Wie man darein geführet wird

Dieweil die Kirche ein Fundament und Grundfeste der Wahrheit ist, und die Wahrheit auf sie gebaut oder vertraut ist, kann und mag niemand darein kommen, viel weniger darinnen wohnen und bleiben, 1.Tim.3; Psalm1; Joh.15, ohne der in der Wahrheit (das ist in Gott) lebt und wandelt, oder die Wahrheit in ihm, und sich also die Wahrheit allein regieren, führen und sie ihr Werk in ihm treiben lässt, auf dass sie aus ihm wie ein Licht leuchte und scheine. Wie aber gesagt, sammelt Gott seine Kirche durch seinen Geist, andern mag sie nicht gesammelt werden; deshalb die, so sie sammeln sollen, den Heiligen Geist haben müssen. Darum auch Christus, da er seine Jünger (seine Kirche zu sammeln) senden wollte, befahl er ihnen, dass sie von Jerusalem nicht  weichen sollten, bis sie mit Kraft aus der Höhe angetan würden, Luk.24; Apg.1, dadurch sie solches Werk ausrichten möchten; gab ihnen aber auch Ordnung oder Weise an, in welcher sie die Kirche sammeln sollten, das war mit Wort und Zeichen, Matth.28; Mark.16.

Denn weil das Testament von Gottes Gnaden ein Testament der Erkenntnis Gottes ist, wie die Worte lauten: Sie sollen mich alle erkennen vom Kleinsten bis zum Größten, Hebr.8, so will Gott durch sein Wort darein berufen und sich durch dasselbe den Menschen offenbaren und kund machen. Denn sobald man sein Wort von Herzen glaubt, Eph.1; Joh.16, will er durch seinen Geist in uns versiegeln, der uns in alle Wahrheit führen und alles offenbaren soll, Luk.24; Apg.1. Weil aber Christus seine Jünger nicht will ohne zuvor empfangene Gabe des Heiligen Geistes ausgehen lassen, so wird klar und offenbar, dass er mit solcher Ordnung, das ist mit seinem Wort und Zeichen, nicht will unachtsam gehandelt haben, Matth.28 und 10, sondern, dass es nach dem Angeben des Geistes Christi geschehen soll und nicht nach menschlichen Dünkel (Einbildung) und Wahn, Mark.1; Luk.12; Mark.16. Wo aber das Wort durch den Geist Christi geredet und der Mensch dadurch bewegt und gläubig wird, soll ihm eben durch denselben Geist und nicht ohne Geist, das Zeichen auch gereicht werden. So führet denn der Geist Christi, und nicht ein Mensch, in die Kirche. Was nun dieser baut, das hat auch durch ihn seinen Bestand, was aber ein Mensch (als ein Mensch) baut, hat keinen Bestand, darum auch seine Arbeit vergeblich ist, wie David sagt, Psalm 127: Wo der Herr das Haus nicht baut, arbeitet der Arbeiter vergeblich.

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