Warum die Obrigkeit geordnet sei

Die Obrigkeit ist von Gott um des Volks Abtretens willen geordnet. Da es sich von ihm abwendete und seinem Fleisch nachwandelte, da sprach Gott: Mein Geist soll nicht immerdar hadern mit den Menschen, denn sie sind Fleisch; 1.Mo.6, darum er ihnen auch nach der Sündflut Obrigkeit verordnete, die ein Stecken des Zorns und Rache Gottes sein sollte, zu vergießen das Blut derer, die Blut vergossen hatten, Jes.10; 1.Mo.9. Also auch da sich Israel von dem Herrn, seinem König wieder abgewendet und ihn verlassen hatte und eines Königs gegehrte, da sprach Gott zu Samuel: Sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, 1.Sam8, dass ich nicht König über sie sein solle. Sie tun die, wie sie mir getan haben. Seid ich sie aus Ägypten geführt habe, haben sie mich verlassen und anderen Götter gedient, darum gehorche ihrer Stimme und gib ihnen einen König.

Aus diesen Worten wird offenbar, wie die Obrigkeit erwachsen und woraus sie gegeben sei, nämlich aus dem Zorn Gottes, wie auch geschrieben steht: Du sprachst: Gib uns einen König. In meinem  Zorn gab ich dir einen König, in meinem Grimm aber nehme ich ihn auch wieder, Hos.13.

Also ist offenbar, dass die Obrigkeit nicht aus Gnaden, sondern aus Ungnaden und Zorn gegeben ist, und das nach der Abkehr des Volkes, wenn sie Gott verließen und dem Fleisch folgten, so musste sie auch wiederum Fleisch beherrschen.

Darum ist die Obrigkeit ist die Obrigkeit ein Bild, Zeichen und Erinnerung des Abkehrens von Gott, 1.Sam.8, und sollte billig allen Menschen eine Ursache sein in sich zu kehren und zu kehren und zu bedenken, wo sie hingekommen und verlassen sind; dass sie desto eilender wieder zu Gott kehrten, die verlorene Gnade wieder zu erlangen. Wenige sind ihrer aber, die es dergestalt bedenken, darum sie auch in ihren Sünden bleiben. Über das auch weil die Obrigkeit eine Dienerin des Zorne und der Rache Gottes ist, so ist sie ein Anzeigen, dass (weil sie ihren Bestand hat) Gottes Zorn und Grimm über die Sünder allzeit währet und nicht geendet wird.

Weiter: Ob auch Christen Obrigkeit sein mögen

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