Von der Obrigkeit

Die Obrigkeit ist eingesetzt und geordnet von Gott zu einer Rute seines Zornes, das böse und ruchlose Volk damit zu züchtigen und zu strafen, Jes.10; Röm.13, darum sie Paulus Diener der Rache Gottes nennet, dadurch sich Gott an seinen Feinden rächen will und ihre Übeltat ihnen auf ihren Kopf vergelten, auf das ihr Mutwille nicht weiter einreiße, und die ganze Erde ihrethalben nicht befleckt und unrein werde, 1.Mo.9; Deshalb man ihnen auch als den Verordneten, die solchen Schutz handhaben sollen, gehorsam und untertan sein soll, so weit sie nicht das Gewissen angreifen und wider Gott heißen, wie auch Petrus uns ermahnt und spricht: Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem König als dem Obersten, oder den Pflegern als den Gesandten, 1.Petr.2; Röm.13. Und Paulus sagt: Erinnere sie, dass sie den Vorgesetzten und Gewaltigen untertan, der Obrigkeit gehorsam und zu allem guten Werk bereit seien, Tit.3. Deshalb man ihnen billig gehorsam und untertänig ist, und je fleißiger darinnen, je besser und Gott geliebter; denn wer darinnen widerstrebet, der widerstrebt der Ordnung Gottes, Röm.13. Wo sie aber wider Gott heißen und handeln, muss man ihr Geheiß lassen anstehen, Apg.5, und Gott mehr denn den Menschen gehorsam sein, denn das Gewissen ist gefreit und allein Gott behalten, das er (und kein Mensch) desselbigen Herr sei und es regiere, lehre und wende, wie und wohin es ihm gefalle.

Deshalb wo sich die Obrigkeit untersteht das Gewissen anzutasten und den Glauben der Menschen zu beherrschen, Röm.2, so raubet sie Gott, was seine ist, darum es unbillig ist, ihr darinnen zu gehorchen. Nun so ist das Amt der Obrigkeit eine Ordnung und Einsetzung Gottes, und weil es von Gott eingesetzt und geordnet ist, so ist es in seinem Maße recht und gut. Wo es aber missbraucht wird, so ist derselbige Unbrauch unrecht, das Amt aber bleibt nichts desto weniger wie es geordnet ist, Röm.13. Darum ist auch das Amt zu ehren, denn ob es gleich Gottlose innehaben, so wird doch das Amt darum nicht aufgehoben. Das es aber Gott den Gottlosen vergönnet, geschieht dem Volk zu mehrerer Strafe, Jes.3. Wie aber die gottlose Obrigkeit dem Volk zur Strafe von Gott gegeben wird, also wiederum wird der gottlosen Obrigkeit ein ungehorsames Volk zur Strafe gegeben, dass sie sich unter einander beißen und zuletzt mit einander verzehren werden, Gal.5.

Weiter: Warum die Obrigkeit geordnet sei

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