Wie der Mensch Gott und Seine Gnade wieder findet – von der Reue

Welche nun weiter Rat suchen, wie sie ihre Seelen vom ewigen Verderben und Tod (darein sie durch die Sünde geführt sind) ledigen und des Teufels Stricken der Sünde los und der Gnade Christi teilhaftig werden möchten, die lehren wir mit dem Bußpredigern Johannes, Petrus und den Aposteln, 1.Petr.2; Matth.3; Mark.1; Luk.3; Apg.2 und 17, das sie Buße tun. wer aber rechte Buße von Herzen tun soll, muss eine wahre Reue über seine Sünden haben. Sollen sie aber bereuen, so müssen sie zuvor ihre Sünde erkannt haben, wie böse, arg, schändlich und verderblich sie ist, sonst mag und kann die Reue und Buße keinen Bestand haben, viel weniger die Gnade erlangt werden, Röm.7. Denn die wahre Reue folgt aus der Erkenntnis der Sünde, und ist aber die, so der Mensch einen rechten Unwillen, Unlust und Abscheu an der Sünde gewinnt, 2.Sam.12; Ps.51; 1.Petr.4, ja einen rechten Verdruss an sich selber hat, dass er ihr so lange gehorchet und sich von ihr hat umführen und beherrschen lassen und von seinem Gott, um des willen er hier ist, hat abführen lassen. (5.Mo.32) Welchem seine Sünde nun also leid sind und dass er ihnen gehorchet hat, reuet, der wird, soll und muss sich hinfort umso fleißiger und ernstlicher davor hüten und sie wie eine Schlange fliehen und scheuen. (Sir.21:1-4)
Denn eine wahre Reue wirke eine fleißige Sorge, Vorsehen und Behutsamkeit, dass sie ihn nicht erschleiche, Röm. 6; und wieder wie vorhin beherrsche. Gleichwie man spricht: Der Gebrannte fürchtet das Feuer, und es geschieht auch also, dass der sich einmal brennt, das Feuer nicht leicht wieder anrühret, also und noch viel mehr wird sich der, so einmal die Sünde recht erkant hat, sich vor ihr hüten und scheuen, weil sie zum ewigen Tod brennet und verderbet. Der sie aber nicht flieht und von Herzen hasset, der zeiget an, dass er sie im Grund nicht nie recht erkannt hat, Röm.5; Ps.101, und nicht weiß, was sie ihm für Schaden zufügt, sonst müsste es ihm immer Ernst sein; denn wer sie einmal recht erkannt hat, der wird hinfort lieber sterben, als ihr (willig und von Herzen) in einem Wort, geschweige im Werk bewilligen, sondern wird vielmehr sein Leben lang um die vorige geschehene Sünde (womit er Gott, seinen Schöpfer, erzürnet hat) leid tragen und trauern, 5.Mo.32.

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