mit Petrus, man müsse Gott mehr gehorchen, denn den Menschen, Apg.5, und gehorchen ihnen im selbigen nicht fremder Sünden teilhaftig machen, 1.Tim.5. Wiewohl ihrer viele mit dem Spruch Pauli (die Steuer zu geben) schirmen, Röm.13, und nehmen zum Befehl die Worte Christi: Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, Matth.22; Luk.20; Mark.12; ist zu fürchten allein darum, dass sie mit dem Kreuz Christi nicht verfolgt werden, und der Menschen Freundschaft; die doch Gottes Feindschaft ist, haben mögen, Gal.1; Jak.4, denn diese Worte weder von Christo noch Paulus in der Meinung vorgewendet sind, das sie wollten einen jeglichen Mutwillen der Obrigkeit also erstattet werden, sondern reden von der verordneten Zugehör, als Diensten, Gülten, Renten, usw., die ihnen von Gott geordnet ist, 1.Sam.8; Röm.13, ihr Amt zu treiben. Denn weil solch Amt durch Christum den Ungerechten nicht aufgehoben ist (wiewohl sie selber auch böse sind, so ist ihre Strafe desto größer über das Volk) muss auch der verordnete Dienst bleiben, Jes.3.

Weil denn nun wir auch menschlicher Ordnung, um des Herrn willen, unterworfen sind, 1.Petr.2, so befiehlt auch Paulus ihnen zu geben, was wir ihnen schuldig sind, nämlich den verordneten Dienst oder Steuer. es lässt sich wohl Paulus ansehen an diesem Ort, als ob etliche Brüder zu Rom gewesen wären, die allerdinge von der Obrigkeit hätten frei wollen sein und ihnen weder gehorsam sein noch Zins geben, wie bei unsern Zeiten die Münsterischen (durch den Teufel betrogen) sich wider die Obrigkeit auflehnten, denen Paulus hier wehren wolle, oder aber will ihnen doch eine ganz rechte christliche Ordnung (wie die ganze Epistel erweiset) vorlegen.

Nun, ihm sei, wie ihm wolle, so lehrt er sie doch, das sie gebührende Steuer, Zins und Rente geben, und sich wider die Obrigkeit nicht auflehnen, sondern ihr gehorsam sein sollten. Dass er aber von der gebührenden und von Gott verordneten Steuer redet und nicht von solchem mutwilligen Frevel des Kriegens der Obrigkeit, beweisen die Worte: Gebet ihnen, was ihr schuldig seid; als will er sagen: Gebt ihr, was ihr zu ihrem Amt verordnet und jährlich zu geben ist. denn was nicht verordnet und befohlen ist von Gott, gibt man nicht aus Schuld und Pflicht, sondern aus geneigtem Gemüt, oder in solchen Zeitläufen vielmehr aus Drang und Zwang der Gewalt.

Darum unterscheidens die Worte, Röm.13: Gebt, was ihr schuldig seid und wem sie gebühre; er sagt aber nicht: Wer sie haben will, und was er haben will. Also auch Christus dem Kaiser zu geben befiehlt, was des Kaisers sei, Matth.22; Mark.12; Luk.20, redet auch allerdinge nicht (wie es viele zeugen) von solcher Steuer des Kriegens und Blutvergießens, denn die Schätzung, so die Juden da gaben, darum auch Christus befragt ward, ob’s recht wäre, sie zu geben oder nicht, war ein jährliches Geben, Luk.2, und erstanden oder angefangen, da Christus geboren ward, unter dem Kaiser Augustus, da denn in aller Welt Frieden und kein Krieg war, als die Chroniken zeigen, darum es weder zu Kriegen noch Blutvergießen gegeben ward, sondern war gleichwie jetzt; man sagt, der Lanfgraf habe gesetzt, wer ins Holz fahre oder gehe, einem jeglichen jährlich sein genanntes Geld davon zu geben; als ich verstehe, wer mit einem Wagen Holz fährt, des Jahres einen Gulden, wer aber mit einen Karren fährt, einen halben Gulden, aber der, so er trägt, einen Ort von einem Gulden. Davon Christus sagt, das man’s geben solle, und nicht von der Blutsteuer.

Dann möchte jemand sagen: Nun brauchen sie es doch alles zum Unrechten, so müsste man ihnen der Meinung nichts geben. Dass sie es alles zum Unrechten brauchen, werden sie ihr Urteil tragen, wir aber geben nicht ihrem unrechten Brauch, sondern dem verordneten Amt, Röm.13. Weil aber Kriegen und Ausrotten der Völker mehr wider ihr Amt, denn damit ist, Jes.10, ist ihnen auch nichts dazu verordnet, und können dahin um des Amts willen nichts geben, weil es nicht verordnet ist.

Weiter: Beschluss des Büchleins