Von der Steuer

Dieweil die Obrigkeit von Gott geordnet ist und ihr Amt befohlen, Röm.13; 1.Petr.2; Sir.17; 1.Sam.8, so ist auch die Steuer dazu zu geben geordnet und befohlen, wie Paulus sagt: So müsset ihr auch Steuer geben. Deshalb wir auch Zins, Rente, Zoll oder wie man das nennen mag, willig geben und uns darinnen nicht widern, weil wir es auch von unserem Meister Christo erlernet haben, der es nicht allein selber gab, sondern auch andern zu tun befiehlt, da er spricht: Gebet dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist, Matth. Kap.17 und 22; Mark.12; Luk.20. Deshalb wir als seine Jünger solchem seinen Befehl auf das fleißigste gedenken zu folgen und nachzukommen und uns wider die Obrigkeit darinnen nicht zu sträuben. Aber zu Kriegen, Würgen und Blutvergießen (wo es zum selben sonderlichen gefordert wird) geben wir nichts, jedoch das aus keinem Frevel oder Mutwillen, sondern aus Gottesfurcht, 1.Tim.5, das wir uns nicht fremder Sünden teilhaftig machen. Dann möchte jemanden sagen, Röm.13: So man doch soll die Steuer geben dem sie gebühret, darum ist es unrecht, dass ihr euch des weigert; darauf sagen wir: Wir weigern uns gar nicht, die Steuer dem sie gebühret und wie sie gebühret zu geben; denn Gott (wie oben gesagt) hat die Steuer der Obrigkeit geordnet, die sie auch jährlich einzunehmen und aufzuheben haben, 1.Sam.8, darum wir uns auch nicht weigern dieselbige zu geben. Dass aber aus den Worten Pauli folgen sollte, Röm.13, das man einen jeglichen Mutwillen der Obrigkeit erstatten solle, das tut es nicht. Das dies aber wahr sei, bezeugen an selbigem Ort die Worte Pauli, da er spricht: Gebet jedermann, was ihr schuldig seid, die Steuer, dem die Steuer gebühret; er sagt aber nicht, was und wie viel er haben will, sondern was ihr schuldig seid, das ist, die von Gott geordnete Steuer, 1.Sam.8, die jährlich zu geben ist. Was aber von Gott nicht geordnet und jährlich zu geben ist, das gibt man nicht aus Schuld und Pflicht, sondern aus geneigtem geneigtem Gemüt, oder in solchen Zeiten vielmehr aus Drang und Zwang der Gewalt.

Deshalb weder aus diesem Spruch noch aus den Worten Christi (der dem Kaiser was des Kaisers ist zu geben befiehlt) solche Steuer zu geben folget, Matth.22; Mark.12; Luk.20 und 2, denn auch Christus von dem jährlichen Geben der Schätzung, die zu den Zeiten des Kaisers Augustus erstanden war, aber hernach für und für währte, redet, zu welcher Zeit weder Krieg noch Geschrei von Kriegen war; darum auch dazu weder gesammelt noch gegeben ward, sondern war vielmehr, wie jetzt der Landgraf aufs Land eine Schätzung des Holzes halber gelegt hat, also dass der, so mit einem Wagen gen Holz fährt, des Jahres einen Gulden, und der mit einem Karren fährt einen halben Gulden, der es aber heim trägt ein Ort vom Gulden geben soll. Von solcher Schätzung sagt der Herr, das man sich des nicht weigern, sondern willig geben soll, und nicht von Blutsteuern. Deshalb auch wir uns des mit Nichten weigern, sondern willig sind solches zu geben. Wo uns aber das Gewissen angegriffen wird, da müssen und wollen wir Gott mehr denn den Menschen gehorchen.

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