Wie nun das Haus des Herrn in Christo erbauet, darin die völlige Absonderung beschlossen wird

Dieweil nun viel gesagt worden ist von der Erbauung des vorigen Tempels, der zu Jerusalem war, Matth.21: Joh.2; Hebr.3, und dem Bild nach die Gemeinde Gottes zeiget, so ist vonnöten, dass wir nun vor uns nehmen die Sache, so uns jetzt berühret und anliegt, die Wahrheit zu erlernen. So findet sich nun, wenn man die Wahrheit ansieht und die Sache gegen das Licht will halten, dass Gott anfänglich den Menschen, 1.Mo.1, sich zu einer Wohnung gemacht und erschaffen, dieweil er ihn in sein Bildnis erschaffen, dieweil er ihn in sein Bildnis geschaffen hat; und wie auch der weise Mann spricht, Weish.1, dass ihnen wohl wäre und kein Gift der Verderbnis in sich hätten. Daraus folgt, so nichts Verderbliches hat in ihnen sein sollen, dass aber alles Gute (welches denn Gott selber ist), 1.Mo.1; 3.Mo.26: 2.Kor.6, in ihnen wohnen wollte, wie denn die Bildnis des Menschen, darein er erschaffen ist, erweiset. weil aber solcher Tempel verwüstet, entweihet oder auch zerbrochen ist, 1.Mo.1 und 3, durch Ratschlag der Schlange, ist er dagegen einen Behausung der Götzen und aller unreinen Geister geworden, wie Christus in den Worten beweiset, da er vom Satan sagt, Matth.12, dass er, so er keine Ruhe findet, zu sich selber spreche: Ich will wieder einkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Demnach sagt Paulus, Eph.2, dass er sein Werk habe und treibe in den Kindern des Unglaubens, zu beweisen allerlei Ungerechtigkeit, Weish.1, auf dass der Geist des Herrn weit genug von ihnen weiche. Obwohl solches alles geschehen und ergangen ist, das billig den Zorn des allmächtigen erwecket und über das menschliche Geschlecht eingeführt hat, Eph.5, nichts umso weniger Gott (als ein Brunnen der Barmherzigkeit, des Ströme nimmermehr versiegen, Jer.2) gedachte an seinen heiligen Namen, hat sein Vornehmen (dass er am Menschen einen Tempel haben wollte) nicht verlassen wollen, 1.Kor.3; Hebr.3, sondern gedachte solchen Fall und Abbruch wiederzubringen und zu bessern, wie er auch bald ach geschehener Sünde verhieß, da er zu der Schlange sprach, 1.Mo.3: Des Weibes Same soll dir deinen Kopf zertreten; welches er auch nach solcher getaner Verheißung vielfältig hat sehen lassen bei denen, so ihm dazu gefallen haben, nämlich bei den Frommen, 1.Mo.12; 15; 17; 18; 19; 28 und 32, von Anfang her, mit denen er gewesen ist und sich an ihnen gezeigt hat, Gal.4; 2.Kor.6, bis sich die Verheißung in Christo erfüllet hat und die Zeit der Gnaden wieder herbei käme, dass er seinen Tempel wieder erbaute und aufrichtete, Amos 9; Apg.15; Jes.52, der von allen Gräueln abgesondert wäre, wie der erste Stein und Grundfeste, 1.Petr.2; 1.Kor.3; Eph.2, auf dem wir alle müssen erbauet werden, Matth.26; Mark.14; Luk.22; 1.Kor.11; der auch für uns hingegeben ist und am dritten Tage auferwecket, dass auch wir in einem neuen Leben wandeln sollen. Deshalb sagt Paulus: Er hat sich selbst für uns gegeben, auf dass er sich heiligte eine Gemeinde und reinigte sie durch das Wasserbad im Wort, Joh.2 und 20; Röm.6; Eph.5, auf dass er sie herrlich darstellte, dass sie keinen Flecken, Runzel oder des etwas an sich habe, 1.Petr.1; 1.Kor.3; sondern dass sie heilig sei und unsträflich. Weil nun dieses Gebäude nicht irdisch und menschlich, sondern himmlisch und göttlich ist, so gebühret den Bauleuten, ihre Kunst nicht von irdischen Menschen (er sei gleich  Doktor oder Magister), sondern im Himmel zu holen, von dem Vater aller Gnaden, 2.Mo.31; Jak.1, von welchem alle gute Gaben herfließen; wie Christus auch selbst sagt, Jes.54; Joh.6: Sie müssen alle von Gott gelehrt werden; wer es nun von meinem Vater und lernet, der kommt zu mir. Daher müssen wir erstens in dieser Schule geben, 2.Mo.25, und mit Mose auf den Berg steigen, die Hütte recht zu bescheuen, alle ihre Gestalt samt aller Zier, und desselben wohl wahrnehmen, dazu auch des Befehls, so zu Mose geschah, 2.Mo.25; Apg.7; Heb.8. Also schaue oder merke und habe acht, sprach Gott, dass du sie eben machest nach der Gestalt, die ich dir auf dem Berge gezeigt habe. Ach, wehe den törichten Arbeitern, die auf den Berg nicht kommen sind, Ps.2; 15 und 24; Jes.33, ich will geschweige die Gleichnis der Hütte gesehen, Eph.2 und 5. Was wollen die für ein Werk machen, die doch allzeit im Tal und Lager blieben und zu Christo nicht hinausgegangen sind, Hebr.13; Eph.5, und von der Gestalt der Hütte nichts wissen? Was wollen sie arbeiten, so sie nicht wissen, wie oder was dazu gehöret, und wohl eher Dornen denn Föhren, wohl eher Schlacken denn Silber und Gold zutragen, 1.Kor.2; Jer.8; Hes.13? Was wird wohl das für ein Haus sein? Oder wer wird Lust haben, darinnen zu wohnen? Trag wohl Sorge, dass es solcher Hütte gehen werde wie Silo, die der Herr verließ, Ps.78; 1.Reg.2 und 4, samt ihren Priestern, die erwürget wurden nach dem Wort des Herrn, das er Eli verkündigen ließ. Sehet doch und werdet einmal weise. Mose, ein Knecht des Herrn, der mündlich mit ihm redete, wusste nichts von der Hütte, Hebr.3; 4.Mo.12; 2.Mo.23, er musste ihre Gestalt und form auf dem Berge lernen und vom Herrn nehmen, das dennoch nur ein Bild der heiligen Dinge war, Kol.2; Heb.8 und 10. was werden denn nun die tun, so die heilige Hütte erbauen sollten, Eph.2? Wo wollen es die nehmen, die auf den Berg nie gekommen sind und sich dennoch solches Werkes unterstehen, Ps.2; 15 und 24; Jes.33 ? Es müssen freilich die sein, davon der Herr, der allmächtige Gott geredet hat, Jer. 23: Ich habe diese Propheten nicht gesandt und doch laufen sie, ich habe nichts zu ihnen geredet und weissagen sie. Denn wo sie in meinen Rat gestanden wären und meine Worte gehöret hätten, so hätten sie mein Volk von ihrem bösen Vornehmen und von ihren bösen Wegen abgewendet. Deshalb spricht der Herr zu solchen Propheten: Ihr zerstreuet und zerstoßet mir meine Herde, und habt ihr keine Acht, so will ich nun die Schalkheit eueres Vornehmens heimsuchen und will die übrigen meiner Herde zusammen sammeln von allen Landen, dahin ich sie verstoßen habe; und will sie wieder auf ihre Weide führen, dass sie wachsen und sich mehren sollen. Und will Hirten über sie setzen, die sie weiden werden. Drum Christus ein Pfleger der heiligen Hütte, Heb.8; 1.Petr.1, vom Vater dazu vorgesehen, ehe der Welt Grund gelegt ward, uns den ewigen Willen des Vaters zu eröffnen, Joh.16; 1.Mo.3, und das zerfallene Gebäude wieder aufzurichten und zu bauen, kommt nicht vom Berg Sinai, wie Moses, Apg.15; 2.Mos.32; Joh.3 und 6; sondern vom Himmel selbst, tritt aber aus Geheiß des Vaters auf den Berg, weil er ihn verordnet hatte, und David sagt: Ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion, dass er mein Gesetzt predige, wie ich ihn berichtet und ihn dazu gesandt habe. Wie Jesaja zeuget von ihm, da er spricht, Jes.61: Der Geist des Herrn ist bei mir, Deshalb er mich gesandt hat zu verkündigen das Evangelium das Evangelium der Armen. Luk.4. Darum schreiet er uns zu und ruft uns, dass wir zu ihm, Heb.10; als unserm Herzog kommen und spricht, Matth.11: Kommet her zu mir alle, die mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken; nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. Dieweil aber niemand zu ihm kommen mag, der Vater ziehe ihn denn, so ist offenbar, dass allein die, Joh.6, deren Herz Gott der Herr rühret und deren Geister er wecket, hinaufzuziehen des Herrn Haus zu bauen, Matth.11; Joh.10, hören und merken auf die rufende Stimme Christi, machen sich zu ihm, ob sie zum Vater kommen möchten, dieweil sonst niemand ohne allein durch ihn zum Vater kommen kann, Joh.14, auf dass er ihnen zeige die Gestalt und Form der Hütte oder des Hauses samt aller Zier, dass sie es nach seinem Willen bereiten möchten, Eph.5; 1.Kor.3.  Was sagt aber der Herr? Kein Mensch wird lebendig bleiben, der mich sieht, 2.Mo.33. Darum hebet sich hier ein Sterben an, wenn das Einsprechen Gottes angehet, Röm.6, und der Mensch den Herrn Gott in dem Angesicht Jesu Christi hören, Heb.1, sehen, 1.Kor.13,12; schmecken 1.Petr.2, und prüfen, 2.Kor.13, oder empfinden soll, welches alles vor solchem Erbauen hergehen muss, wie aus den Worten Petri k
lar wird, 1.Petr.2: So ihr anders geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist, zu welchem ihr als zu einem lebendigen Stein gekommen seid. darum erbauet euch zum geistlichen Hause. Soll aber Gott zum Menschen nahen und anfangen zu wirken, so muss er hören, was der Herr in ihm redet, das ist, muss merken, acht haben und eben wahrnehmen, was der Herr in ihm erreget, beweget, wirket und tut und sich denselben regieren und führen lassen, Röm.7; Kol.2. Darum ist es nicht ein Werk des Fleisches und Blutes oder eigen erwählten Vornehmens; mag auch nicht (wie oben gesagt) vom Menschen genommen werden. Weil dem also ist, so kommt der Vorbote Christi und schreit mit lauter Stimme: Bekehret euch und tuet Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbei gekommen, Matth.3; Mark.1, Weiter spricht er, Luk.3: Es ist die Axt dem Baum schon an die Wurzel gesetzt, welcher Baum nicht gute Frucht bringt, der wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Und Paulus sagt, Kol.3: So tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind, auf dass uns die Sünde nicht weiter beherrsche, wie geschrieben stehet, Röm.6: So lasset die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib, Gehorsam zu leisten ihren Lüsten, auch begebet eure Glieder nicht zu Waffen der Ungerechtigkeit. Wo nun diese Absterbung nicht ist, oder ehe sie geschieht, mag der Mensch, Ps.2; 15 und 24; Jes.23, nicht auf den Berg kommen, Hebr.12, und zum Herrn nahen, Hebr.1, mag ihn weder hören, 1.Kor.13, sehen, spüren noch kennen, 1.Joh.3; Eph.5, viel weniger die Gestalt der Hütte von ihm erlernen. Daher schließ ich, dass alle die, so noch im Grunde bleiben und auf des Herrn Berg nicht kommen sind, Jer.23,21 von ihm gar nicht gesandt sind, viel weniger seine Worte reden mögen, sintemal Paulus sagt, Röm.10: Wie sollen sie predigen, wo sie nicht gesandt sind. Darum auch Christus spricht, Joh.3: Wer von Gott gestand ist, der redet Gottes Wort, Jer.23. Wie kann nun jemand gesandt sein von ihm, ehe er seine Stimme höre, 5.Mo.5. Wer mag sie aber hören und lebendig bleiben? Darum muss das Sterben, Röm.6; Kol.3, und Ablegung des alten Menschen von ehe geschehen, wie auch Paulus lehrt, Eph.4; Kol.3; So leget nun ab den alten Menschen mit seinen Werken nach dem vorigen Wandel, der durch Lust des Irrtums zerstöret wird. Welcher nun aus dem Gehör göttlicher Antwort im Herzen zerschlagen und den alten Menschen getötet wird, der kommt zu Christo, wie er selbst spricht, Joh.6: Wer es von meinem Vater höret und lernet es, der kommt zu mir. Deshalb spricht auch Moses, 5.Mo.33: Alle deine Heiligen sind in deiner Hand, sie werden sich setzen zu deinen Füßen und lernen von deinen Worten. Wer es also lernet von ihm, Joh.3; 2.Kor.5, wird erwecket, zu einem neuen Leben durch den Glauben an Jesum Christum, wie er auch selber zeuget, Joh.5: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören, und die sie hören, werden leben, nun zwar nicht der Sünden, deren wir abgestorben sind, Röm.6, sondern wie er auferstanden ist, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Darum die, so ist Christo auf dem Berge gewesen sind, Ps.15; Matth.5, die Hütte mit ihrer Zier, Schmuck, samt aller Zugehör gesehen haben, die können und wissen solches Werk zu führen, dem zu gefallen, der darinnen wohnen soll, Joh.14; 2.Kor.6, und keinem andern; sintemal solcher Tempel gar zierlich mit viel Edelstein und schönen Kleinoden soll geziert sein, wie die Schrift meldet, Jes.54: Siehe, ich will deine Stimme wie einen Schmuck legen und will deinen Grund mit Saphiren legen und deine Fenster aus Kristallen machen und deine Tore von Rubinen und alle deine Grenzen von erwählten Steinen und alle deine Kinder gelehrt von Gott, und will ihnen großen Frieden geben. Und du sollst durch Gerechtigkeit bereitet werden. Deshalb nun Petrus als ein weiser Baumeister, der nicht Heu und Stroh auf den gelegten Grund (außer dem auch kein anderer gelegt mag werden), 1.Kor.3, bauen will, hält sich nach dem Angeben und Befehl seines Meisters, MAtth.28; Mark.16, der selber erstens dem Volk zur Buße rief, MAtth.4; Matth.10; Apg.2, und auch ihnen zu tun befahl, heißt jedermann am ersten Buße tun, und die nun Buße getan und die Sünde abgelegt haben, vermahnt er fürder zum Haus des Herrn sich zu erbauen, da er spricht, 1.Petr.2: So ihr nun abgelegt habt alle Bosheit, so seid begierig nach der vernünftigen und unverfälschten Milch (dem Wort der Wahrheit), dass ihr darinnen erwachset als die jetzt gebornen Kindlein, so ihr anders geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist, zu welchem ihr gekommen seid, als zu einem lebendigen Stein, von den Bauleuten verworfen, aber bei Gott köstlich und auserwählt. Darum auch ihr bauet euch zum geistlichen Haus und Priestertum. Der weise sich auch Paulus rühmet, 1.Kor.3, dass er als ein weiser Baumeister den Grund den Grund gelegt habe, ein jeglicher aber, der darauf bauen wolle, solle sehen, wie er baue, sintemal das Feuer eines jeglichen Gebäue bewähren werde. Deshalb so jemand an diesem Gebäue arbeiten und einen Stein auf den andern setzen will, muss zuvor, Joh.16, von dem rechten Baumeister Christo (die Weise der andern Mitarbeiter, als Petri, Pauli und andern) erlernet haben, auf dass er nicht Steine für Kalk und Kalk für Steine brauche und das Gebäue unterlassen bleibe, wie der Turm zu Babel, 1.Mo.11; Joh.5. Denn Gott, der Allmächtige hat seinen Christentum in die Welt gesandt, 1.Petr.3, dass er das menschliche Geschlecht wiederum zu Gott führte, Gal.4, und wir die Kindschaft empfingen, die er auch ausgeteilt und gegeben hat allen, so ihn aufnehmen, Joh.1, da nicht fleischliche Geburt zu fördert, 1.Petr.1, sondern die Geburt von Gott, die durchs Wort geschieht. Daher wird klar, wer sie sind, so ihn aufgenommen haben, nämlich die an seinen Namen oder sein Wort glauben. Zu denselben sagt er auch, Joh.14, 23: Wer mich liebet, zu dem wollen wir kommen, ich und der Vater, und Wohnung bei ihm machen. Siehe hier, wie oder wodurch die Hütte oder Wohnung Gottes erbauet wird. Also wird nun ein jeglicher treuer Baumann seinen Bau zurichten, denn das ist rechte Muster aller Steine, so in dieses Haus gehören, denen nun das Unebene, das ist die Sünde hinweg geschnitten ist, und sie nach der Richtschnur und Bleiwaage Christi abgezirkelt sind und ihre Herzen zu ihm geführt, 5.Mo.6; Matth.22; Mark.12; Luk.10, ihn zu lieben; da will er denn wohnen. Wer anders handelt, der baut nichts den Heu und Stroh. Also wird nun dieses Gebäude zierlich erbauet, zu gefallen dem, so darinnen wohnen soll, Joh.14; 1.Kor.3 und 6; 3.Mo.26, also dass nichts denn lauter Liebe (die er selber ist) darinnen ist, dadurch auch alle Erfüllung der Gebote Gottes geschieht, 1.Joh.4; Röm.13. Deshalb sagt er selbst, Joh.4, 14 und 15: Der mich liebet, hält meine Gebote. Aber solche Kraft und Erfüllung wirket er selber (der die Liebe ist, 1.Joh.4) in uns. Aus dem ist offenbar, dass die so seine Gebote übertreten und in Sünden wandeln, nicht zu seinem Tempel gehören, sintemal auch Johannes spricht, 2.Joh.1: Wer übertritt und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott, wer aber darinnen bleibet, der at beide, den Vater und Sohn. Und abermals, 1.Joh.2 und 4: Wer da sagt, er liebe Gott und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner und die Wahrheit ist nicht in ihm. Daher unwidersprechlich, dass die, so in Sünden wandeln, ins Haus Gottes nicht gehören, wie auch David sagt, Ps.1: dass die Gottlosen im Gericht nicht stehen bleiben, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten; allermeist weil niemand zweien Herren dienen kann, Gott und dem Teufel, Matth.6. Daher sagt auch der weise Mann, der Heilige Geist habe einen Abscheu an denen, so in Zucht und Weisheit allein gleißen und zieht sich von den Gedanken, die ohne Verstand sind, und wo die Sünde überhand nimmt, weichet er. So er denn nun von denselben weichet, wie möchten denn die eine Wohnung sein des, so von ihnen gewichen ist und auch nicht bei ihnen sein will. Darum sagt Paulus trocken heraus, Röm.8; Wer den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein. Also sind nun die Steine zu diesem Gebäude  unterschieden, welche d
azu dienen oder nicht, Apg.17. So nun jemand anders handelt, wird er seinen Richter finden. Wenn nun diese Hütte Gottes zu einer Wohnung soll erbauet werden und gegründet auf den gelegten Grund Christus, 1.Kor.6; Eph.2; 1.Kor.3; ist wahrzunehmen, was ein jeglicher darbringe und darauf bauen wolle, sintemal wir sehen, wie Gott so eigentlich zu der ersten Hütte (die doch nur ein Bild war) benamet, was man dazu nehmen sollte, Heb.8 und 10; 2.Mos.25, als nämlich Gold, Silber, Erz, gelbe Seide, Scharlach, Rosinrot, Ziegenhaar, rötliche Widderfelle, Föhrenholz, Öl zu Lampen, Spezereien zu Salben und gutes Rauchwerk, Onyxsteine und sonst eingefasste Steine, und befahl ihnen daneben, Apg.7; Heb.8, dass sie es nach seinem Angeben machen sollten. Also ist uns von Christo auch angegeben, wie und was man zu seinem Haus sammeln soll. Deshalb von Nöten ist, dass die Bauleute, so auf diesen Grund bauen wollen, 1.Kor.3; Joh.15, zuvor in ihn gesetzt und gewurzelt sind, seine ganze Art, 2.Petr.1; 1.Kor.2; Joh.6, Sinn und Eigenschaften ergriffen haben, welches ohne das Ziehen des Vaters nicht sein kann, Röm.9. Darum ist es nicht des menschlichen Willens oder Laufens, sondern des Erbarmens Gottes. Denn so der Mensch, so von sich selber läuft, gleich schreiet und ruft, dass ihm die Adern im Hals anschwellen möchten, so bringet es keine Frucht, aus der Ursache, es ist ein toter Buchstabe und kein lebendig- machendes Wort, und hat keine Kraft. Welcher aber von Gott gesandt ist und sein Wort im Munde hat, Jer.1; Hebr.4, das Seele und Geist durchdringet, das wird nicht leer abgehen, Jes.55, so wenig der Regen, der vom Himmel gefallen, ohne Frucht wiederkehrt, noch weniger des Herrn Wort. Darum wer an diesem Haus bauen will, der muss die Waffen, dadurch die Steine und Holz zubereitet werden, vom Herrn im Himmel nehmen, wie die Schrift meldet, 5.Mo.33: Sie werden sich setzen zu deinen Füßen und lernen von deinen Worten. Die werden schneiden, wo sie angeschlagen werden zu Gottes Preis; denn Gott selber die Waffe sein wird, Joh.1; Hebr.3; Jer.23, der alles in allen bereitet. Darum in welchem Gott nicht redet, der hat kein Wort Gottes, weil ja aber Gott selber das Wort ist, Joh.1; 1.Kor.13, ob er gleich auch mit Engelzungen redete. In dem aber Gott selber redet und seinen Tempel bauen will, schneidet er ernstlich das Grobe und Wilde (was zu diesem Haus nicht schicket und füget) hinweg durch die Predigt der Buße, Matth.3; Mark.1; Luk.3; 1.Kor.3. Die nun das Wort annehmen und sich zur Buße geben, die füget er zum Grund, welcher Christus ist, Röm.6, so sie in ihm der Sünde absterben, seinem Tod ähnlich und gleichförmig werden, die werden alsdann durch den Glauben wieder erwecket und lebendig (in einem neuen Leben) gemacht, das aber nicht menschliche Kraft, 5.Mo.8; Eph.2; 1.Kor.15, sondern Gottes Gnade und Wirkung ist. Weil es nun nicht menschliche, sondern Gottes Wirkung ist, so ermahnet und Paulus also, Röm.6: Begebet eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit, dass sie heilig werden. Denn soll Gott etwas Gutes im Menschen schaffen, so muss er sich begeben, sonst wird er wohl in ihn ungewirktes lassen, Joh.15. Denn so wenig der Mensch etwas Gutes von sich selbst tun kann, eben so wenig will auch Gott im Menschen etwas tun, er begebe sich denn ihm von Herzen zu seinem Werkzeug. Aber so des Menschen ergebener Wille in den Willen Gottes sich geschränkt und geflochten hat, also dass Gottes und des Menschen Wille ein werden, dass hinfort der Mensch nichts, sondern Gott alles in ihm will, begehret und tut, der Mensch aber als ein Werkzeug dieses leidet, dass er mit dem lieben Paulus sagen darf, Gal.2: Ich lebe jetzt nicht mehr, sondern es lebet in mir Christus. Denn so gehet das Werk Gottes im Menschen von statten. Wo aber der Mensch sich noch etwas vorbehält, wählt, will oder vornimmt, aus ihm selber und nicht Gott in ihm, so wird das werk Gottes verhindern, mag keinen Vorgang haben, dann bleibet der Mensch unbereitet zu diesem Gebäude und will sich dazu nicht schicken. Aber im ergebenen (Gott hingegebenen) Menschen wirket Gott, beweiset seine Kraft durch die Erneuerung des Menschen, 1.Kor.15; 5.Mo.8; Tit.3, den er durch seines Sinnes, Art und Eigenschaft, 1.Kor.2; 2.Petr.1, auch zum Teil allmögend machet, wie geschrieben steht, Mark.9: Alle Dinge sind möglich dem , der da glaubet. Dieweil aber die Welt selbst sagt, sie möge das, so von Gott befohlen, nicht halten, so ist gewiss, dass sie nicht gläubig, sondern ungläubig sind, die das Werk des Herrn nicht dulden wollen, Joh.15, dass er sein Missfallen hinwegnehmen und sein Wohlgefallen in sie pflanzte, auf das sie tüchtige, zierliche und lebendige Steine zu diesem Gebäude würden, 1.Petr.2. Deshalb ziemt es sich aller Dinge nicht, mit den Ungläubigen dieses Gebäude aufzurichten. So ist uns das die Ursache keine Gemeinde mit der Welt aufzurichten, weil dem Gläubigen alle Dinge möglich sind, Mark.9; Matth.11, was Gott geheißen hat, ja leicht und ring. Darum wir sie keinen Glauben haben erkennen, sondern einen öden Wahn, Jak.2; 1.Mo.22, der doch tot ist vor Gott. Denn der Glaube wirkt Gottes Gerechtigkeit durch die hand Gottes, Eph.2, der Unglaube aber Sünde durch die hand des Teufels, 2.Kor.6; Joh.3. Wie mag nun Christus mit Belial stimmen, dass ihrer beiden Kinder miteinander wirken und dem Herrn ein Haus oder Wohnung bauen sollten? Denn je so spricht Johannes, 1. Joh.3: Wer recht tut, der ist von Gott, wer Sünde tut, der ist vom Teufel. Darum sagt Paulus: Gehet aus ihrer Mitte, und sondert euch ab, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr, 2.Kor.6; 3.Mo.26; Jes.52; Offb.18. Daher Christus selbst, der dem Vater aus allen Völkern ein Volk zuführte, Joh.10 und 15, zu einer mehreren Versicherung befiehlt den neuen Bund, auf dass ein Unterschied zwischen seinem Volk und den Völkern wäre, Matth.28; Mark.16; 1.Mo.17. Denn gleichwie etwa die Beschneidung sie von den Heiden absonderte, also dass Gott nicht wollt die Heiden unter ihrem Gottesdienst haben, auch nicht wollt, dass sie jener Zeremonien lernen sollten, 2.Mo.12; 5.Mo.12, so sie es aber lernen würden, drohet er ihnen, wie jenen zu tun, 4.Mo.33. Deshalb durften sich auch zu Apostel Zeit die Ungläubigen nicht zu den Gläubigen tun, Apg.5 und 19, demnach  nach Paulus die Gläubigen von den Ungläubigen sondert. Darum auch wir in dem und so viel an uns ist in allem, unserm Christus als unserem Meister folgen wollen, und uns seines Befehls und Bundes halten mit seiner Hilfe, Jos.1; 5.Mo.5 und 12, und von dannen weder zu Rechten noch zur Linken abweichen, auf dass wir würdig werden mit ihm die Verheißung des Erbes zu empfangen. Dazu wolle er uns und alle, so sein von Herzen begehren, seine Gnade geben durch Jesum Christum unserm Herrn.     Amen.

Weiter: Vom Gnadenbund, in Christus Seinem Volk übergeben

Advertisements