Wie man tauft

So man taufen will oder soll, so muss man von Not wegen oder auf das wenigste zwei Personen sein, nämlich der Täufer und Täufling. Der Täufer aber schreitet und ruft erstens das Wort der Buße aus, zeigt den Menschen die Sünde an und auch wiederum wie man zu GOTT kommen und bei ihm Gnade finden möge, Matth.3 und 4; MArk.1; Luk.3; Apg.2; 3 und 8, und dass die Taufe, von welchem der Täufling bewegt wird, der Taufe zu begehren. Also muss der Täufling erstens fordern, bitten und begehren, 1.Pet.3; Apg.3; Luk.7. So er denn der Taufe begehret, so fragt der Täufer den Täufling, ob er aber glaube in GOTT, den Vater, Sohn und Heiligen Geist. So muss der Täufling seinen Glauben bekennen. Der Täufer fragt weiter den Täufling, ob er der Welt, Sünde und Teufel absage. Dem muss der Täufling widersagen, Apg.8; Matth.10; Mark.8; Luk.14. Der Täufer fraget weiter, ob er sich denn GOTT von ganzem Herzen und ganzer Seele mit allen seiner Glieder begeben wolle, Röm.6 und 14, hinfort nicht mehr sich selbst, sondern GOTT und seiner Kirche zu leben und GOTT und allein alle seine Glieder regieren und brauchen zu lassen; welches, so es der Täufling bewilligt, so fraget der Täufer, ob er aber des alles wohl versichert und seinem Herzen vergewissert sei, dass dies die Wahrheit, und das kein anderer Weg zum Leben (denn durch Christus angezeigt) sei. Und so erst also bekennet, fragt der Täufer, ob er denn darauf begehre sich mit GOTT zu verbinden und getauft zu werden, 1.Petr.3. So er das begehrt, so heißt ihn der Täufer sich mit gebeugten Knie vor GOTT und seiner Kirche zu demütigen und niederzuknien, und nimmt ein rein Wasser und gießt es auf ihn und spricht: Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, der dir nach deinem Glauben die Sünde vergeben und dich in sein Reich gezogen und angenommen hat; darum so sündige hinfort nicht mehr, auf dass die nicht etwas ärgeres widerfahre, Luk.7; Kol.1; Joh.5,14. Weil nun die Sünden den Menschen in der Taufe nachgelassen und vergeben werden, und die Gemeinde den Schlüssel hat, soll es vor der Gemeinde geschehen, die auch samt dem Täufer und Täufling vor der Taufe niederknien und ihm Verzeihung der Sünden von GOTT erbittet. Wo es aber je nicht sein mag und die Gemeinde nicht mag erlangt werden, so mag es auch der Täufer besonders und allein tun, Apg.2 und 8; Matth.18.

Weiter: Wer nun solche Taufe lehren und üben möge

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