Wo der Glaube herkomme

Ein solcher Glaube kommt nach den Worten Pauli aus fleißigem Hören der göttlichen Predigt, die von den Gesandten Gottes aus dem Mund Gottes verkündigt wird, Röm.10; Hebr.4. Hier reden wir aber nicht von dem buchstäblichen, sondern von dem lebendigen Wort, das Seele und Geist durchdringt, welches Gott in den Mund seiner Boten gelegt und gegeben hat, Jer.1:4-10; 2.Tim.3; Joh.17; Röm.10. Dieses macht weise zur Seligkeit, das ist, es lehrt Gott erkennen, aus welcher Erkenntnis Gottes der Glaube entspringt, wächst, und zunimmt, und mit dem Glauben die Erkenntnis, die flechten sich also in einander, wachsen mit einander und führen den Menschen zu Gott, setzen und pflanzen diesen in Gott, also dass der solche Glauben hat, in Gott lebt und wandelt und Gott in ihm, Eph.3; 1.Joh.4. Je fleißiger aber wir das Wort hören und aufnehmen, je mehr wächst die Erkenntnis; je mehr die Erkenntnis wächst um so mehr erkennen wir Gott, je mehr wächst der Glaube und das Vertrauen in ihn; je mehr wir aber ihm glauben, Eph.3, je mehr zeigt er sich und gibt sich zu erkennen. Wo nun solcher Glaube, der dies alles im Menschen tut, nicht ist, da ist kein Glaube, sondern ein öder Wahn und Dünkel (Einbildung), damit sich die Menschen  selbst betrügen und verführen. _Nun haben wir das Bekenntnis unseres Glaubens getan und vorgetragen, und wollen nun die Lehre vornehmen und, so viel Gott Gnade gibt, alles aufs treulichste dartun.

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